Erst 2023 wurde die Betreuung in Seelbacher Kitas teurer, nun sollen weitere Steigerungen folgen – und zwar um im Schnitt 8,2 Prozent fürs laufende und um 7,4 Prozent fürs kommende Jahr. Auch für die Schulbetreuung und das Mittagessen sollen Eltern ab Januar tiefer in die Tasche greifen.
Rund 1,8 Millionen Euro hat die Gemeinde Seelbach im Jahr 2023 für ihre Kindertageseinrichtungen ausgegeben. 18,5 Prozent davon – rund 335 000 Euro – wurden durch die Elternbeiträge finanziert, wie aus der Vorlage für die Gemeinderatssitzung am kommenden Montag hervorgeht. Die Gemeinde möchte nun die Beiträge erneut erhöhen und damit der Empfehlung der Vertreter von Städte- und Gemeindetag sowie der Kirchenleitungen folgen.
Was bedeutet das konkret für die Eltern? Zurzeit beträgt der Regelsatz für Familien mit einem Kind in einer Ü 3-Gruppe 138 Euro. Dieser Satz wird auf die Seelbacher Kitas mit deren Öffnungszeiten umgerechnet. In der Kita St. Elisabeth werden beispielsweise für Familien mit einem Kind über drei Jahren 144 Euro pro Monat fällig, bei der AWO-Kita 150 Euro, in der St. Nikolaus-Kita 159 Euro. Diese Beiträge sollen, so die Beschlussvorlage, in zwei Stufen steigen. Für das Kita-Jahr 2024/25 werden dann 154 respektive 160 oder 170 Euro fällig, für das Kita-Jahr 2025/26 erhöhen sich die Beträge auf 166 respektive 172 und 183 Euro. Im Vergleich zu 2022 würden die Beiträge damit innerhalb von vier Jahren um rund 25 Prozent steigen.
Die Gemeinde begründet die Erhöhung damit, dass die empfohlene Kostendeckung durch Elternbeiträge von 20 Prozent nicht ganz erreicht ist. Zudem seien „allgemeine Kostensteigerungen“ zu verzeichnen. Unter anderem wurden die Tarife für das Personal erhöht, was sich in den Beträgen widerspiegeln soll. Mit mehr als 1,6 Millionen Euro stellen die Personalkosten mit fast 90 Prozent den mit weitem Abstand größten Brocken in Sachen Kita-Ausgaben dar.
Für die Hälfte maximal neun Euro pro Monat
Bei der Hälfte der Seelbacher Kinder, heißt es in der Beschlussvorlage weiter, werden die Gebühren um maximal neun Euro pro Monat erhöht. Bei 23 Prozent der Kinder beträgt die Erhöhung mehr als 15 Euro pro Monat, also 180 Euro pro Jahr. Die Elternvertreter, so die Verwaltung, hätten sich bei einem runden Tisch gewünscht, dass die Beiträge gleich bleiben. Sie wiesen demnach darauf hin, dass in anderen Kommunen der Kita-Besuch sogar kostenlos sei. Ein Beispiel dafür ist Rust. Dem hält die Gemeinde jedoch dagegen, dass sie zum einen verpflichtet sei, ihre eigenen Einnahmequellen auszuschöpfen (das heißt auch die Elternbeiträge), zum anderen über nicht genügend Gewerbesteuer-Einnahmen verfügen, um eine kostenlose Kita-Betreuung zu ermöglichen. Die neuen Kita-Beiträge sollen ab Januar 2025 gelten.
Auf allgemeine Kostensteigerungen verweist die Gemeinde auch bei der Betreuung und der Mittagsverpflegung am Geroldsecker Bildungszentrum. Dafür sollen – gemäß dem Zwei-Jahres-Turnus – die Beiträge neu bestimmt und entsprechend wenig überraschend erhöht werden. Gibt der Gemeinderat am Montag grünes Licht, sind für die Vor- sowie für die Nachmittagsbetreuung künftig 52 statt 48 Euro pro Monat fällig. Die Ganztagsbetreuung soll 78 statt zuvor 72 Euro kosten. Für das Mittagessen in der Grundschule plant die Gemeinde künftig mit 3,70 Euro statt 3,50 Euro. Ab Klasse fünf werden 4,50 Euro statt 4,30 Euro fällig. Auch die Lehrer bleiben von der Preiserhöhung nicht verschont: Sie müssen für ihr Essen künftig 4,60 Euro statt 4,40 Euro zahlen. Die Preiserhöhungen sollen zum 1. Januar 2025 in Kraft treten.
Zusammen ergeben sich Mehreinnahmen für die Gemeinde Seelbach in Höhe von 7200 Euro pro Jahr. Bei den Kita-Gebühren sind es 24 000 Euro jährlich.
Feuerwehr ist Thema
Der Seelbacher Gemeinderat trifft sich zu seiner Sitzung am Montag, 14. Oktober, ab 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses. Neben den Betreuungsgebühren werden auch der Feuerwehrbedarfsplan und die Mobilitätsstationen Thema sein.