Wenn ein Elferrat dreimal elf Jahre alt wird – die magische Zahl Elf gehört zur Fasnacht – dann darf das Fest auch mal richtig groß ausfallen.
Für dieses Jubiläum schuf am vergangenen Samstag der Elferrat Aitern rund um die Halle das Narrendorf, mit Essensständen, Zelten und einer großen Bar. Alle Aiterner Vereine halfen bei dem gut besuchten Event mit, das acht Guggemusiken mit ihren herrlich schrägen Klängen rhythmisch mit närrischem Leben erfüllten. Die Aiterner Feuerwehr organisierte das Parken beim Schönauer Schwimmbad und die Straßensperrung bei der Halle. Ein Bus-Shuttle und Extrabusse von und nach Todtnau brachten Besucher und Akteure zum Veranstaltungsort.
Für die Vereinsvorsitzenden bot der eigens veranstaltete Zunftmeisterempfang einen würdigen Rahmen, dem Elferrat zu gratulieren. Ehrenvorsitzender Ludwig Becker - 16 Jahre war er Vereinsvorsitzender gewesen - erläuterte in seiner Rede, dass 1993 der Elferrat als eingetragener Verein gegründet wurde. Als „wilde Huufe“ habe es ihn allerdings schon seit 1949 gegeben. Seit diesem Zeitpunkt sei man ein reiner Männerverein. In den Ort bringe sich der Verein unter anderem mit dem Pflegen des Kurparks ein. Hauptaufgabe sei das Veranstalten der traditionellen Fasnacht in Aitern mit Schlüsselübergabe, Hemdglunki- und Kinderumzug sowie einem Preismaskenball und zum Schluss der fünften Jahreszeit die Fasnachtsverbrennung. Jedes Jahr werde ein Wagen für den Schönauer Rosenmontagsumzug gebaut. Gerne besuche man auch andere Fasnachtsvereine. „Wir alle leben vom gegenseitigen Besuchen.“ Becker hob die Vereinsfreundschaft mit den Chaibeloch-Lärtschi aus Schönenberg, denen man immer gerne beim Vatertagsfest helfe, hervor.
Bürgermeister Manfred Knobel unterstrich in seinen Dankesworten, dass ohne die örtlichen Vereine ein solches Fest mit bis zu 140 Helfern nicht möglich wäre. „Zämmehebe“ und „Zsämmeschaffe“ mache Aitern aus.
Der hochrangige närrische Gratulant Alwin Staiger, Präsident der europäischen Narrenvereinigung – Staiger ist in der durch den Narrensprung bekannten Stadt Rottweil geboren, überreichte dem Vorsitzenden Jürgen Schober anlässlich des Jubiläums eine Urkunde. Zudem dekorierte er Schober und den Ehrenvorsitzenden Becker mit einem Reversorden.
Insbesondere die Zünfte aus der Nachbarschaft überbrachten Grußworte, darunter Severin Lais von der Utzenfelder Narrenzunft, Julian Seckinger von der Narrenzunft Schönau, Patrick Stiegeler von der Narrenclique Utzenfloo und Christian Held von den befreundeten Chaibeloch-Lärtschi aus Schönenberg.
Die fasnächtliche Stimmung war auf dem ganzen Gelände bis 3.11 Uhr erlebbar. Ob in der Halle oder auf dem Festgelände, neben Glühwein heizten vor allem die Klänge der für die alemannische Fasnet so typischen Guggemusiken an den verschiedensten Orten dem Publikum gegen die winterliche Kälte ein. Zu diesem Bild gehörten die Chaibeloch-Lärtschi Schönenberg, die Bergteufel Wieden, der Fanfarenzug Schönau, die Guggemusik Nodedaig-Chnädder Kandern, die Guggemusik Waieblätzer Dossenbach, die Neonröhrer St.Blasien, Gugge-Dubel-Bernau und die Todtnauer Zundelmacher. Weitere Musik gab es von den Colorados und DJ Fussi.