Die Sigmarswanger Stoagwaldmale sind raue Gesellen. Foto: Steinmetz

2500 Hästräger liefen am Sonntag durch Sigmarswangen: Die Narrenzunft feierte das Wochenende über ihr 30-jähriges Bestehen.

Tausende Narren und Zuschauer: Höhepunkt des Jubiläums am Wochenende war der Umzug, an dem sich 23 Zünfte beteiligten. Wohl mehrere tausend Zuschauer standen dicht gedrängt an der Umzugsstrecke, obwohl den Narren nicht gerade die Sonne lachte.

 

Aber gegen die Minusgrade half warme Kleidung, und zum Vorglühen, gab es, bevor es losging, auch genug Möglichkeiten. Sigmarswangen erwies sich als gastfreundliches Narrendorf. So waren am Straßenrand etliche Essens- und Getränkestände aufgebaut und Scheunen geöffnet.

Mofänger und Stoagwaldmale bieten buntes Bild

Pünktlich ging der Böller los: Die Mofänger setzten sich in Bewegung, begleitet von der Musikkapelle. Die Gardemädchen winkten gut gelaunt in die Zuschauerreihen. „Mofänger – fang da Mo“ schrien die Narrenräte in die Menge.

Ein schönes Bild gaben die Hästräger ab. Die Mofänger mit ihren gelben Mondgesichtern sind freundliche Narren, die mit Süßigkeiten aus ihren Körben nicht geizen. Der Bauer, der vorausging, ist eine imposante Einzelfigur. Die Stoagwaldmale der Sigmarswanger Zunft sind allerdings raue Gesellen, die sich bisweilen auch mal mit ihren Stecken auf der Straße balgten.

Ein kräftiges Knallen

Da hörte man auch schon ein kräftiges Knallen. Die Bennerrössle der Narrenzunft Bochingen zeigten sich widerspenstig. Im Rhythmus ließen es die Treiber knallen. Die Federn auf dem Rösslekopf waren schon ganz zerfetzt. Mit einem gewissen Abstand folgten die anderen Bochinger Narren: Die beschirmten Hansel, die Narros mit ihren Brezelstecken und die Schantle, die ihre Saubloder schwangen. Mit dabei waren auch die Gardemädchen.

Einen ziemlichen Krach verursachten die quakenden Grotten aus Hochmössingen. Sie machten damit ihrem Namen auch alle Ehre. Wer mitmachte, wurde mit Bonbons oder Popkorn aus dem Grottenwagen belohnt. „Grottagosch, quak, quak, quak“ spielte die Musikkapelle, die Zuschauer sangen mit.

Gruselig und wild

Weniger Krach, dafür umso mehr Rauch mit ihrem Wagen machten die Baurawald Hexen aus Holzhausen. Dahinter gingen die Fischinger Narren – die gutmütigen Buzefaluse, die Burghexen und die gruseligen Hakenmänner, die nach Opfer für ihr mit Stroh ausgelegtes Boot suchten. Aufsehen erregte die Gosheimer Feuerhexe, zwei ihrer „Schwestern“ wälzten sich derweil übermütig auf dem Boden.

Ein Schuh flog in die Luft, aber nein, es war kein Broatschua. Die Vöhringer kamen erst noch. Der Broatschua-Narr führte sie an. Die Gardemädchen, von klein bis groß, gaben ein imposantes Bild ab. Mit zur Zunft gehörten die mit Schirm und Glocken ausgestatteten Hansel, die Narros, die Broatschuagruppe und die Broatschua-Hexen. Die Schlossberghexen aus Vöhringen trieben ebenfalls ihren Schabernack.

Jede Menge Gastzünfte

Für die Sulzer Narrenzünfte war es natürlich Ehrensache, den Sigmarswangern zum 30. Geburtstag zu gratulieren. Neben Holzhausen und Fischingen nahmen am Umzug auch die Hofnarren aus Mühlheim und Renfrizhausen, die Jäkle aus Bergfelden, die Schlosshexen sowie die Gilde aus Glatt, die Mühlheimer Duachberg Hexa und die Narrenzunft Sulz teil.