Rund 122 000 Besucher verzeichnete das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach 2021. Das ist ein Zuwachs von knapp zehn Prozent gegenüber 2020. Foto: Freilichtmuseum Vogtsbauernhof

Gute Nachrichten für das Freilichtmuseum: Der Vogtsbauernhof ist mit weniger Verlust durchs zweite Coronajahr gekommen, als erwartet. Rund 400 .000 Euro Defizit waren jedoch trotzdem zu verzeichnen.

Neuried/Gutach - Verspäteter Start in die Saison, ausbleibende internationale Reisegesellschaften und Corona-Auflagen haben dem Freilichtmuseum Vogtsbauernhof 2021 zu schaffen gemacht. Trotzdem ist die Erleichterung im Rückblick groß: "Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Saisonergebnis", erklärte Margit Langer, Leiterin des Freilichtmuseums, am Dienstagnachmittag. Gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Leiter Thomas Hafen präsentierte sie den Jahresabschluss 2021 des Ortenauer Eigenbetriebs im Kultur- und Bildungsausschuss des Kreistags. Dieser traf sich ausnahmsweise in der Spielstätte des Eurodistrikt-Theaters Baal im Forum am Rhein in Neuried.

Rund 122000 Besucher kommen ins Museum

Mit rund 122. 000 Besuchern verzeichnete das Museum einen Zuwachs von knapp zehn Prozent zum Vorjahr und erreichte damit etwa 55 Prozent des Vor-Corona-Niveaus 2019 (211.000 Besucher). Das Saisonergebnis fiel letztlich mit einem Verlust von 397 500 Euro deutlich besser als erwartet aus. Die Kreisverwaltung hatte – aufgrund der Erfahrung von 2020 (minus 800.000 Euro) – mit einem Defizit von 710.000 Euro gerechnet. Der Vogtsbauernhof sei mit einem "blauen Auge" davongekommen, konstatierte Landrat Frank Scherer im Ausschuss.

Besucherzuwächse von mehr als 70 Prozent gegenüber 2020 verzeichnete das Museum vor allem bei den Gruppen. Aufgrund der noch im Frühjahr vorherrschenden Reise- und Kontaktbeschränkungen gingen zwar im ersten Halbjahr kaum Programm- und Buchungsanfragen für Gruppenbesuche ein, mit Öffnung des Museums sowie weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen ab Juni nahm jedoch die Nachfrage in diesem Bereich stetig zu. Vor allem Schulklassen nutzten die Möglichkeit eines Museumsbesuchs, berichtete Langer. Auch, weil das Freilichtmuseum als erstes im Land ein den Auflagen angepasstes museumspädagogisches Gesamtangebot vorbereitet hatte. So sind 2021 auch die gebuchten museumspädagogischen Programme wie Führungen für Erwachsenen-Gruppen und Lernerlebnisse für Schüler von 152 auf 540 gestiegen.

Internationale Reisegruppen blieben 2021 aus

Nicht kompensieren konnte das Freilichtmuseum 2021 die Besucherverluste im internationalen Reiseverkehr. Die Anteile der ausländischen Gäste blieben mit neun Prozent auf demselben Niveau wie im Vorjahr und machten weiterhin einen Rückgang von mehr als 70 Prozent im Vergleich zu 2019 aus.

Trotz Einschränkungen sei es mit einem stets an die Auflagen angepassten Programm gelungen, "uns als sehr lebendiges Museum zu zeigen", betonte Langer rückblickend. Davon zeigten sich auch die Kreisräte überzeugt und sprachen der Museumsleiterin und ihrem Team Lob und Anerkennung aus.

"Wir haben mit den zur Verfügung stehenden Mitteln 2021 das maximale für die Entwicklung des Museums herausgeholt – mit einem geringeren Defizit als befürchtet", erklärte Finanzdezernentin Jutta Gnädig und sprach sich dafür aus, den Verlust aus dem Kreishaushalt auszugleichen. Der Ausgleich könne durch Verbesserungen im Haushaltsjahr 2022 erfolgen. Die Kreisräte empfahlen dem Kreistag einstimmig, dem Vorschlag zu folgen.

Freilichtmuseum blickt optimistisch auf 2022

Das  Freilichtmuseum blickt optimistisch auf 2022 und geht davon aus, dass sich die Gesamtsituation infolge der Aufhebung zahlreicher Schutzmaßnahmen entspannen und sich damit die Besucherentwicklung positiv verändern wird. Das habe sich bereits in den zurückliegenden acht Wochen seit Saisonstart gezeigt, so Museumsleiterin Margit Langer. Unter anderem seien auch wieder zahlreiche Reisegruppen aus dem Ausland zu Gast gewesen. Langer zeigte sich gegenüber des Kultur- und Bildungsausschuss zuversichtlich, dass sich der Aufwärtstrend von 2021 weiter fortsetzen werde. »Wir gehen davon aus, dass die Besucherzahlen  wieder auf das Niveau von 2019 steigen«, so Finanzdezernentin Jutta Gnädig.