Das Kletterzentrum in Degerloch Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Ein 40 Jahre alter Mann ist in der Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins in Degerloch rund 14 Meter in die Tiefe gestürzt.

Ein 40 Jahre alter Mann hat sich am Dienstagabend beim Absturz im Kletterzentrum Stuttgart des Deutschen Alpenvereins (DAV) tödliche Verletzungen zugezogen. Ersten Ermittlungen zufolge kletterte der 40-Jährige gegen 21.20 Uhr in der Halle an einer Kletterwand und war dabei mit einem Seil gesichert. Aus unbekannten Gründen stürzte er dann etwa 14 Meter in die Tiefe und zog sich tödliche Verletzungen zu. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Maximale Kletterhöhe beträgt 16 Meter

Das Seilklettern ist in dem im Jahr 2005 eröffneten Kletterzentrum am Friedrich-Strobel-Weg in Degerloch laut der Internetseite des Betreibers auf 400 verschiedenen Routen in allen Schwierigkeitsgraden und bis zu einer Höhe von 16 Metern möglich – allerdings nur mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung. Die Alpenvereinssektionen Stuttgart und Schwaben bieten spezielle Kurse an, in denen das Sichern erlernt werden kann. Ohne Vorkenntnisse könne nur der Boulderbereich genutzt werden. Dort klettert man in Absprunghöhe über dicken Weichbodenmatten.

Restrisiko beim Klettern besteht immer

Das Team des Kletterzentrums äußerte sich tief betroffen über den tödlichen Unfall. „Und ist in Kontakt mit allen Betroffenen“, sagt Betriebsleiter Tobias Hauser. Der DAV würde die Ermittlungen der Kriminalpolizei unterstützen und begleiten. „Nach ersten Erkenntnissen liegt kein technisches Versagen vor. Die Kletterwände entsprechen den DIN-Normen und im Rahmen unseres Anlagenmanagements führen wir standardmäßig regelmäßige Wartungen durch“, so Hauser.

„Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen gibt es beim Klettern immer ein Restrisiko, vor allem was die Anwendung von Seilsicherungstechniken durch die Nutzerinnen und Nutzer betrifft“, sagt der erfahrene Bergsteiger. Die Unfallzahlen im Klettersport seien sehr niedrig, so auch im DAV Kletterzentrum Stuttgart. Jeder Unfall werde aber zum Anlass genommen, sämtliche Sicherheitsvorkehrungen kritisch zu hinterfragen, um nötigenfalls Anpassungen vorzunehmen. „Den Angehörigen des Verunfallten spricht das DAV Kletterzentrum sein tiefes Mitgefühl aus.“