Nina Witzemann (links) ist die neue Baden-Württembergische Bierprinzessin und repräsentiert gemeinsam mit Bierkönigin Irina Hansmann (rechts) die Baden-Württembergische Braukultur. Foto: Eppler

Den Titel "Baden-Württembergische Bierkönigin" knapp verfehlt, aber doch mit einer Krone ausgezeichnet, wurde Nina Witzemann aus Meßstetten. Die 26-Jährige ist die neue Bierprinzessin Baden-Württembergs; den Titel Bierkönigin trägt Irina Hansmann aus Ettlingen.

Stuttgart/Meßstetten - Eineinhalb Jahre hat Nina Witzemann auf die Krone der Bierprinzessin Baden-Württemberg warten müssen. Gemeinsam mit Bierkönigin Irina Hansmann wird die Meßstetterin das Kulturgut Bier auf verschiedenen Veranstaltungen im Ländle repräsentieren.

Eigentlich hätte der Wettbewerb zur Baden-Württembergischen Bierkönigin bereits im Frühjahr 2020 stattfinden sollen; coronabedingt wurde es aber zweimal abgesagt. Am Donnerstagabend wurde schließlich im Brauhaus Schönbuch das Finale des Wettbewerbs, der vom Baden-Württembergischen Brauerbund ausgerichtet wird, ausgetragen. In mehreren Runden haben die fünf Finalistinnen aus ganz Baden-Württemberg ihr Know-How über das Bier und dessen Braukultur unter Beweis stellen müssen.

Erst Bierexpertin dann Biersommelière

Für Nina Witzemann ist das mittlerweile kein Problem mehr. In den eineinhalb Jahren seit ihrer Bewerbung hat sie sich zur Bierexpertin hochgemausert, seit kurzem darf sie sich sogar Biersommelière nennen.

"Trotz des ganzen Frustes, dass das Finale gleich zweimal abgesagt wurde, bin ich heute froh, dass es so gekommen ist", sagt die 26-Jährige. Im Frühjahr 2020 hätte sie noch nicht über die große Expertise in Sachen Bier verfügt. Im Laufe des Wettbewerbs sei das Hopfengetränk und alles was dazu gehört für sie ein Hobby geworden: Sie hat viele Brauereien besichtigt, Kontakte geknüpft und zeigte sich auf Instagram als "Bierfluencerin": Dort informiert sie ihre Follower zu verschiedenen "bierigen" Themen.

Witzemann erzählt, dass sie vor der Finalveranstaltung sehr aufgeregt gewesen ist, obwohl sie sich gute Chancen ausgemalt hat. Unterstützung erhielt sie von ihrer Familie und ihrem Freudeskreis. Mit einem angemieteten Bus brachte sie ihren ganz eigenen Fanclub mit zum Finale.

Vor dem 200-köpfigen Publikum mussten sich die jungen Frauen innerhalb von 120 Sekunden anhand zweier Gegenstände vorstellen: Die IT-Angestellte aus Meßstetten wählte ihren VfB-Schal – sie fiebert regelmäßig mit ihrem Lieblingsfußballverein aus Stuttgart im Stadion mit –­ und einer Flasche Biersud. Das Bier hat sie selbst im Rahmen ihrer Biersommelier-Ausbildung gebraut; am Finalabend hat sie es erstmals probiert und für lecker befunden.

Fragen problemlos beantwortet

Auch die zweite Runde meisterte die Bierkennerin mit Bravour: Die Jury stellte ihr Fachfragen rund ums Bier, die sie problemlos beantworten konnte. Das Szenario, wie sie in einem müden Festzelt als Bierkönigin Stimmung bringen könnte, möchte sie mit Musik lösen. Witzemann würde mit dem Veranstalter sprechen und um Partymusik bitten.

In der dritten und letzten Runde präsentierten die Finalistinnen ein zufällig ausgewähltes Bier. Nina Witzemann verkostete ein Märzen von Schwabenbräu. Die Finalistinnen prüften das Bier auf verschiedene Merkmale wie Farbe und Geschmack. Ein Leichtes für Witzemann – schließlich führt sie auf ihrem Instagramkanal regelmäßig online Bierverkostungen durch.

Zur Verkündung der Juryentscheidungen kamen die fünf jungen Frauen aus Baden-Württemberg erneut auf die Bühne. Nach und nach wurde eine Finalistin aus dem Wettbewerb verabschiedet. "Als ich hörte, dass Irina und ich die beiden Titelträgerinnen sind, war ich überglücklich", erzählt Witzemann. Mit Irina Hansmann verbindet sie durch den Wettbewerb eine Freundschaft. Während der eineinhalbjährigen Wartezeit bis zum Finale haben sie sich immer wieder zu Brauereibesichtigungen verabredet. Dass Irina Hansmann schließlich zur Baden-Württembergischen gekrönt wurde, freut die frisch gebackene Bierprinzessin dennoch sehr. "Ich gönne es ihr richtig und ich bin als Bierprinzessin ja auch eine Gewinnerin", sagt Witzemann.

Feier in Meßstetter Stammkneipe

Künftig werden Witzemann und Hansmann gemeinsam die Baden-Württembergische Braukultur bei verschiedenen Veranstaltungen präsentieren. Die Kronen und die Schärpen dürfen die beiden Hoheiten bis Ende 2022 tragen.

Am Wochenende wird Witzemann ihren Titel noch in ihrer Meßstetter Stammkneipe feiern – natürlich mit dem ein oder anderen Bier. Was sie besonders freut – eine Brauerei aus der Region hat ihr zugesagt, einen "Prinzessinensud" auf den Markt zu bringen, den die frisch gebackene Bierprinzessin präsentieren darf.

Die Baden-Württembergische Bierkönigin wurde erstmalig im Mai 2019 gekrönt. Den Titel trug bisher Laeticia Nees aus Laetitia Nees aus Eggenstein-Leopoldshafen; Deborah Jetter aus Balingen war eine von damals noch zwei Bierprinzessinnen.