Bei einem Festakt im Meßstetter Rathaus haben die Bürgermeister Frank Schroft und Bertrand Ritouret auf die 40-jährige Städtepartnerschaft zurückgeblickt. Zudem haben sie sich gegenseitig mit mehreren Geschenken und Auszeichnungen überrascht.
Ein starkes Band der Freundschaft eint seit 40 Jahren die beiden Städte Meßstetten und Luynes. Eine Freundschaft, die anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens abermals bekräftigt wurde: Bertrand Ritouret und Frank Schroft – Bürgermeister von Luynes und Meßstetten – haben die Partnerschaft ihrer beiden Städte per Unterschrift unter dem „Certificat de Jumelage“ neu besiegelt. Als Übersetzerin ins Deutsche und Französische war Claudia Haasis vom Tieringer Haus Bittenhalde zugegen.
Ritouret war schon bei der ersten Unterzeichnung 1984 zugegen; damals war er 23 Jahre alt und als Mitglied der Musikkapelle Luynes vor Ort. „Seitdem war ich jährlich bei den Treffen dabei und die Freundschaft zwischen unseren Städten hat sich vervielfacht“, erinnert er sich.
Ritouret: „Den Austausch und gegenseitiges Verständnis fördern“
In dieser Zeit habe es traurige Momente miteinander gegeben – etwa die Beerdigungen von Willi Fischer und Jean Pagès, die Bürgermeister Meßstettens und Luynes, die 1984 erstmals die Städtepartnerschaft per Unterschrift besiegelt hatten. Ein schöner Moment für Ritouret war etwa die Hochzeit von Frank und Ann-Kathrin Schroft im Jahr 2019, bei der er auch zugegen war.
Beim Festakt beteuerte der französische Bürgermeister abermals den Kern der Freundschaft beider Städte: „Wir verpflichten uns, den Austausch und gegenseitiges Verständnis zu fördern; einen Rahmen zu schaffen, damit wir gemeinsam Frieden und Wohlstand erreichen.“
Schroft: „Nur ein geeintes Europa kann dauerhaft Frieden schaffen“
Auch Frank Schroft war es eine große Ehre, die deutschen wie französischen Gäste zu begrüßen und das Band der Freundschaft abermals besiegeln zu dürfen. „In den 40 Jahren ist unsere Freundschaft gewachsen und immer enger und fester geworden“, sagte Schroft in seiner Rede. „Dafür uns weiter mit Herz und Überzeugung zu engagieren ist unsere Verantwortung und Verpflichtung.“
Vor allem im geschichtlichen Kontext sei die deutsch-französische Freundschaft wie auch die Partnerschaft zwischen Meßstetten und Luynes von herausragender Bedeutung: In den vergangenen 400 Jahren hätten beide Länder 23 erbitterte Kriege gegeneinander geführt und das Ende des Zweiten Weltkrieges habe vor allem zu einer Einsicht geführt: Und zwar, „dass nur ein geeintes Europa dauerhaft Frieden schaffen kann.“
Inzwischen, so Schroft, bestünden 4300 Schulpartnerschaften, 300 deutsch-französische Vereinigungen und über 2000 Städtepartnerschaften, in denen die deutsch-französische Freundschaft gelebt wird.
Die Freunde aus Meßstetten und Luynes überraschen einander mit Geschenken
„Bei unseren französischen Freunden können wir viel lernen“, sagte Schroft und nannte als Beispiel die „Eleganz der französischen Diplomatie auch im Alltag“. Bei einer Einladung etwa, die man aber nicht annehmen wolle, ziehe der Deutsche klare Ansagen und sachliche Botschaften vor: „Da kann ich nicht“ oder „Da hab ich schon was vor“. Ein Franzose, meint er, verneine auf elegantere Art: „Oh, c’est difficile“.
Nach der Unterzeichnung der Urkunde hatte Frank Schroft noch eine kleine Überraschung parat: Für ihre besonderen Verdienste um die Stadt Meßstetten verlieh er Bertrand Ritouret, Jean Claude Gasser und Patrick Fortun die Verdienstmedaille in Bronze samt Urkunde sowie eine Collage anlässlich des Festaktes und der 40-jährigen Städtepartnerschaft.
Die französischen Gäste waren angenehm überrascht von den Geschenken – und hatten selbst ein Geschenk für ihre Meßstetter Freunde mitgebracht: einen Reiterplan von Luynes im kleinen Format. Damit hätten sich die Reiter einst in Städten zurechtgefunden, erklärt Ritouret. „Das ist wie eine Nachbildung in 3D, aber genauer.“