Das Organisationskomitee für das Ortsjubiläum Herzogenweiler ist zuversichtlich, den Gästen aus Nah und Fern ein tolles Dorffest bieten zu können (vordere Reihe von links): Frank Raab, Angelika Thoma, Claudia Neininger, Elias Neininger, (hintere Reihen von links): Max Meder, Susanne Schwörer, David Lienhard, Elke Rösch, Heiko Thoma, Andreas Neininger, Wolfgang Meder, Daniel Hesenius und Matthias Lienhard. Foto: Zimmermann

300 Jahre Glasmacherdorf feiert Herzogenweiler vom 30. Juli bis 1. August im Rahmen des 50-Jährigen Städtejubiläums und hofft auf mehr Gäste als der Ort Einwohner hat.

VS-Herzogenweiler - Vor einem Jahr hätte es schon stattfinden sollen, wenn das Wörtchen "wenn" nicht gewesen wäre.

 

Die Organisatoren von der Ortsverwaltung, der Feuerwehr, der Glaserzunft und den Landfrauen Pfaffenweiler/Herzogenweiler fühlen sich mittlerweile gut aufgestellt. "Es müsste eigentlich klappen, erklärte Ortsvorsteher Andreas Neininger. Vom 30. Juli bis 1. August sind für den Festbetrieb die Glaserstraße, der Floriweg, der Hüttenweg und Am Kühlhaus in Teilabschnitten für den Verkehr gesperrt.

Wiedergeburt eines Ortes

Gefeiert wird sozusagen die Wiedergeburt eines Orts, der 1208 von den Zähringern in westlicher Richtung vom heutigen Ortskern gegründet wurde – diese Ersterwähnung wurde 2008 auch gebührend gefeiert – und im 15. Jahrhundert zur Wüstung wurde, weil die Bewohner nach Vöhrenbach abwanderten. Einzig der Herzogenweiler Hof, der heutige Glaserhof am heutigen Ortseingang, blieb übrig. Dieses Gut gehörte dem Kloster Salem und wurde 1480 an die Fürstenberger verkauft. Dieser Glaserhof wurde zum Ausgangspunkt für die Neubesiedlung von Herzogenweiler durch Glasmacher aus Altglashütten. Es wurde ein Vertrag geschlossen zwischen dem Fürsten Josef Wilhelm Ernst und den sechs Glasern Johann Georg Mahler, seinem Bruder Philip Mahler, Peter Sigwart, Michael Eggmann, Balthasar Krieger und Christian Steinhard, datiert vom 31. Oktober 1721.

Handwerker profitieren

In den kommenden rund 160 Jahren profitierten rund 40 Handwerker mit ihren Familien von der Arbeit und dem Umfeld des Glasproduktion. Für die damalige Zeit war es HighTec in der Industriegeschichte Badens. Man war auf der Höhe der Zeit. Die Produktion blieb nur zu einem Drittel im Land, sie ging ins württembergische Ausland, in die Schweiz und sogar nach Übersee.

Einhergehend mit der Revolution von 1848 brachen die Märkte für die vor Ort hergestellten Produkte ein. Mit der industriellen Revolution und der damit verbundenen günstigeren Herstellung von Glaswaren aller Art als Massenprodukte war ab 1880 die Zeit der kleinteiligen Handwerksproduktion zu Ende.

Das Programm

Die Organisatoren haben ein vielseitiges Programm zusammengestellt. Hier der Überblick: Samstag, 30. Juli, 16 Uhr: Festeröffnung und Fassanstich durch OB Jürgen Roth, 20 Uhr: Musikalischer Comedyabend mit Los Ä Mol, Total Verkehrt & Bayrischer Blechtrommler. Sonntag, 31. Juli, 10 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst auf dem Dorfplatz mit Pfarrer Dominik Feigenbutz und Pfarrerin Bettina von Kienle, 11.30 Uhr: Frühschoppen mit der Musikkapelle Tannheim, 14/16/18 Uhr: Villinger Puppenbühne mit Dieter Sirringhaus, 15 Uhr: Vortrag zur Glasmachergeschichte im Saal des Gasthofs Ritter von Edgar Tritschler zum Thema "Herzogenweiler im Jahre 1741 – Quantensprung mit erstem Wagentransport", ganztägig: musikalische Unterhaltung, außerdem Striebele und Apfelküchle in der Restauration Zur Schönen Aussicht, Eiswagen vom Vogtshof Tannheim, Oldtimerwiese für alle Arten älterer Fahrzeuge, Ausstellung von Exponaten aus der Glasmacherzeit um 1721 im Rathaussaal, Fotoschau über die Geschichte und Geschichten von Herzogenweiler im Rathaus, erstes Obergeschoss. Montag, 1. August: 15 Uhr: Familientag mit Kaffee und Kuchen, 17 Uhr: Villinger Puppenbühne mit Dieter Sirringhaus, Handwerkervesper mit musikalischer Unterhaltung mit den BregBrassBuebe.