46 Feuerwehrgruppen aus der Region kamen in Kappel-Grafenhausen zusammen, um sich einer besonderen Prüfung zu stellen. Die Belohnung: ein Leistungsabzeichen.
Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Ortenaukreises richtete gemeinsam mit der Feuerwehr Kappel-Grafenhausen die Abnahme der Feuerwehr-Leistungsabzeichen Baden-Württemberg aus. Insgesamt stellten sich 46 Gruppen aus den Landkreisen der Ortenau, Rastatt und Rottweil 31 Gemeindefeuerwehren und eine Werksfeuerwehr.
Die Abnahme begann um 8 Uhr und dauerte bis 16 Uhr. Auf vier parallel betriebenen Wettkampfbahnen traten die Gruppen an. Dabei wurde erneut deutlich, dass das Ehrenamt nicht nur für Männer attraktiv ist: Insgesamt stellen 34 Feuerwehrfrauen ihr Können unter Beweis. 28 Gruppen traten in der Stufe Bronze, neun Gruppen in der Stufe Silber sowie neun Gruppen in der Stufe Gold an.
Bei der Einstiegsstufe Bronze stand der klassische Löschangriff im Mittelpunkt. Die Gruppe arbeitete nach festgelegtem Ablauf ohne vorherige Aufgabenverteilung. Ziel war es, grundlegende Abläufe sicher und fehlerfrei umzusetzen. Aufbauend auf Bronze wurde der Schwierigkeitsgrad bei Silber erhöht. Die Funktionen innerhalb der Gruppe wurden vorab ausgelost, was ein hohes Maß an Flexibilität und Ausbildungsstand erforderte. Zusätzlich waren weiterführende Kenntnisse und Fertigkeiten nachzuweisen. Die höchste Stufe Gold stellte besonders hohe Anforderungen an die Teilnehmer. Neben einem komplexen Löschangriff mussten zusätzliche Aufgaben wie technische Hilfeleistungen sowie theoretische Kenntnisse sicher beherrscht werden. Teamarbeit, Präzision und Erfahrung waren hier entscheidend.
Ab 2027 gibt es neue Richtlinien für Prüfungen
„In diesem Jahr konnten die Leistungsabzeichen noch nach der alten Regelung abgenommen werden“, erklärte Kreisbrandmeister Bernhard Frei. Ab dem kommenden Jahr greife jedoch die komplett überarbeitete Richtlinie zur Abnahme der Leistungsabzeichen. „In welcher Form wir den Übergang von der alten zur neuen Richtlinie gestalten, muss noch entschieden werden“, informierte Frei weiter. Die Leistungsabzeichen sind ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehrarbeit in Baden-Württemberg. Sie fördern nicht nur die Aus- und Weiterbildung der Einsatzkräfte, sondern stärken auch den Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehren.
Neben zahlreichen interessierten Bürgern, die ihre Feuerwehren motivierten und unterstützten, waren auch der Verbandsvorsitzende Michael Dietrich sowie Landrat Thorsten Erny zu Gast, um sich ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Feuerwehren im Ortenaukreis zu machen.
Musikkapellen eröffnen die Siegerehrung
Mit flotter Marschmusik eröffneten die beiden Musikkapellen der Gemeinde die Siegerehrung. Bürgermeister Philipp Klotz zeigte sich überrascht vom hohen Leistungsstand der Feuerwehren sowie vom reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe. „Ein toller und beeindruckender Tag“, resümierte Kreisbrandmeister Bernhard Frei. Er dankte der Feuerwehr Kappel-Grafenhausen als Ausrichter für die Organisation sowie allen teilnehmenden Gruppen für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, sich den anspruchsvollen Prüfungen zu stellen. Alle 46 teilnehmenden Gruppen hatten die Prüfung erfolgreich bestanden.
Ein besonderer Dank galt auch dem scheidenden Schiedsrichterobmann Christian Keller. Für ihn war es nach 21 Jahren die letzte Veranstaltung in dieser verantwortungsvollen Funktion. Dafür überreichte ihm Verbandsvorsitzender Michael Dietrich die Feuerwehrmedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg. Keller betonte, die Leistungswettkämpfe bestünden „zu 50 Prozent aus Feuerwehrdienst und zu 50 Prozent aus Kameradschaft“.
Zum Abschluss der Veranstaltung erklang das Badnerlied. Dabei bebte die voll besetzte Halle – überall waren glückliche Gesichter zu sehen.
Info – Teilnehmende Wehren
Gold:
Epfendorf (zwei Gruppen), Fluorn-Winzeln (zwei), Gaggenau, Bad Rotenfels (zwei), Oberkirch (zwei), Rheinau (eine)
Silber:
Kappel-Grafenhausen (zwei), Wolfach (zwei), Rheinau (eine), Gengenbach (zwei), Ringsheim-Rust (zwei)
Bronze:
Achern-Sasbachried (eine), Appenweier (zwei), Ettenheim/Ringsheim/Mahlberg (zwei), Friesenheim/Neuried (eine), Kappelrodeck/Seebach (drei), Lahr (zwei), Lichtenau-Grauelsbaum (eine), Mühlenbach (zwei), Oberkirch/WF Linck (zwei), Renchen (zwei), Rheinau (eine), Sasbach (zwei), Schutterwald (eine), Seelbach/Schuttertal (eine), Steinach-Welschesteinach (zwei), Zell (eine), Werkfeuerwehr Koehler Oberkirch (zwei)