Rund 400 Gäste sind zum Friesenheimer Neujahrsempfangin die Sternenberghalle gekommen. Foto: Bohnert-Seidel

Zum Neujahrsempfang in Friesenheim kamen rund 400 Gäste in die Sternenberghalle. Unter dem Motto „Wir sind Friesenheim“ stellten sich Menschen aus Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Kirche und der Schule kurzweilig und unterhaltsam vor.

Die vier Schülersprecher der Schule Daria Gengher, Justus Gutmann, Alma-Luna Bierkner und Hassan Alobid begrüßten die rund 400 Gäste zum Neujahrsempfang in der Sternenberghalle. Durch das Programm führte Moderatorin Regina Bruch.

 

Persönlich schnupperte die Radiomoderatorin zuvor in Friesenheim hinein und präsentierte ihre Sicht in kurzen Filmsequenzen. Insgesamt gelte für die Friesenheimer: Sie sind herzlich, unbefangen, kontaktfreudig und auch ernsthaft an der Gestaltung ihres Ortes und am Miteinander interessiert.

Auf der Bühne spielte Pianistin Melanie Bähr hinreißend gefühlvoll und ließ die Gäste entspannt zurücklehnen. Bürgermeister Erik Weide verzichtete bewusst auf eine klassische Neujahrsansprache und präsentierte im Interview mit Bruch Eckdaten zur Entwicklung von Friesenheim. Für ihn sei Friesenheim zu einem Stück Heimat geworden. Kurz umriss er das Jahr 2024, in dem er es „privat krachen ließ“. Gefeiert wurde seine Wiederwahl zum Bürgermeister und außerdem feierte er seinen 50. Geburtstag.

Wünsche für Friesenheim 2025

Von der Moderatorin wurde Weide nach Wünschen für Friesenheim 2025 gefragt – „ausreichende Niederschläge und bei vielen Menschen wünsche ich mir etwas mehr Gelassenheit und auch den Stolz, in einer schönen Gemeinde zu leben.“ Außerdem wünsche er sich in Deutschland, dass der Ruck geschafft werde, das „Ruder nochmal rumzureißen“, einige Gesetze abzuschaffen, um die Bürokratie abzubauen. Dies ist auch erklärter Wunsch einiger Mitglieder im Gemeinderat, die sich auf der Bühne vorstellten.

Mit Charme stellte Chorleiter Jörg Hahn den Männergesangverein Oberweier vor, der sich an diesem Abend ganz besonders mit seiner Liedauswahl in die Herzen jedes einzelnen Gastes gesungen hat.

Gäste in der Halle erhalten Glückskäfer

Ihr 100-Jähriges feiern 2025 sowohl der Musikverein Oberweier als auch der Sportverein Oberschopfheim. Stellvertretend für die Vereine schenkten Rainer Moser (Oberweier) und Frank Baitinger (Oberschopfheim) aus dem Vorstand einen Vorgeschmack auf die Jubiläumsfeierlichkeiten.

Stellvertretend für die Wirtschaft zeigt sich Friesenheim mit viel Frauenpower mit Simone Stöckigt, Geschäftsführerin FS Etiketen, Brigitta Schrempp, Geschäftsführerin von Schrempp EDV und Vizepräsidentin der IHK sowie Julia Berger, Wirtschaftsförderung der Gemeinde Friesenheim. Dass es der Wirtschaft aktuell nicht gut gehe und sich einiges ändern müsse, betonen alle drei. Wieder wurde der Ruf laut nach Bürokratieabbau und verlässlicher Gesetzgebung. Aber auch Eigenverantwortung sei gefragt, was Stöckigt mit dem Begriff: „Arschbacken zusammenkneifen“ beschrieb und hinzufügte: „Wir können das.“

Nicht Stockbrunnenwasser, sondern der Genuss von Friesenheimer Wein, machte den „Pforzheimer Segl“ Rainer Janus in 35 Jahren zum Friesenheimer. Er segnete die Gäste mit den Worten von Dietrich Bonhoeffer „von guten Mächten wunderbar geborgen“.

Bevor es ans Buffet ging, haben Mitglieder des Vereins für Heimatpflege und Brauchtum in ihrer Tracht Glückskäferchen an die Gäste verteilt. Im Anschluss blieb ausreichend Zeit für Gespräche bis in die Nacht.

Investitionen

2024 bezeichnet Bürgermeister Erik Weide als ein „Jahr der Baumaßnahmen“ mit einem Volumen von 15 Millionen Euro: Sanierung Sternenberghalle 5,5 Millionen Euro, Kita Heiligenzell 6,7 Millionen Euro, Pausenhalle Oberschopfheim eine Millionen Euro, Ärztehaus Oberschopfheim 2,5 Millionen Euro, Mobilitätsstationen 500 000 Euro und LED-Beleuchtung 100 000 Euro. 3,7 Millionen Euro bekam die Gemeinde aus dem ELR-Fördertopf. Im Jahr 2025 werden begonnene Maßnahmen fortgesetzt. Baumaßnahmen im höheren zweistelligen Millionenbetrag erfordern Grundschule und der Rechtsanspruch zur Ganztagsgrundschule. Ein heikles Thema ist das Konzept für den Feuerwehrbedarfsplan, wobei der Gemeinderat klare Kante zeigen müsse. „Das Schwimmbädle bleibt erhalten“, betonte Weide. Großes Thema bleibe die Kinderbetreuung und die Schule sowie das Thema Flüchtlinge mit der Schaffung von Wohnraum. Noch bediene sich die Gemeinde an den Rücklagen, die in drei Jahren aufgebraucht sein dürften. Dann rechne Weide mit einem „nicht mehr genehmigungsfähigen Haushalt“.