Ein 25-jähriger Arbeitsloser aus Calw soll mindestens 66 überregionale Einbrüche begangen haben.
Böblingen - Für eine überregionale Einbruchsserie in mindestens 66 Fällen dürfte ein 25-jähriger Mann aus dem Kreis Calw in Frage kommen, gegen den die Kriminalpolizei Böblingen seit mehreren Wochen ermittelt hat. Hauptsächlich standen Firmen, Gaststätten, Vereinsheime und Imbissbuden im Visier des Arbeitslosen. Der angerichtete Schaden geht in die Tausende. Der Tatverdächtige befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft.
Wie die Polizei berichtet, brachte eine Speichelprobe den Stein der Ermittlungen ins Rollen, die der 25-Jährige nach einem Einbruch im Oktober 2011 abgeben musste, nachdem er erwischt worden war. Ungeachtet der damals folgenden Strafanzeige setzte er seine Einbruchstour jedoch fort und hinterließ an sechs weiteren Tatorten seine DNA. Kriminaltechniker konnten vor kurzem seine zweifelsfreien Identitätsmerkmale anhand eines Spurenvergleichs nachweisen.
Allein im Kreis Böblingen 36 Einbrüche
Wie es sich herausstellte, blieb es bei den sechs Tatorten aber nicht. Die Ermittler des Fachdezernats der Kriminalpolizei Böblingen sind sich nach wochenlanger Arbeit sicher, dem Mann insgesamt 36 Einbrüche im Kreis Böblingen nachweisen zu können, bei denen vorwiegend Bargeld abhanden kam. Aber nicht nur Objekte um Herrenberg und Leonberg waren im Kreis Böblingen betroffen, sondern auch 16 weitere derartige Fälle in Stuttgart, Ditzingen, Gerlingen, Reutlingen, Eningen unter Achalm, Tübingen und Villingen-Schwenningen, wo der Mann ebenfalls auf Beutezug ging. Zudem hat der Tatverdächtige zwischenzeitlich in der Untersuchungshaft weitere Einbrüche in der REgion Ludwigsburg eingeräumt.
Erfolg hatte der 25-Jährige, der mit der Beute seinen Lebensunterhalt bestritt, nicht immer. Er scheiterte mehrfach an guten Einbruchs- und Alarmsicherungen. Anfang Februar versuchte er in Deckenpfronn eine Scheibe einer Tür zu einer Firma mit einem Hammer einzuschlagen. Das Sicherheitsglas hielt stand, musste aber aufwändig saniert werden. Im Juli 2011 stieg er in ein Bürogebäude in Nufringen ein, wurde aber von der auslösenden Alarmanlage in die Flucht geschlagen. Im April 2011 musste er an einer Fluchtwegtüre einer Schule in Nufringen passen.
Angerichteter Gesamtschaden von 50.000 Euro
Andererseits hierließ er auch Schäden an den Gebäuden, die weit höher waren, als die Beute. Allein am Sportheim Nufringen entstand im Juli 2011 durch mehrere aufgebrochene Fenster ein Schaden von mindestens 4000 Euro. Gestohlen wurde aber nichts. Auch in Leonberg blieb es beim Einbruch in das Fischerheim im gleichen Monat beim Gebäudeschaden. In der gleichen Nacht erbeutete er bei seinen nächtlichen Streifzügen allerdings aus einem Leonberger Autopflegebetrieb Uhren und Bargeld im Wert von 250 Euro, richtete aber im Gegenzug einen Schaden von 600 Euro an. Nach vorsichtigen Schätzungen geht die Polizei von einem angerichteten Gesamtschaden von 50.000 Euro aus.
Der Wert des Diebesguts dürfte weit geringer ausfallen, denn es bestand hauptsächlich aus kleineren Bargeldbeträgen, mit denen er seinen Lebensunterhalt bestritt. Der Tatverdächtige hat gegenüber den Ermittlern die Straftaten eingeräumt. Dennoch wertet derzeit die Kriminalpolizei noch weitere Tatortspuren aus, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Mann noch für weitere Delikte in Frage kommt. Ein Großteil der Strafanzeigen liegt jedoch bereits bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart auf dem Tisch.