Das Windrad auf dem Weißmoos bei Schweighausen ist eine von 23 Anlagen rund um Schuttertal. Foto: Ecovision

Alle Verträge sind besiegelt: Die Gemeinde profitiert finanziell von 23 umliegenden Windenergieanlagen – und das mit keiner kleinen Summe.

Windkraft war am Dienstagabend einmal mehr Thema im Schuttertäler Gemeinderat. Genauer ging es um einen Vertragsabschluss zwischen der SWE Bürgerwind I GmbH & Co KG, der Betreiberin des Windrads auf dem Weißmoos bei Schweighausen, und der Gemeinde Schuttertal. Gut 9500 Euro, wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht, kommen dadurch der Gemeindekasse zugute. Es ist nicht die einzige Anlage, von der die Gemeinde profitiert.

 

Der Hintergrund: Die Betreiber von Windrädern sind nach dem 2023 in Kraft getrenenen Erneuerbare-Energien-Gesetz dazu verpflichtet, die von der Errichtung der Anlagen betroffenen Gemeinden finanziell zu beteiligen. Abdrücken müssen die Betreiber 0,2 Cent pro Kilowattstunde für die tatsächlich eingespeiste Strommenge – und zwar anteilig an alle Gemeinden im Umkreis von 2500 Metern um die Turmmitte. Wie viel Geld jede Kommune erhält, hängt also davon ab, wie groß der Anteil ihres Gebiets rund um das Windrad ist. Beim Windrad auf dem Weißmoos etwa ist das Gebiet im Umkreis von 2,5 Kilometern ist zu 91,66 Prozent Schuttertäler Gemarkung. Die Gemeinden und die Betreiber schließen jeweils einen Vertrag. Der Gemeinderat hat jedes Mal darüber abzustimmen. Diskussionen gab es in Schuttertal bei keine – schließlich ist es Geld, das einfach aufs Konto der Gemeinde fließt.

Neue Anlagen auf dem Schnürbuck spielen nur eine kleine Rolle

Bürgermeister Matthias Litterst erläuterte am Dienstag, dass der Vertrag zur Anlage auf dem Weißmoos der letzte dieser Art sei. Das . Zusammen mit den weiteren 22 Anlagen, an denen die Gemeinde beteiligt wird, ergibt sich ein stolzes Sümmchen an jährlichen Einnahmen, wie die Recherche unserer Redaktion zeigt.

Für die Anlage auf dem Kallenwald, die im vergangenen Jahr eingeweiht wurde (Gemarkung Seelbach), gibt’s 4278 Euro. Am Windpark Kambacher Eck mit vier Windrädern profitiert die Gemeinde jährlich mit 22 204 Euro. Die drei Windräder auf dem Schnurbück, die zurzeit im Bau sind, tangieren die Gemeinde Schuttertal buchstäblich nur am Rande. 600 Euro pro Jahr gibt’s dafür. Die sieben Windräder auf den Gemarkungen von Wittelbach, Dörlinbach und Ettenheim, die Teil des Windparks Südliche Ortenau sind, lohnen sich da mit einer Beteiligung von 29 040 Euro schon eher.

Hinzu kommen die drei bestehenden Anlagen im Windpark Rotzeleck (Gemarkung Biederbach), ein viertes dort geplantes Windrad, zwei neue Windräder im Windpark Bildstock auf der Gemarkung von Gutach im Breisgau sowie eine neue Anlage auf dem „hohen Eck“ (Freiamt). Ab 2026 wird Schuttertal von diesen sieben Anlagen mit 21 020 Euro profitieren.

Unterm Strich stehen 86 642 Euro an jährlichen Einnahmen für die Gemeinde Schuttertal.