Diese Visualisierung des geplanten Energieparks zwischen Stammheim und Holzbronn legte die ENCW 2022 vor. So ähnlich könnte er einmal aussehen. Foto: ENCW

Die schwarzwald nature GmbH, ein Tochterunternehmen der ENCW, plant seit einigen Jahren einen großen Energiepark auf der Erddeponie bei Holzbronn. Jetzt gibt es einen Zeitplan.

Gerade einmal rund 900 Meter Luftlinie entfernt von Stammheim soll in den kommenden Jahren der „größte Solarpark im Kreis Calw“ entstehen.

 

So hatte es die Energie Calw GmbH (ENCW) bereits im Jahr 2022 angekündigt. Ende März dieses Jahres hatte der Gemeinderat Calw die rechtlichen Voraussetzungen für das Vorhaben in die Wege geleitet.

Genehmigung des Regierungspräsidiums fehlt noch

Stimmt am Donnerstag in dieser Woche nun noch der Gemeinsame Ausschuss Calw-Oberreichenbach zu, fehlt zwar immer noch die Genehmigung des Regierungspräsidiums in Karlsruhe.

Doch die schwarzwald nature GmbH, das zuständige Tochterunternehmen der ENCW, ist zuversichtlich und steckt auch schon mitten in den Vorbereitungen.

Konkret ist ein Energiepark in exponierter „Sonnenlage“ zwischen Stammheim und Holzbronn auf der ehemaligen Erddeponie Stichle, direkt am Industrie- und Gewerbepark Lindenrain, geplant.

Rund 4.800 PV-Module sollen dort auf einer Fläche von etwa 3,6 Hektar künftig 2,9 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen.

Gemessen an den Daten des Statistischen Bundesamtes, das für das Jahr 2021 einen durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3383 Kilowattstunden pro Haushalt angab, könnte der Energiepark rein rechnerisch genug Strom für 857 Haushalte liefern.

An den Hängen der Deponie soll der Energiepark entstehen. Foto: Jana Heer

Am Fuß der Erddeponie ist darüber hinaus ein Ladepark mit Ladestationen für 16 Autos und drei Lastwagen oder Busse vorgesehen. Zusätzlich zu den Ladesäulen sind Sanitäranlagen, ein Verpflegungsautomat und Sitzgelegenheiten geplant.

Und nicht zuletzt soll auch eine Fläche für Wasserstofferzeugungs- und Stromspeicheranlagen zur Verfügung stehen.

„In Abstimmung mit der Stadt Calw wurde bereits mit vorbereitenden Maßnahmen zum Artenschutz und mit den Abstimmungen zur Baustelleneinrichtung begonnen“, teilt die schwarzwald nature GmbH auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Baubeginn im Spätsommer geplant

Die Genehmigung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe erwartet das Unternehmen noch im zweiten Quartal dieses Jahres.

„Während der Prüfung durch das Regierungspräsidium wird bereits der Bauantrag erstellt und eingereicht“, führt die schwarzwald nature GmbH weiter aus.

Sobald die Genehmigung vorliege, könne wiederum der Bauantrag geprüft und genehmigt werden.

Mit der Baugenehmigung rechnet das Unternehmen im Spätsommer 2026. Dann beginne auch der Bau des Energieparks. „Die Dauer der Baumaßnahmen bis zur Fertigstellung beträgt – aus jetziger Sicht – ungefähr eineinhalb Jahre“, erklärt die schwarzwald nature GmbH.

Stilllegung wird verschoben

Läuft alles nach diesem Plan, wäre der Energiepark entsprechend Anfang des Jahres 2028 fertig.

Die Deponie Stichle befindet sich aktuell in der Stilllegungsphase. Nach Abstimmung mit dem Landratsamt Calw, so heißt es in Gemeinderatsunterlagen der Stadt Calw, sei es dennoch möglich, den Energiepark dort zu errichten. Die Stilllegungsphase der Deponie verlängere sich entsprechend der Laufzeit der PV-Anlage.

Im Anschluss bestehe aber eine Verpflichtung, den Park wieder abzubauen und eine Rekultivierungsschicht herzustellen – also gewissermaßen Erde aufzutragen, die Wasser speichert und aus der schließlich wieder Pflanzen wachsen.