Bunt ging es bei den Feierlichkeiten zum Partnerschaftsjubiläum der Stadt Nagold in Jesenice zu. Foto: Uwe Priestersbach

Die 30-jährige Städtepartnerschaft zwischen Nagold und Jesenice wird an diesem Wochenende gefeiert und bekräftigt. Aktuell ist dazu eine große Nagolder Gruppe in der slowenischen Stadt zu Gast.

Seit Donnerstag weilt die fast 100-köpfige Abordnung aus Nagold in der slowenischen Partnerstadt, um die Beziehungen weiter zu vertiefen und das Jubiläum gebührend zu feiern.

 

Nach einer gut zehnstündigen Busfahrt wurde der Delegation aus Nagold praktisch der rote Teppich ausgerollt und ein total herzlicher Empfang bereitet.

„Das war fast schon ein Staatsempfang“, staunte Oberbürgermeister Jürgen Großmann, nachdem die Musikschüler aus Jesenice nicht nur die deutsche und die slowenische Nationalhymne, sondern auch noch die Europahymne gespielt hatten.

OB Großmann erwartet auch neue Impulse

So habe man bereits in den „ersten Sekunden gespürt, wie herzlich wir willkommen sind und welche Bedeutung die Städtepartnerschaft in Jesenice hat“, betonte Nagolds OB.

Bei dieser Gelegenheit unterstrich der OB ebenfalls, dass „wir an diesem Wochenende dankbar zurückschauen – und noch viele Möglichkeiten haben, die Partnerschaft in Zukunft auszubauen“. So würden die Jubiläumsfeiern sicher neue Impulse für die künftige Zusammenarbeit auslösen, zeigte sich Jürgen Großmann überzeugt.

Zuvor hatte Bürgermeister Peter Bohinec in seiner Begrüßung deutlich gemacht, dass man sich „bei den Besuchen in Nagold immer wieder zu Hause fühlt“ – und dass man hoffe, dass es den Gästen aus Nagold an diesem Wochenende ebenso geht. „Wir leben diese Freundschaft aus vollen Herzen“, zeigte sich der Bürgermeister sicher, dass vor allem die Partnerschaften der Vereine aus Nagold und Jesenice ein großer Gewinn für beide Seiten seien.

Freunde erkennt man in der Not

Außerdem erkenne man Freunde vor allem im Unglück – und in diesem Zusammenhang erinnerte Peter Bohinec an die Hochwasserkatastrophe im vergangenen August – und „die schlimmste Woche, die wir je hatten“. Denn durch die starken Regenfälle kam auch ein Hang oberhalb des Ortsteils Koroska Bela ins Rutschen, so dass die Bewohner an drei Nächten evakuiert werden mussten.

Und so kam aus Nagold finanzielle Unterstützung für das installierte Überwachungssystem, mit dem der Hang Tag und Nacht beobachtet werden kann. Von diesen Maßnahmen machte sich ein Teil der Nagolder Delegation vor Ort ein Bild – und OB Großmann wusste: „Die Gefahr ist nach wie vor latent vorhanden“.

Gute Basis der Partnerschaft

Zu Besuch in Slowenien sind an diesem Wochenende Teilnehmer aus der Nagolder Musikschule, der Stadtkapelle, des Fotoclubs, der Feuerwehr, der Annemarie-Lindner-Schule, der Radsportgruppe und aus Partnerschaftskomitee, Gemeinderat und Stadtverwaltung. Gerade die bereits langjährige Zusammenarbeit von Musikschule und Fotoclub bildet eine gute Basis der Partnerschaft – und ebenso die Kooperation der Annemarie-Lindner-Schule mit der Sredenja-Sala in Jesenice, die aus dem Erasmus-Programm der EU gefördert wird.

Und das Programm kann sich auch sehen lassen: So fand am Freitag, 14. Juni tagsüber ein Besuch der Vintgar-Schlucht statt, und am Abend bildete das festliche Konzert mit der Blaskapelle Jesenice einen ersten Höhepunkt, bei dem auch die slowenische Staatspräsidentin Natasa Pirc Musar zugegen war.

Platz der Freundschaft wird eingeweiht

Zudem wird am Samstag in Jesenice, musikalisch begleitet von den beiden Musikschulen, der neue „Platz der Freundschaft“ eingeweiht, eine Fotoausstellung eröffnet sowie eine Parade der beiden Stadtkapellen stattfinden.

Am Abend steht schließlich noch ein Festakt zur Erneuerung der Partnerschaft aus dem Programm.