Alfred Kopp, Altortsvorsteher von Heiligenzell, ist mit 92 Jahren gestorben. Foto: Bohnert-Seidel

Der Altortsvorsteher ist im Alter von 92 Jahren gestorben. In 30 Jahren Amtszeit hat er Heiligenzell maßgeblich mitgestaltet.

Lange haben die Spazierstöcke bei Alfred Kopp griffbereit gestanden. Gern unternahm er mit Ehefrau Wilma Spaziergänge durch sein geliebtes Heiligenzell. Ungebrochen blieb auch nach seiner Amtszeit sein Interesse an der Entwicklung seines geliebten Heimatortes. Nun ist er im Alter von 92 Jahren gestorben.

 

Kopp wurde am 11. April 1932 hineingeboren in eine Zeit der Entbehrung und Not. Seine Mutter war alleinerziehend und Kopp stand ihr von Kindesbeinen an zur Seite. Vor und nach der Schule hat er sich um das Vieh gekümmert und übernahm Verantwortung für Haus und Hof. Was Alfred Kopp angepackt hat, war gesäumt von innerer Freude und Stärke. Gern hätte er im grafischen Gewerbe einen Ausbildungsplatz ergriffen. Doch 1946 war nicht die Zeit der Wünsche. Trotzdem erwies sich die Ausbildung zum Maurer bei der Firma Haas in Heiligenzell als Gewinn.

Alfred Kopp war ein handwerklicher Alleskönner. Mit 18 Jahren baute er sein Elternhaus um. Das Wohnhaus in der Oberweirer Straße errichtete er im Jahr 1962 größtenteils mit den eigenen Händen. Auch seinen Söhnen Jürgen und Hans-Peter war er beim Hausbau eine große Hilfe. Gebraucht zu werden und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben waren ihm zeitlebens wichtig. Von 1975 an zählte er zu den begeisterten Sängern im Kirchenchor und blieb dem Chor bis zuletzt als aktives Mitglied erhalten. Zu seiner schönsten beruflichen Zeit zählten die knapp 30 Jahre als Hausmeister beim Finanzamt in Lahr. Dort hat er noch erlebt, wie die Angestellten in ihren Räumen den Ofen mit Holz geheizt haben. Die Einführung der Zentralheizung hat er begleitet.

Nicht nur in der Kommunalpolitik aktiv

In Heiligenzell wird er unvergessen bleiben. Denn in knapp 30 Jahren als Ortsvorsteher – von 1975 bis 2004 – hat er sich maßgeblich in die Gestaltung des Orts eingebracht. In seine Amtszeit als Ortsvorsteher fallen die Sanierung des Heiligenzeller Schlössles, der Neubau des Kindergartens, die Erschließung der Baugebiete Kappelberg und Jinglingsberg, die Vorbereitung des Baugebiets Friedrichsberg/Benzengärtle, der Sportplatzbau sowie der Bau des Sportheims oder die Sanierung vom „Breiten Platz“. Markante Straßensanierungen waren die Joseph-Schulz-Straße und Metzgergasse. Alfred Kopp war ein Schaffer. Die moderne Entwicklung von Heiligenzell war ihm Auftrag und Berufung.

Von 1968 bis 2004 gehörte er zudem 36 Jahre dem Gemeinderat an. 27 Jahre zählte er zum Vorstand der CDU und knapp zehn Jahre war er Vorsitzender des Musikvereins Heiligenzell. 67 Jahre lang gehörte er der Feuerwehr Abteilung Heiligenzell an.

Rückblickend erzählte Alfred Kopp mit seiner eigenen Vitalität gegenüber der Lahrer Zeitung zum 90. Geburtstag: „Ich habe immer Glück gehabt im Leben.“ Dazu zählte auch Ehefrau Wilma, mit der er gut 67 Jahre glücklich verheiratet war. Mit ihr das Leben zu teilen, bezeichnete er als seinen größten Schatz und seine Kraftquelle.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 23. August, ab 13 Uhr in der Pfarrkirche Herz Jesu in Heiligenzell statt. Die Urnenbeisetzung im engsten Familienkreis schließt sich an.