Vor 25 Jahren wurde das Universal D.O.G. auf dem Lahrer Flugplatz eröffnet. Zu seinen besten Zeiten war es die größte Diskothek im Ortenaukreis und der Treffpunkt schlechthin für alle, die in Lahr ausgehen wollten. Größen wie Rihanna, Alannah Myles und Ice-Cube traten dort auf.
Unter dem Motto „This is the end“ wurde am 6. Januar 2018 die letzte Veranstaltung im Universal D.O.G. gefeiert, danach stellten die Inhaber den Betrieb ein. Später ging es dann mit einem neuen Konzept und unter neuem Namen weiter.
Doch in den 19 Jahren zuvor hat das „Dog“, wie es von den Stammgästen genannt wurde, eine Ära in Lahr geprägt. Es war nicht nur die größte Diskothek im Ortenaukreis, sondern zeitweise auch der bekannteste Technoclub im süddeutschen Raum. Am 16. Mai 2012 veranstaltete das „Dog“ zum Beispiel ein Festival für elektronische Musik mit DJ Richie Hawtin – im Haus und einem Zirkuszelt feierten 5500 Besucher, weitere 2500 standen vor der Tür und kamen nicht mehr hinein.
Das „Dog“ war eine Konzertlocation erster Güte. Weltstars verschiedener Musikstile traten dort auf, etwa Ice-Cube, Rihanna, Alannah Myles, Heather Nova, Seeed, Sean Paul, die HipHop-Legenden Redman und Method Man, die Original Blues Brothers, aber auch die Fantastischen Vier.
Das „Dog“ hat sich immer wieder selbst neu erfunden
Nach diesem Erfolg hatte es beim Start 1998 nicht ausgesehen; denn der Beginn war nicht einfach gewesen. Das Universal D.O.G. wurde von drei Männern gegründet, die einen kulturellen Veranstaltungsort in der Ortenau etablieren wollten. Es sollte mehr als eine Disko sein, nämlich eine Location, die „universal“ ist und Raum für Konzerte bietet. Deshalb das Wort „universal“ im Namen, während die Buchstabenkombination hintendran, D.O.G., für Drei ohne Geld stand.
Nach einem schwierigen ersten Jahr kam der Erfolg mit Techno, und auch später hat sich das „Dog“ immer wieder neu erfunden. Ob Ob Wet-T-Shirt-Contest oder Hausparty, namhafte DJs oder einfach Ramba Zamba: Wer feiern wollte, kam dort auf seine Kosten – und konnte bis in den frühen Morgen auf drei Indoorflächen tanzen. Das Gebäude am Flugplatz, das zuvor den kanadischen Streitkräften in Lahr als Kino, Casino und zeitweise auch als Skatepark gedient hatte, war so jahrelang die angesagteste Party-Location weit und breit.
Der Abschwung kam mit dem veränderten Ausgehverhalten junger Leute. Zielgruppe der Disko waren 16- bis 21-Jährige, die in den letzten Jahren des „Dog“ aber immer seltener feiern gingen. Schulische Anforderungen schränkten die Freizeit der Jugendlichen ein, auch das Internet dürfte eine Rolle gespielt haben. Denn man muss nun nicht mehr in die Disko gehen, um Leute kennenzulernen, das kann man auch in sozialen Netzwerken. Als es mit dem „Dog“ zu Ende ging, hatten so auch Diskotheken in ganz Deutschland Probleme mit gesunkenen Besucherzahlen.
Hatte das „Dog“ einst von Donnerstag bis Samstag geöffnet – insgesamt mehr als 150 Tage im Jahr –, so war die Diskothek vor ihrer Schließung nur noch freitags und an einem Samstag im Monat in Betrieb. An Freitagen, an denen wenig los war, waren es zum Teil nur noch 300 bis 500 Besucher. Dabei war der Personalaufwand bis zuletzt beträchtlich. Es brauchte Türsteher, Leute für Kasse, Garderobe, Bedienung sowie Reinigungskräfte. Selbst an umsatzschwachen Öffnungstagen arbeiteten im „Dog“ so gut 20 Menschen.
Irgendwann hat dann das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag nicht mehr gestimmt. Das „Dog“ war zuletzt einfach nicht mehr zeitgemäß: für große Konzerte zu klein, für einen Club zu groß. Beim letzten Abend am 6. Januar 2018 feierten noch einmal Hunderte das Ende einer schönen Lahrer Ära.
Die Gegenwart: Am 1. März 2020 übernahm Sebastian Class die Gebäude am Flugplatz und hat sie mit seinem Team seither mit neuem Leben gefüllt. Jetzt wird dort in vier Clubs gefeiert, in Fröhlichs Kneipenclub, Club Lux, im Mensch Meier und Meiers Beach. „Das Universal D.O.G. war eine Institution in Lahr. Mit dem Mensch Meier sind wir auf dem Weg dorthin. Es wird einmal dieselbe Relevanz besitzen wie das Universal D.O.G.“, sagte Class unserer Redaktion.
Revival-Party
Am Samstag, 11. November, steigt im „Mensch Meier“ eine Revival-Party in Erinnerung an das Universal D.O.G., das in diesen Räumen vor 25 Jahren an den Start gegangen war. Laut der Ankündigung soll von 21 bis 5 Uhr mit Top-DJs die Post abgehen. „Wir feiern 25 Jahre Geschichte, 25 Jahre krasse Parties – 25 Jahre D.O.G.! Sei dabei, wenn wir die Ära für eine Nacht wieder aufleben lassen“, heißt es in der Einladung des „Mensch Meier“. Einlass ist für Gäste ab 18 Jahren. Weitere Informationen und Tickets gibt es unter mensch-meier.de.