Mit dem Abschluss eines Gesamtkreditvertrags über 340 Millionen Euro hat der Ortenaukreis den Weg für die Finanzierung der Klinikreform Agenda 2030 frei gemacht. Um die Kooperation der Vertragspartner zu unterstreichen, sind Landrat Frank Scherer und Vertreter aller beteiligten Banken am Mittwoch zusammengekommen.
An dem Banken-Konsortium sind die Sparkasse Offenburg/Ortenau, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sowie die Deutsche Kreditbank (DKB) beteiligt, teilt das Landratamt mit. Bei dem Termin am Mittwoch in Offenburg wurden abschließende Details besprochen, teilt das Ortenau-Klinikum mit.
„Der Gesamtkreditvertrag ist ein weiterer Meilenstein bei der Umsetzung unseres Zukunftskonzepts und die Unterzeichnung zugleich ein historisches Ereignis. Die Kreditaufnahme sichert die Finanzierung des größten Investitionsvorhabens in der 50-jährigen Geschichte des Ortenaukreises. Damit schaffen wir finanzielle Planungssicherheit für die Klinikneubauten“, freute sich Landrat Frank Scherer.
Der Landrat verwies darauf, dass die Weiterentwicklung der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung zügig vorangehe. Alle Projekte seien voll im Plan. Für den Klinikneubau in Achern liege bereits die Baugenehmigung vor. Der erste Spatenstich sei im September dieses Jahres geplant.
Der Kreistag hatte dem Abschluss am 25. April zugestimmt. Der Vertag mit einer Laufzeit über 30 Jahre sieht die Auszahlung von Krediten in den Jahren 2023 bis 2026 vor. Nach zehn Jahren besteht für den Kreis die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen und von einer dann eventuell günstigeren Zinssituation zu profitieren.
Klinikum und Kreis müssen insgesamt 517 Millionen Euro tragen
„Es ist in einer finanziell turbulenten Zeit unser klares Bekenntnis für eine zukunftssichere Gesundheitsversorgung in der Region“, betonte Jürgen Riexinger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Offenburg/Ortenau.
Johannes Zimmermann, Leiter des DKB-Standorts in Stuttgart, ergänzte: „Die letzten Jahre haben gezeigt, wie unabdingbar eine verlässliche Gesundheitsversorgung in Stadt und Land ist. Umso wichtiger sind Vorzeigeprojekte wie die Klinikneubauten in der Ortenau, bei denen alle Beteiligten an einem Strang ziehen und so die Gesundheitsversorgung der Zukunft sichern.“
Mit der Kreditaufnahme finanziert der Kreis einen Teil der vom ihm zu tragenden Kosten für die Agenda 2030. Nach einem 2022 vom Kreistag aktualisierten Finanzierungskonzept tragen Kreis und Ortenau-Klinikum rund 517 Millionen Euro der Finanzierungssumme. Außerdem wird entsprechend der Zusage von Landesgesundheitsminister Manne Lucha davon ausgegangen, dass das Land 60 Prozent der förderfähigen Kosten im Rahmen seiner Investitionsförderung übernimmt.