Die Bürgermeister Philippe Leonelli und Thomas Geppert (von links) erneuerten die Partnerschafts-Vereinbarung. Foto: Stadt Wolfach

Wolfach und seine französische Partnergemeinde Cavalaire-sur-Mer sind seit 1984 eng miteinander verbunden. Das 40-jährige Bestehen wurde auf französischem Boden mehrere Tage lang gefeiert. Dazu reiste eine 80-köpfige Delegation ins Nachbarland.

Seit vier Jahrzehnten verbindet die Gemeinden Wolfach und Cavalaire-sur-Mer (Südfrankreich) eine enge Städtepartnerschaft. Zu diesem besonderen Anlass reiste unlängst eine rund 80-köpfige Abordnung aus Wolfach ins Nachbarland, um vor Ort mitzufeiern, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Im offiziellen Rahmen erneuerten die beiden Bürgermeister Philippe Leonelli und sein Wolfacher Amtskollege Thomas Geppert dabei auch die 1984 geschlossene Partnerschafts-Vereinbarung.

80-köpfige Delegation aus Wolfach reist an

Große Vorfreude herrschte in der vergangenen Woche bei Teilnehmenden und Organisatoren der Wolfacher Reise an die Côte d’Azur. Viele Teilnehmer waren bereits bei vergangenen Reisen mit dabei und für alle Wolfacher ist der Besuch in der Bucht von St. Tropez immer ein Erlebnis. Bürgermeister Geppert stand an der Spitze der Delegation, der mit Gastfreundschaft begegnet wurde. Die Anreise erfolgte mit Motorrad, Bus, Pkw und Wohnmobil.

Im Mittelpunkt des Treffens standen Feierlichkeiten zu 40 Jahren Städtepartnerschaft. Zum diesem Anlass reiste Gerhard Vetter in Begleitung seiner Frau Marie-Christin, selbst Französin, eigens an. Gerhard Vetter war vor vier Jahrzehnten einer der Mitbegründer der Städtepartnerschaft.

Ebenfalls mit dabei waren Alt-Bürgermeister Gottfried Moser mit seiner Frau Ute, beide pflegten die Freundschaft mit Südfrankreich über viele Jahre hinweg. Als musikalische Botschafter Wolfachs bereicherten sowohl eine Abordnung der Stadtkapelle Wolfach als auch der Bürgerwehr die Delegation.

Nach Ankunft des Busses am Donnerstagmorgen wurden die Wolfacher mit einem typisch französischen Frühstück am Hafen empfangen. Im Laufe des Nachmittags kamen auch die Motorradfahrer in Cavalaire an. Am späten Nachmittag wurde ein kleiner Umzug vom Campingplatz durch die Straßen zum Rathaus abgehalten, musikalisch begleitet von Stadtkapelle und Bürgerwehr.

Als besonderer Blickfang erwiesen sich Bettina Vollmer mit beiden Töchtern in Bollenhut-Tracht sowie Jule Keller in Fürstenberger Tracht, die die Parade mit einem optischen Gruß aus der Schwarzwälder Heimat anführten. Bürgermeister Leonelli lud danach zur offiziellen Feierstunde ins Rathaus ein. In ihren Ansprachen betonten sowohl Leonelli als auch Geppert die besondere historische Bedeutung und Verpflichtung sowohl zwischen den beiden Kommunen als auch zwischen Frankreich und Deutschland. Dass die langjährige Partnerschaft vertrauensvoll und eng geknüpft bleibe, erfülle mit Stolz, äußerten beide Rathauschefs.

Neue Wappen-Stelen und ein „Bollenhut-Mädle“

Als offizielles Zeichen der Verbundenheit erneuerten die Gemeindevertreter die Partnerschafts-Vereinbarung. Bei dieser Feierstunde wurden eigens für das Jubiläum neu kreierte Wappen-Stelen mit Seestern und Wolfsangel von den Cavalairer Freunden überreicht. Mit im Gepäck hatte die Wolfacher Delegation unter anderem ein circa 1,75 Meter großes, bemaltes „Bollenhut-Mädle“ aus Cortenstahl. Nach der Feierstunde wurde die ganze Reisegruppe mit Rosé und lokalen Spezialitäten bewirtet. Alle Wolfacher Teilnehmer hatten auch persönliche Gastgeschenke erhalten. Am Freitag durften die Gäste erneut kulinarische Gastfreundschaft beim gemeinsamen Mittagsessen in der „Villa Provençal“ genießen, ehe am Abend der Besuch einer Kabarett-Show im „Salle des Fêtes“ auf dem Programm stand.

Am Samstag hatten die Cavalairer für die Feierlichkeiten einen kleinen Festbereich mit mehreren Verpflegungsständen auf dem Rathausplatz aufgebaut. Bei Sonnenschein gab die Abordnung der Wolfacher Stadtkapelle zwei Konzerte, ebenso sorgte die Bürgerwehr Wolfach mit einem Aufmarsch für Unterhaltung. Mit Livemusik, partnerschaftlichen Gesprächen und Tanz wurde bis spät in die Nacht gefeiert. Die Abordnungen von Stadtkapelle und Bürgerwehr Wolfach unterhielten musikalisch.

Da in den Vorjahren bei der Rückfahrt sonntagmorgens immer wieder erhebliche Probleme mit Staus auftraten, war die Abfahrt des Busses erstmals auf den späteren Sonntagnachmittag gelegt worden. So konnten die Wolfacher auch am Sonntag vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in Cavalaire genießen oder nutzten die Gelegenheit zum Strandbesuch.

Heimfahrt und Zukunft

Nach einer angenehmen Rückfahrt traf der Bus am Montagmorgen wieder in Wolfach ein. Bis Montagabend waren auch alle Motorradfahrer ̈wohlbehalten in der Heimat angekommen. 2025 werden voraussichtlich die Freunde aus Cavalaire-sur-Mer wieder in Wolfach zu Gast sein, um im heimischen Schwarzwald das Jubiläum der Städtepartnerschaft aufs Neue gebührend, dann allerdings auf deutschem Boden, zu feiern.