Die Gemeinde hat ein Auge auf die Nager, die schnell zur Plage werden können. So stehen 35 000 Euro zur Schädlingsbekämpfung in diesem Jahr zur Verfügung.
Ratten gehören nicht zu den beliebtesten Tieren in freier Wildbahn. Wer sie im Vorgarten, Keller, auf dem Kompost oder an den Mülleimern vermutet oder entdeckt, gerät nicht gerade in Verzücken. Schnell ist von einer Plage die Rede – und die Angst vor zu vielen Ratten, die schließlich ein hohes Maß an Krankheitserregern mit sich tragen, keimt auf. Auch die Gemeinde Friesenheim ist nicht frei von den Tieren. Die Gemeinde geht jedoch entschieden über einen Fachbetrieb gegen die Ratten vor. Die Leistungen zur Schädlingsbekämpfung werden regelmäßig ausgeschrieben und stehen in diesem Jahr mit einem Betrag von 35 000 Euro im Haushaltsplan.
Zur Bekämpfung der Ratten werden Köderboxen ausgesetzt, die alle zwei Wochen kontrolliert und eventuell an andere Standorte umgesetzt werden. Die Köderboxen dienen auch der Überwachung und Dokumentation, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion aus dem Rathaus. Eine Software zeichne auf, ob und wie oft eine Köderbox von Ratten aufgesucht wurde. Frei zugängliche Köder würden bereits seit vielen Jahren nicht mehr ausgelegt – diese sind verboten. Durch die gezielte Vorgehensweise werde vermieden, dass andere Tiere durch das Gift gefährdet werden.
Komplett ausrotten lässt sich die Ratte nicht
Eine Erfolgskontrolle der jeweiligen Maßnahmen sei über das Monitoring gegeben. Dennoch müsse klar sein, dass sich die Population der Ratten nicht ausrotten lasse. Nur eine Reduzierung der Bestände ließe sich über die gezielten Maßnahmen erreichen, macht die Verwaltung deutlich.
Kilometerweit verzweigt ist das Kanalsystem der Gemeinde Friesenheim. Seit Tausenden von Jahren gehören die Ratten zum Lebenskreis des Menschen. Umso wichtiger seien einfache Maßnahmen, die sich von Privatleuten und Hauseigentümern praktizieren ließen. Essensreste sollten in der grauen Tonne ausschließlich im Beutel entsorgt werden. Keinesfalls dürften Essensreste über die Toilette in die Kanalisation gelangen – das ist sogar gesetzlich verboten (siehe Info). Dosen und Verpackungen, die in Gelben Säcken entsorgt werden, sollten vorher gespült werden. Ein engmaschiges Gitter schütze zudem Kompostanlagen, da diese gemeinhin eine Futterquelle für Ratten darstellten. Wem Ratten verstärkt auffallen, dürfe sich jederzeit an die Gemeinde Friesenheim wenden. Nur so ließen sich weitere Maßnahmen überprüfen. Wer selbst Ratten auf seinem Gelände bekämpfen will, müsse sich an die Biozid-Verordnung und das Infektionsschutzgesetz halten, erklärt die Verwaltung.
Nutrias richten Schaden an Deichen an
Tatsächlich lässt sich die Gemeinde Friesenheim die Bekämpfung der Ratten jährlich eine stattliche Summe von 35 000 Euro kosten. In die Kategorie der Ratten gehören auch die Nutrias. Meist sind diese Tiere an den Bächen oder der Schutter zu sehen. Nutrias sind jedoch um ein Vielfaches größer und schwerer als die herkömmliche Ratte. Schaden richten sie nur an Wasserläufen, Wegen oder Deichen an. Für den Menschen stellten sie keine Gefahr dar. Nutrias gelten auch nicht als Krankheitsüberträger. Die Nutrias können bejagt werden. Dafür greife das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz. So werden Nutrias über Fallen oder Schrotgabe gejagt.
Runterspülen verboten
Die Abwassersatzung verbietet laut Paragraf 6 (2), das Entsorgen von Küchenabfällen über die Toilette. „Insbesondere sind ausgeschlossen: Stoffe –auch im zerkleinerten Zustand –, die zu Ablagerungen oder Verstopfungen in den öffentlichen Abwasseranlagen führen können (zum Beispiel Kehricht, Schutt, Asche, Zellstoffe, Mist, Schlamm, Sand, Glas, Kunststoffe, Textilien, Küchenabfälle, Schlachtabfälle, Haut-und Lederabfälle, Tierkörper, Panseninhalt, Schlempe, Trub, Trester und hefehaltige Rückstände).“