Der Tageselternverein Landkreis Freudenstadt wurde vor 30 Jahren gegründet. Das wurde am Wochenende gefeiert.
Mit einem Festakt feierte der Tageselternverein (TEV) Landkreis Freudenstadt am Wochenende im Kurhaus sein 30-jähriges Bestehen. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um den TEV zu würdigen.
Musikalische Glückwünsche zum Jubiläum überbrachten zwei Schülerinnen der Musikschule Freudenstadt: Jara Valentina Müller gratulierte mit zarten Harfetönen, Amina Blumenröhr setzte Akzente mit flotten Weisen auf dem Klavier.
Auf die Bedeutung des TEV für den Landkreis Freudenstadt wies Vorsitzender Thomas Staubitzer in seiner Begrüßung hin. Oberbürgermeister Adrian Sonder unterstrich in seinem Grußwort die wichtige Rolle der Kindertagespflege. Kinder bräuchten Verlässlichkeit, Klarheit und Sicherheit. Die Angebote des TEV ermöglichten nicht nur eine bestmögliche Förderung der Kinder, sondern auch die gleichberechtigte Teilhabe von Müttern und Vätern am Berufsleben.
Fundament für gelingende kindliche Entwicklungen
Herzlich bedankte sich auch Landrat Andreas Junt bei allen Tagespflegepersonen für deren wertvolle Arbeit, die das Fundament für gelingende kindliche Entwicklungen bilde.
Konkrete Zahlen brachte Staatssekretär Volker Schebesta (CDU) mit: Aktuell werden im Kreis Freudenstadt mehr als 700 Kinder in der Tagespflege betreut.
Es folgten wechselnd besetzte Diskussionsrunden, moderiert von Staubitzer. Zwei „abgebende Elternteile“ würdigten dabei die Rolle der Tagespflege. Elisabeth Brix, Gründungsmitglied des TEV, bezeichnete Tagespflege rückblickend als großes Lebensgeschenk. In den 1990er-Jahren sei es nur hierdurch möglich gewesen, ihre Kinder gut versorgt zu wissen und gleichzeitig berufstätig zu bleiben – bei damaligen Kindergartenöffnungszeiten von 8 bis 12 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr wäre selbst eine Halbtagsstelle kaum realisierbar gewesen.
Zeitliche Flexibilität
Dass Tagespflege auch heute unverzichtbar ist, unterstrich Corina Fritsch. Ihre beiden Kinder fühlten sich in der Tagespflege „wunderbar wohl“, sie sei hierdurch zeitlich flexibler und könne sich beruflich voll einbringen. Auch für Paul Huber, langjähriger geschäftsführender Vorstand des TEV, ist der Verein ein unverzichtbarer Meilenstein. Huber, dem in den Grußworten Erfahrung und Leidenschaft attestiert wurde, kümmert sich als Vereinsmanager um die administrativen Aufgaben des Vereins und unterstützt die Tagespflegepersonen in ihrem Berufsalltag.
Als erfahrene Tagesmutter bedankte sich Sabine Fritz für die große Unterstützung des TEV. Verbesserungsbedarf sehe sie lediglich bei der Regelung der Verlässlichkeit in – glücklicherweise seltenen – Vertretungssituationen. Heike Wendrich schilderte ihre ursprüngliche Motivation für die Tätigkeit als Tagesmutter: Aufgrund des Altersunterschieds von elf Jahren zwischen ihren beiden Kindern habe sie verhindern wollen, dass das jüngere als Einzelkind aufwachse.
Unverzichtbarer Baustein in der Betreuungslandschaft
Angelika Klingler, Leiterin des Jugendamts, würdigte die Kindertagespflege als unverzichtbaren Baustein in der Betreuungslandschaft: „Wenn es sie nicht schon gäbe, müsste man sie schnell erfinden.“ Als Fachberaterin des TEV informierte Melanie Pontiero über die individuelle und partnerschaftliche Begleitung der Kinder und Eltern.
Christine Jerabek unterstrich als Vorsitzende des Landesverbands Kindertagespflege den Anspruch der Tagespflegepersonen auf die Entlohnung der Vor-, Nachbereitungs- und Eingewöhnungszeit, Grundlage hierfür sei der Orientierungsplan.
Auch CDU-Politikerin Katrin Schindele würdigte die Bedeutung der Kindertagespflege, die parteiübergreifend ein gut verankertes Thema im Landtag sei.