Die Stadt will Jugendliche stärker in kommunale Entscheidungen einbinden. Mit einem Jugendbudget sollen sie eigene Projekte entwickeln – das erste Vorhaben steht bereits fest.
Wie wird aus einer Idee ein Bauwerk? Wie funktioniert Projektplanung? Und wie viel kostet ein Bauvorhaben tatsächlich? Das sollen Jugendliche in Altensteig künftig lernen – die Details dazu diskutierte der Gemeinderat jüngst in einer Sitzung.
Schon seit längerer Zeit steht die Einführung eines Jugendbudgets in der Stadt Altensteig zur Debatte. Ziel des Budgets ist es, Schüler aktiv in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen, um so ihre Kreativität zu fördern.
Jugendliche Schüler in Altensteig erhalten dadurch die Möglichkeit, in Einzel- oder Gruppenarbeit Ideen für Projekte zu entwickeln. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass die Projekte einen Mehrwert für die Infrastruktur oder die Bewohner der Stadt darstellen. „Das ist eine Möglichkeit für Schüler, nicht nur zuzuschauen, sondern auch zu lernen, wie man ein Projekt auf die Beine stellt“, betont Oliver Valha, Bürgermeister von Altensteig, die Bedeutung des Vorhabens.
Die ersten Projekte für das Jugendbudget sind schon in Planung
Anschließend prüft die Stadtverwaltung die eingereichten Projekte anhand verschiedener Kriterien: Dabei werden Umsetzbarkeit, Kostenrahmen und rechtliche Voraussetzungen untersucht. Im Anschluss können die Schüler bei einer Wahl in der Eichwaldhalle selbst entscheiden, welches Projekt im darauffolgenden Jahr von der Stadt umgesetzt werden soll. „Das bedeutet, dass die Schüler 2026 für ein Projekt abstimmen, das verpflichtend 2027 umgesetzt werden muss“, erklärt Valha.
Für das Jahr 2026 steht bereits das erste Projekt fest: ein Outdoor-Fitness-Park neben der Eichwaldhalle. Für die Stadt ist dies eine Gelegenheit, die Verbundenheit junger Menschen mit Altensteig zu stärken und ihnen eine direkte kommunale Beteiligung zu ermöglichen.
Der Gemeinderat beschließt einstimmig
Einer der anwesenden Zuhörer gab allerdings zu bedenken, auch die Teilorte von Altensteig und nicht nur die Kernstadt zu berücksichtigen. Valha erklärte: „Darüber haben wir tatsächlich bereits in kleinerer Runde gesprochen.“ Zur Sprache sei dabei auch eine Mountainbike-Strecke in einem der Teilorte gekommen, verrät der Bürgermeister.
Im Ausschuss stieß das Projekt auf breite Zustimmung. Lediglich die Frage der finanziellen Mittel führte zu weiterer Diskussion im Gremium: Im Entwurf des ursprünglichen Beschlusses sind 50 000 Euro für das Jugendbudget vorgesehen. Einige Mitglieder äußerten jedoch Sorge über die finanzielle Situation der Stadt im Jahr 2027.
Besonders wichtig ist es für Valha, den Jugendlichen im Voraus ein festes Budget zuzusichern: „Die Schüler müssen mit einem Budget planen. Es soll nicht so wirken, als hätte die Stadt einfach noch Geld übrig. Die Jugendlichen sollen sehen, dass sie es uns wert sind“, betont der Bürgermeister.
Der Gemeinderat genehmigte schließlich einstimmig die Einführung eines Jugendbudgets in Höhe von 25 000 Euro – mit der Ergänzung, dass bei Projekten, die eine höhere Investition erfordern, der Verwaltungs- und Kulturausschuss über eine Genehmigung entscheidet. Projekte, die eine höhere Investition erfordern, sind also weiterhin möglich.