Mit Magnitude 4,1 soll das Erdbeben am Samstagmittag das stärkste in Deutschland seit acht Jahren gewesen sein. Foto: klee048/ Shutterstock

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen hat am Samstagmittagim Zollernalbkreis die Erde gebebt - so stark wie seit Jahren nicht mehr.

Hechingen/Bisingen - Das Beben am Himberg bei Jungingen am Donnerstag war nur ein schwächerer Vorbote gewesen: Um 13.47 Uhr entlud sich am Samstag zwischen Weilheim (Hechingen) und Wessingen (Bisingen) tektonische Spannung in der Erdkruste.

Das Landesamt für Geologie in Freiburg meldete eine lokale Magnitude von 4,1 auf der Richter-Skala. Das stuft dieses jüngste in einer ganzen Reihe von Erdbeben in diesem Jahr im Zollernalbkreis als "mäßig stark" ein.

Das Epizentrum des Bebens lag laut Landesamt im Gewann Hessenbol nordwestlich des Sportgeländes des FC Wessingen, östlich des Grosselfinger Lindenhofs. Das Erdbeben ereignete sich in rund zehn Kilometern Tiefe unter der Erdoberfläche.

Viele Hinweise in Social Media

Gerappelt hat es ganz ordentlich, wie eine Vielzahl von Fragen und Hinweisen bei Polizei und in Social-Media-Kanälen belegt: Ein Hörbuch-Produzent im nahen Hechingen schrieb bei Twitter, seine Computer-Monitore hätten "ordentlich gewackelt". Und aus Tübingen wurde von Knallgeräuschen, vibrierenden Scheiben an Bushaltestellen und einem Gefühl berichtet, "als ob eine U-Bahn unter einem hindurchfährt".

Das Beben sei "deutlich spürbar im Umkreis von etwa 50 Kilometern" gewesen, hält das geologische Landesamt fest. Doch auch darüber hinaus, in ganz Baden-Württemberg, dem Elsass und der Schweiz, melden Menschen, den Erdstoß wahrgenommen zu haben. Selbst aus dem fernen Augsburg schreibt eine Frau, ihr seien Bücher aus dem Regal ihrer Obergeschosswohnung gefallen.

Riss in der Bundesstraße 32 bestand schon vorher

Von Schäden in der betroffenen Region wurde am Wochenende indes nichts bekannt. Ein Riss in der Bundesstraße 32 in Schlatt, auf den die Polizei nach dem Beben hingewiesen worden ist, bestand laut Anwohnern bereits seit rund einer Woche.

Mit 4,1 soll das jüngste Beben das stärkste in Deutschland seit acht Jahren gewesen sein. Ob das jetzt bereits der Höhepunkt im Kreis gewesen ist oder nach 44 Jahren ein weiteres Naturereignis wie in Albstadt 1978 bevorsteht? Die Menschen am Albrand sind jetzt jedenfalls vorgewarnt.
 

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