Der Tageselternverein Landkreis Freudenstadt blickt auf 30 Jahre engagierte Arbeit zurück. Aus einer kleinen Initiative in Horb ist eine feste Größe in der Kindertagespflege geworden.
Der heutige Tageselternverein des Landkreises Freudenstadt wurde am 13. Februar 1996 als „Tageseltern Horb“ gegründet. Damals hatten die Gründungsvorstände den Mut und die Vision, eine verlässliche und liebevolle Betreuung für Kinder in der Region zu schaffen.
Aus diesem mutigen Schritt – der aus der Not heraus entstand, dass es ab dieser Zeit ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gab, wie sich der zweite Vorsitzende des Vereins, Paul Huber erinnerte – ist in drei Jahrzehnten etwas Großes gewachsen.
So kam es zur Gründung Zur damaligen Zeit war es noch unüblich, dass Kinder unter drei Jahren oder gar zu Randzeiten betreut wurden. Dies stellte auch Barbara Wais fest, als sie sich aufgrund ihrer privaten Situation mit der Thematik auseinandersetzte. Sie musste schnell feststellen, dass die Betreuung durch eine Tagesmutter eher eine Seltenheit war.
Barbara Wais gründete als Vorsitzende gemeinsam mit Elisabeth Brix als Stellvertreterin am 13. Februar 1996 den Verein „Tageseltern Horb e.V.“. Im selben Jahr wurde Ingrid Hoyer als hauptamtliche Mitarbeiterin eingestellt, und der Verein wurde Mitglied im Landesverband Baden-Württemberg.
Seit 1998 Kooperation mit dem Landkreis
Bereits ein Jahr nach der Gründung wurde der Verein als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt. 1998 unterzeichneten Tageselternverein und Jugendamt einen Kooperationsvertrag und somit wurde der Tageselternverein offizieller Ansprechpartner für alle Belange betreffend der Kindertagespflege im Raum Horb am Neckar, Empfingen und Eutingen.
Eine Erfolgsgeschichte nimmt ihren Lauf 2003 folge der nächste wichtige Schritt, und zwar die Ausdehnung der Kindertagespflege auf den gesamten Landkreis. Der Landkreis Freudenstadt übertrug dem Tageselternverein die Beratung, Vermittlung und Qualifizierung bezüglich der Kindertagespflege für das gesamte Kreisgebiet.
In Freudenstadt wurde eine zweite Beratungsstelle, in den Räumlichkeiten des Jugendamtes eingerichtet, um der neuen Situation gerecht zu werden. Im Jahr 2004 wurde aus den „Tageseltern Horb“ der „Tageselternverein Landkreis Freudenstadt e.V.“
Krise kann überwunden werden Vier Jahre später, im Jahr 2008 kamen schwierige Zeiten auf den Verein zu. Nach Querelen mit der Horber Vorstandschaft stellte der Landkreis die Förderung des Tageselternvereins ein und kündigte den Kooperationsvertrag. Dem neuen Vorstand, der aus Horbs damaligen Oberbürgermeister Peter Rosenberger und seinem Vize Paul Huber, der bis heute mit an der Vereinsspitze arbeitet, gelang es jedoch, diese Missverständnisse auszuräumen und einen neuen Kooperationsvertrag auszuhandeln.
Zwei Vollzeitstellen
Durch die positiven Verhandlungen konnten sogar zwei Vollzeitstellen, die sich auf drei Mitarbeiterinnen verteilt hatten, geschaffen werden. Der heutige Vereinsvorsitzende, der Schopflocher Bürgermeister Thomas Staubitzer, wertete die Arbeit des Duos Rosenberger/Huber als überaus bahnbrechend für den Verein. „Durch sie hat der Tageselternverein nicht nur an Bekanntheit, sondern vor allen auch an Bedeutung gewonnen“, stellte er heute im Rückblick auf die Entwicklung fest.
Die Bedeutung des Tageselternvereins Wie wichtig der Tageselternverein ist, das machen einige Zahlen deutlich. Am Stichtag 31. Dezember 2025 wurden von 68 Kindertagespflegepersonen 245 Kinder unter drei Jahren gefördert und insgesamt 318 waren in der Kindertagespflege. Schaut man sich die Statistik für den gesamten Landkreis an, dann sind 2025 insgesamt 658 Kinder mit einer Kindertagespflegeperson in Kontakt gekommen. Doch allein die Kinderbetreuung ist noch lange nicht alles, was der Verein bietet. Mit zehn hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermittelte der Verein Betreuungsplätze und bietet durch Sozialpädagogen/innen fachliche Beratung und Betreuung. Auch wird großen Wert auf die Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen gelegt.
Die Horber Vereinsspitze managt zudem das Spielmobil der Stadt, dass man sich beim Tageselternverein ausleihen kann, und kümmert sich um die Ferienbetreuung, die in der Horber Grundschule angeboten wird. Hier wurden im vergangenen Jahr rund 70 Kinder betreut.
Ein vielfältiges Aufgabenspektrum also, dass hier bewältigt wird und aus dem sozialen Leben des Landkreises nicht mehr wegzudenken ist.
Der Festakt Das so ein Jubiläum natürlich gefeiert wird, das ist klar. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens findet am 28. Februar im Kurhaus Freudenstadt ein Festakt statt. Neben Grußworte prominenter Persönlichkeiten warte auf die Festgäste auch viel Wissenswertes zum Verein und Gelegenheit zum persönlichen Austausch.