Gespannt lauschen die Besucher den Ausführungen von Martin Sauters zu den Anfängen des Albstädter Waagenbaus. Foto: Hans Raab

Führungen durch die Sammlung „Waagen und Gewichte“ zum Tag der Begegnung des Philipp-Matthäus-Hahn Museums stießen auf reges Interesse.

Großes Interesse haben die Besucher an den Führungen durch die Sammlung „Waagen und Gewichte“ gezeigt, die zum 26. Tag der Begegnung des Phillipp-Matthäus-Hahn Museums in der Riedschule angeboten wurden.

 

Ein Grund für das große Interesse: Der Fortbestand und öffentliche Zugang zur Sammlung sind derzeit nicht gesichert, wobei auch die finanzielle Not der Stadt Albstadt eine Rolle spielt.

Martin Sauter und Leonard Sassmannshausen führten in getrennten Gruppen durch die Räume und zeigten Exponate aus den Anfängen des Waagenbaus bis hin zu mechanischen Exemplaren, die aber letztlich von digitalen Geräten abgelöst wurden.

Die von Rudi Keinath initiierte und bis heute maßgeblich betreute „Riedschule“– Fachleute verbinden Gebäudenamen automatisch mit der Sammlung – sei laut Sauter einmalig in der Welt.

Eine lückenlose Geschichte der Feinmechanik in Albstadt

Für die Gäste war es hochinteressant, Einblicke in die Historie der Waagen und Gewichte zu gewinnen.

Faszinierend vor allem, welche Bedeutung die Feinmechanik in Form von Apothekerwaagen hatte, die bis auf ein Tausendstelgramm eingestellt werden konnten, oder aber die alten Waagen, wie sie in Lebensmittelläden eingesetzt waren.

Ein Punkt, der immer wieder in den Fokus rückte: Die etwa 2000 Exponate belegen lückenlos die Geschichte der Feinmechanik in Albstadt.

Dies bedeute, dass die Ausstellungsstücke ein Alleinstellungsmerkmal besitzen und daher einmalig seien; darin sind sich, Sauter, Sassmannshausen und der Vorsitzende Brenner einig.

So etwas dürfe nicht vernachlässigt werden, im Gegenteil: Die Stadt müsse Ideen entwickeln, wie das Ganze touristisch genutzt werden könne, statt über eine Schließung nachzudenken.

Die Onstmettinger Riedschule soll erhalten werden

In einem Punkt waren sich alle Anwesenden einig: die Riedschule mit ihren einmaligen Stücken muss erhalten bleiben.

Die Entscheidung darüber obliegt dem Gemeinderat – bedürfe aber auch großer Unterstützung aus der Gesamtstadt und insbesondere vom Stadtteil Onstmettingen. Schließlich gehe es um eine Einrichtung von bedeutendem historischem Ausmaß.

Wer die Sammlung Waagen und Gewichte kennenlernen möchte, kann dies während der Führungen tun; Gruppen können sich gesondert anmelden.