Was schenkt man einem Förderverein zum 30. Geburtstag? Im Falle des Fördervereins der Alten Seminarturnhalle hatte die Stadt Nagold ein ganz praktisches Geschenk parat.
Gleich mehrfachen Grund zum Feiern gab es jetzt beim Sommerfest des Fördervereins: So wurde dem Vorsitzenden Wolfgang Schäfer die Nagolder Ehrenbürgerwürde verliehen – und der rund 400 Mitglieder zählende Verein feierte anschließend sein 30-jähriges Bestehen rund um die Alte Seminarturnhalle.
Oberbürgermeister Jürgen Großmann sprach in seinem Grußwort von einem einmaligen „Doppelereignis“ im Nagolder Kulturquadrat, was auch an den vielen illustren Gästen deutlich wurde.
Bei dieser Gelegenheit bezeichnete er die Kleinkunstbühne Seminarturnhalle als „beispiellose und einzigartige Erfolgsgeschichte“, die das Nagolder Kulturleben maßgeblich mitgeprägt habe und weit in die Region hinaus strahle. Kernelemente der hier „gelebten Bürgerfreiheit“ seien Kreativität, ehrenamtliches Engagement sowie eine aktive Kulturpolitik in Bürgerhand.
Ein kurzer Rückblick
In einem kurzen Blick zurück erinnerte Jürgen Großmann an die Einweihung als Turnhalle im Jahr 1881, die dann wegen Baumängeln 1960 als Sporthalle geschlossen wurde. Später erfolgte der Verkauf an die Bundespost, von der die Halle wenig liebevoll als Lagerraum genutzt wurde. Als schließlich klar wurde, dass sich die Post nach und nach von diesem Areal zurückziehen würde, gründete sich 1992 ein Freundeskreis aus Nagolder Bürgern, um die Halle vor der Abrissbirne zu bewahren und ein Nutzungskonzept zu prüfen.
1994 erfolgte schließlich unter der Regie von Helmut Eckert die Gründung des Fördervereins. Kreativität war dann bei bautechnischen Fragestellungen und dem Ausloten von Fördertöpfen gefragt, und der OB erinnerte daran, dass im Oktober 1999 die Sanierung fertiggestellt wurde. Danach gelang es dem Förderverein, das Gebäude mit Leben zu füllen – und eine Kleinkunstbühne „mit einem sehr beachtenswerten Ganzjahresprogramm und einem enormen Einzugsbereich“ zu schaffen.
Nicht unerwähnt ließ Jürgen Großmann, dass immer neue Impulse gesetzt wurden, sei es mit dem Format Double Stage als Plattform für junge Künstler oder dem Theaterprojekt „Vorhang auf“. Zudem habe sich die Seminarturnhalle zu einem Festraum erster Güte für Hochzeiten, Jubiläen oder andere Events entwickelt.
Besonderes Jubiläumsgeschenk
Unterm Strich sprach das Stadtoberhaupt von einer „grandiosen Leistung aller Akteure“ – und von einem Kulturunternehmen ganz alleine auf ehrenamtlichem Fundament. Seine Gratulation im Namen des Gemeinderats verband er mit einem besonderen Jubiläumsgeschenk, denn die Stadt Nagold wird quasi als ersten Bauabschnitt eine Lärmschutzwand errichten, wobei der OB überzeugt ist, dass „weitere Themen kommen werden, um hier eine Freiluftbühne zu entwickeln“.
Der Fördervereinsvorsitzende Wolfgang Schäfer machte mit Blick auf die Außenbühne im Hof der Seminarturnhalle deutlich, dass es dem Vorstand ein „Herzensprojekt ist, dass wir das rund machen“. Und so sei man natürlich dankbar für die Lärmschutzwand, die ein Segen für die Umgebung werde. Doch auf der Wunschliste stehe auch ein Flüsterasphalt im noch gepflasterten Hof, der vor allem beim Auf- und Abbau ebenfalls für eine deutliche Lärmreduzierung sorgen würde.