Das Krankenhaus-Areal „Hoher Fels“ wird in das Städtebauförderprogramm des Landes aufgenommen. Damit kann nun die konkrete Planung für die Umwandlung des Geländes beginnen.
Unter dem Tagesordnungspunkt Bekanntgaben ließ Oberbürgermeister Florian Kling in der jüngsten Bauausschusssitzung eine kleine Bombe platzen.
Das geplante Sanierungsgebiet „Hoher Fels“ – das ehemalige Krankenhaus-Areal – wurde in das Städtebauförderprogramm des Landes Baden-Württemberg aufgenommen. Die Stadt erhält „für die Neustrukturierung und Umnutzung“ zunächst 3,2 Millionen Euro Förderung, verkündet Kling freudig.
Seit circa fünf Jahren sind die Vorbereitungen für eine Umnutzung des Areals in Arbeit. Machbarkeitsstudien wurden erstellt, es wurde konzipiert und mit dem Landkreis beraten, zählt Kling einen Teil des schon Geschehenen auf.
Und schon länger war klar: Ohne Fördermittel dürfte das Vorhaben schwierig werden. Nun, da mit der Bewilligung besagter Mittel diese Hürde genommen wurde, kann es an Kauf und Planung gehen.
Städtebauliche Bedeutung Der Oberbürgermeister freut sich: „Wenn wir zur Einweihung des neuen Gesundheitscampus’ gehen, [...] wissen wir gleichzeitig, was mit dem alten Standort passiert und der wird keine Bauruine.“ Das sei vor allem schön, da das Gebiet im Herzen der Stadt liegt, wie Kling formuliert.
Die Förderung sei ein bedeutendes Signal der Unterstützung des Landes, so Kling im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Aufnahme in das Förderprogramm bestätige die „städtebauliche Bedeutung dieses langfristigen Entwicklungsprojekts für die Stadt Calw“.
Hohe Investitionen Der Rathauschef erklärt, dass das Land mit der Städtebauförderung Kommunen bei der Bewältigung komplexer Umnutzung- und Sanierungsaufgaben unterstützt. Dabei kann es zu einer Förderung von bis zu 60 Prozent kommen. „Damit werden die finanziellen Belastungen für die Stadt erheblich reduziert und eine nachhaltige Entwicklung überhaupt erst ermöglicht.“
Für den Kauf des Areals hat sich die Stadt mit dem Kreis auf 9 050 000 Euro geeinigt, wie bereits Anfang Januar bekannt wurde. Laut Kling sei dies eine „sehr gute und faire Vereinbarung“. Die notwendige Summe für den Erwerb des Areals sei im Übrigen bereits vollständig im Haushalt der Stadt Calw für die Jahre 2026 und 2027 vorgesehen.
Geld- und zeitintensives Projekt
Doch mit den rund neun Millionen Euro ist es nicht getan. Auf die Stadt kommen auch Kosten für Abbruch, Erschließung und Neuordnung zu. Das weiß auch der Rathauschef.
Die Finanzierung der weiteren Schritte werde entsprechend des Projektfortschrittes in zukünftige Haushaltsplanungen aufgenommen. Klar ist schon jetzt, dass die Finanzierung des Projekts die Stadt noch „über viele Jahre“ begleiten wird.
Viel zu tun Die hohen Investitionen ergeben sich aus dem Abriss bestehender Gebäude, einer Neuordnung der Straßen und Wege und der Vorbereitung für eine zukünftige Nutzung, führt Kling auf. Allein die Abrisskosten taxierte der Rathauschef Anfang Januar auf bis zu sieben Millionen Euro.
Die Förderung soll dazu beitragen, dass das Projekt finanziell tragfähig umgesetzt werden kann. Das Ziel sei eine verantwortungsvolle und langfristige Stadtentwicklung.
Neue Baufläche geplant Auf dem alten Krankenhaus-Areal sollen in Zukunft neue Baufläche, Freiräume und „ein modernes Wohnquartier in hervorragender Lage“ entstehen, wirbt Kling. Er betont dabei auch die Nähe zum Bahnhof, zur neuen Hermann-Hesse-Bahn sowie der Innenstadt.
Neu entstehende Grundstücke könnten auch wieder veräußert und einer nachhaltigen Nutzung zugeführt werden. Dadurch werde ein langfristiges Leerstehen des ehemaligen Krankenhauses verhindert und im gleichen Zug dringend benötigter Wohnraum geschaffen. Das habe auch den Vorteil, dass vorhandene Fläche nachverdichtet wird, anstatt weitere Flächen im Außenbereich zu versiegeln.
Das weitere Vorhaben
In nächster Zeit werde der Gemeinderat über die nächsten Schritte beraten, kündigt Kling an. Außerdem werde die Stadt beginnen, nach Planungsbüros zu suchen.
Die Stadt Calw werde jährlich weitere Fördermittel beim Land beantragen, „um die einzelnen Umsetzungsschritte finanziell begleiten zu können“. Für die Finanzierung würden auch Mittel aus dem Sanierungsgebiet „Nördlicher Stadteingang“ verlagert.
„Mit der Entwicklung des neuen Stadtquartiers ‚Hoher Fels‘ beginnt ein langfristiger Transformationsprozess, der die Stadt Calw weit über das Jahr 2030 hinaus prägen wird“, fasst Oberbürgermeister Kling abschließend zusammen.