Oberzunftmeisterin Christiane Kupfer, hier beim bis dato letzten Umzug im Jahr 2024, ist stolz darauf, was die Eulen dieses Jahr wieder leisten. Foto: Kiryakova

Die Absage des Umzugs hatte die Zunft im Februar 2025 in Trauer versetzt. Dieses Jahr dürfen die Seelbacher Narren wieder voll durchfeiern. Ein Überblick.

Narrenbaum stellen, Geheimratsbefreiung, Zunftabend, UmzugSeelbach steuert dieses Wochenende auf den Höhepunkt der Dorffasent zu. Mittendrin: Christiane Kupfer. Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt die Oberzunftmeisterin der Eulen von den Vorbereitungen – und gibt einige kurze Einblicke ins Programm.

 

„Wir sind unheimlich routiniert, was unsere Veranstaltungen angeht“, erzählt Kupfer, „jeder weiß, wo er anpacken muss“. Am heutigen Freitag steht etwa die Generalprobe für den Zunftabend an. Nur noch um „Feinjustierung“ gehe es da, ansonsten ist alles vorbereitet. Kupfer weiß, dass sie das ihren fleißigen Zunftmitgliedern zu verdanken hat. „Über die ganze Fasentzeit gibt es 300 Dienste zu absolvieren. Der Dienstplan ist pickepackevoll. Ich bin sehr stolz auf meine Mitglieder“, spricht die Oberzunftmeisterin ein großes Lob aus.

Bevor der Zunftabend steigt, heißt es am Samstagvormittag erst einmal schmücken und stellen: Ab 9.30 Uhr wird der Narrensome den Narrenbaum verzieren. „Alle Kinder sind eingeladen“, sagt Kupfer. „Hinterher gibt es auch eine Bretzel.“ Im Anschluss, ab 10.11 Uhr, wird „in Handarbeit“ mit der Hilfe von Zimmermännern der Narrenbaum in der Ortsmitte aufgestellt. Dann steht die Befreiung des Geheimrats Doktor Schmidt an. „Der scharrt schon mit den Füßen“, so Kupfer lachend.

Kuhbacher Kühle mit Männerballett zu Gast

Um 20.11 Uhr schließlich startet der Zunftabend im Bürgerhaus. Kupfer rechnet mit 250 bis 300 Gästen. Einblicke in das Programm will sie im Gespräch mit unserer Redaktion noch keine geben. „Die Leute sollen einfach kommen und sich überraschen lassen.“ Etwas verrät sie dann doch: Die Kuhbacher Kühe werden mit ihrem Männerballett zu Gast sein. Ansonsten gestalten die Eulen das Programm des Abends eigenständig – musikalisch unterstützt von der Showband des Musikvereins Seelbach. Nicht mehr mit dabei sein wird Frank Schwörer. Er gibt die Moderation ab, wer an der Seite von Silvia Franke stehen wird, bleibt jedoch bis Samstagabend ein Geheimnis.

2200 Hästräger werden zum Umzug erwartet

Kupfer wird am Zunftabend die Begrüßung übernehmen, anschließend, teilt sie mit, könne sie einfach zuschauen und „runterkommen“. Nach all den organisatorischen Anstrengungen werde sie diesen Abend genießen können und das Programm auf der Bühne „voller Stolz“ verfolgen.

Das Wochenende – aber noch lange nicht die Seelbacher Dorffasent – beschließt am Sonntag der Umzug. „Wir freuen uns natürlich ganz besonders darauf, nachdem er letztes Jahr abgesagt wurde“, so Kupfer. Am 23. Februar 2025 fand damals die nach dem Aus der Ampel-Koalition vorgezogene Bundestagswahl statt. Aus logistischen Gründen – unter anderem die Erreichbarkeit des Wahllokals spielte eine Rolle – konnte der Umzug nicht stattfinden. Um die finanziellen Einbußen nicht allzu groß werden zu lassen, organisierten die Eulen als Ersatz einen Narrenhock im Klostergarten. Dennoch ergab sich ein Einnahmeverlust im oberen vierstelligen Bereich, wie die Eulen bei ihrer Hauptversammlung im Mai bekanntgaben.

Erster Zunftmeisterempfang für Michael Moser

Spätestens ab 13.30 Uhr am Sonntag wird all das vergessen sein, wenn 2200 Hästräger aus 46 Gruppen durch Seelbachs Straßen ziehen. Bereits um 11 Uhr öffnet das Narrendorf im Klostergarten, wo sich auch Gruppen, die im hinteren Bereich des Umzugs laufen werden, noch lange aufhalten können. „Die Zünfte kommen immer wieder gern nach Seelbach“, freut sich Kupfer. Rund zwei Stunden Unterhaltung verspricht sie. Und noch etwas Besonderes: Für Bürgermeister Michael Moser wird es der erste Zunftmeisterempfang sein. Vor zwei Jahren war er (gerade so) noch nicht im Amt, vergangenes Jahr fiel er aus. „Er wird das gut machen“, ist Kupfer überzeugt.

Weiterer Fasent-Fahrplan

Am Schmutzigen Donnerstag, 12. Februar, stehen die Schul- und die Rathausstürmung an sowie abends der Hemdglunkerumzug. Das Gizig-Singe der Kinder und der Wieberkaffeeklatsch sind die Höhepunkte am Samstag, 14. Februar. Tags drauf wecken die „Schneller“ um 7 Uhr das Dorf auf, bevor um 9.30 Uhr der Narrengottesdienst ansteht. Die Kinderfasent steigt am Dienstag, 17. Februar, ab 14.11 Uhr bevor abends der Geheimrat verurteilt und die Fasent verbrannt wird.