Es steht gut um Kippenheims Betreuung: Für jedes Kind gibt es einen Platz. Laut Bürgermeister befinde sich die Gemeinde in der komfortabelsten Lage seit 20 Jahren.
Für zwei Wochen soll in diesem Jahr eine Sommerferienbetreuung für die Kinder der beiden Kippenheimer Grundschulen angeboten werden. Bereits im Januar hatte der Gemeinderat in seiner ersten Sitzung des Jahres die Ergebnisse der Bedarfsplanung für die Sommerferienbetreuung besprochen – und darum gebangt, ob es gelingen würde, genügend Personal für die Betreuung anzuwerben.
Von 226 Kindern haben in der ersten Woche 29 Betreuungsbedarf angemeldet, in der zweiten nur 18. Eine überschaubare Anzahl, wie Hauptamtsleiterin Sina Schultheiß am Montagabend dem Gemeinderat erklärte. „Konkret ergibt sich hier für die erste Woche ein Bedarf von rund 30 Prozent der Schüler der beiden Grundschulen, für die zweite nur acht Prozent“, so Schultheiß. Konkret werde nun in den ersten zwei Wochen der Sommerferien eine Ferienbetreuung für die Grundschulkinder angeboten. Dieses Angebot findet an der Grundschule in Kippenheim statt.
Bürgermeister Matthias Gutbrod erinnerte an die Bedenken, die die Verwaltung Anfang des Jahres noch hatte, ob der Personalbedarf für das Vorhaben erreicht werden könne. „In den vergangenen Monaten haben wir intensiv um Personal geworben und nun vier Kräfte gewinnen können“, freute sich Gutbrod und führte weiter aus, dass die Gemeinde plane, das Angebot im nächsten Jahr auszuweiten. Das Angebot ergibt sich aus dem Recht auf Ganztagsbetreuung, das im Jahr 2021 eingeführt wurde. Die Hauptamtsleiterin erläuterte, dass ab dem 1. August 2026 der Start des Rechtsanspruchs zunächst für Erstklässler bestünde. Dann folge eine schrittweise Ausweitung auf die Klassen eins bis vier.
Lange war unklar, ob es ein Ferienprogramm gibt
Auch im Bereich der Kindergärten steht es gut um die Gemeinde, berichtete Bürgermeister Gutbrod. Für über dreijährige Kinder stehen in den Kindergärten in Kippenheim und Schmieheim insgesamt 203 Plätze zur Verfügung. Zum 1. März in diesem Jahr waren davon 196 Plätze belegt. Würde erhöhter Bedarf bestehen, führte Schultheiß aus, könnten diese Plätze noch um 20 weitere ergänzt werden. Im Bereich der unter Dreijährigen waren zum 1. März von möglichen 52 Plätzen insgesamt 39 belegt.
In dieser Zahl sind zehn Plätze in altersgemischten Gruppen vorhanden, die bei Bedarf auch für 20 Ü3-Kinder genutzt werden könnten – dies wird laut Schultheiß aber wohl nicht nötig sein. „Wir stehen mit der Situation und der Platzvergabe insgesamt sehr gut da.“ Gutbrod ergänzte, dass sich die Gemeinde in der wohl komfortabelsten Situation der vergangenen 20 Jahre befinde. Den 34 Eltern, die für das Kindergartenjahr 2026/27 einen Bedarf über das 2023 eingeführte Vormerksystem angemeldet hatten, konnten allesamt Zusagen für einen der drei von ihnen angegebenen Wunschplätze erteilt werden. 31 von ihnen erhielten sogar die Zusage für ihre Priorität eins – das bedeutet, dass das angemeldete Kind sowohl in der gewünschten Einrichtung unterkommt als auch das gewünschte Betreuungsangebot erhalten wird.
Gemeinde hat viel Geld in die Betreuung gesteckt
Die Gemeinde hatte in den vergangenen Jahren viel Geld in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert, so die Hauptamtsleiterin. Nun könne man in beiden Altersgruppen eine gute Versorgungsquote vorweisen. Tatsächlich komme Kippenheim sogar auf eine Betreuungsquote von 101 Prozent. Zum Vergleich kommt das Land Baden-Württemberg im Bereich der über dreijährigen Kinder im Jahr 2025 auf rund 93 Prozent. Bürgermeister Gutbrod erinnerte an die vergangenen Jahre: „Wir waren immer eng auf Kante genäht, wir hatten nie so viel Puffer bei der Platzvergabe“, jetzt sei es ganz anders, „darauf können wir sehr stolz sein.“
Auch die in Nachverdichtung in den nächsten Jahren wird laut ihm kein Problem darstellen. Hier führte er vor allem das Baugebiet Herrschaftswald in Schmieheim an. Dort sind bis zu 15 Wohneinheiten geplant, einige befinden sich bereits im Bau. Auch Kippenheim wird laut Gutbrod um 50 bis 60 Wohneinheiten erweitert. „Es stellt sich natürlich die Frage, was wir mit den überschüssigen Plätzen tun“, so Gutbrod, und weiter: „Der Personalschlüssel bleibt der gleiche, und die Kosten verändern sich nicht für uns.“ Ratsmitglied Matthias Stulz fügte an, dass die Möglichkeit bestünde, an umliegende Gemeinden Plätze abzutreten, wenn der gemeindliche Überschuss an Plätzen trotz der kommenden Nachverdichtung weiterhin bestehen würde.