Maximilian Hadraschek (links) lässt mit Brandon DeFazio und Justin Feser gleich zwei Ingolstädter stehen. Foto: Sigwart

"Wir sind gerade in einer schwierigen Phase und müssen dringend wieder in die Erfolgsspur finden." Der große Wunsch von Coach Niklas Sundblad blieb am Sonntagabend unerfüllt. Die erste (Ergebnis-)Krise der Wild Wings in dieser DEL-Saison geht nach der 2:3-Heimniederlage gegen Ingolstadt weiter. Nach der sechsten Pleite in sieben Spielen muss dringend eine Wende her, sonst wird es nichts in Sachen Play-offs.

Sportdirektor Christof Kreutzer war kurz vor Spielbeginn gespannt, ob sich die Umstellungen von Sundblad positiv bemerkbar machen. Nicht nur Cedric Schiemenz war von der Tribüne aus direkt in die erste Sturmreihe gerückt, auch sonst hatte der Schwede die Angriffsblöcke neu sortiert. Neue Impulse mussten also her, um den Negativlauf zu stoppen. Für David Cerny war da kein Platz im Kader. "Wir müssen einfach disziplinierter spielen, von der Strafbank wegbleiben", betonte Verteidiger Christopher Fischer vor dem ersten Bully auf Magenta Sport.

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Für Ingolstadt – ohne Tim Wohlgemuth – war es die erste Partie auf der kleineren Schwenninger Eisfläche. Fast hätte Boaz Bassen (5.) – am Sonntag in einer Reihe mit den Spink-Zwillingen – diesen Vorteil genutzt, doch ERC-Torwart Michael Garteig stand perfekt. Aber auch dem Schwenninger Goalie Joacim Eriksson war schnell warm. Insgesamt wirkte die Defensive stabiler, auch die von Fischer verlangte Disziplin stimmte. Doch der Sturm – die Wild Wings gaben ganze vier Torschüsse ab – war über weite Strecken eines ausgeglichenen ersten Drittels eher ein laues Lüftchen. "Bisher machen wir es in der Abwehr ganz gut", meinte Verteidiger Johannes Huß in der ersten Pause. Das zweite Drittel begann für Tylor Spink und Will Weber in der Kühlbox – und dies zeitgleich. Ingolstadt hatte also zwei Minuten lang Zeit, bei einer 5:3-Überzahl in Führung zu gehen. Die viertbeste Unterzahlmannschaft der gesamten DEL überstand diese kritische Phase.

Gegen die weiter im Angriff harmlosen Wild Wings sorgte aber Frederik Storm (35.) mit einem satten Handgelenkschuss für das verdiente 1:0 der Schanzer. Als Wayne Simpson (37.) wenig später auf 2:0 erhöhte, verfinsterte sich die Miene von Sundblad auf der Bank noch mehr. Der prompte Anschlusstreffer von Daniel Pfaffengut (37.) sorgte für Aufhellung beim Schweden – und für neue Hoffnung bei den Neckarstädtern.

Dann machte sich eine weitere Umstellung bezahlt: Alexander Weiß setzte Bruder Daniel (43.) perfekt ein, nach dem ersten Saisontor des Neuzugangs war wieder alles offen. Schwenningen machte weiter Druck, Ingolstadt schlug aber eiskalt durch Brandon DeFazio (46.) zurück.

Der Schlagabtausch ging weiter. Pech für die Wild Wings, dass ein Hammerschuss von Pfaffengut nur die Robustheit des Pfostens testete. Schwenningen versuchte alles, hatte nicht nur durch Travis Turnbull (59.) das 3:3 auf dem Schläger. Doch am Ende fehlte den Wild Wings auch das nötige Glück.

So sah es auch Niklas Sundblad, der "mit der Leistung des Teams zufrieden war". Auch die Umstellung der Reihen habe sich gelohnt. Leider habe es aber nicht für Punkte gereicht.

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