Weihnachtslichter für Friesenheim, dafür hat Roland Herzog (auf der Leiter) gesorgt. Bürgermeister Erik Weide und Charlotte Schubnell halten die Leiter. Foto: Bohnert-Seidel

Gemeinderat Roland Herzog war es in Friesenheim um die Adventszeit zu dunkel. Er hat nun für Beleuchtung gesorgt.

Viele Jahre hat es in Friesenheim eine Weihnachtsbeleuchtung entlang des Dorfbaches gegeben. Sterne erstrahlten nicht nur an den Geschäften, sondern auch die gesamte Hauptstraße an den Laternen. Das haben sich Roland Herzog und Charlotte Schubnell in Erinnerung gerufen und sich das Konzept zur Innenstadtberatung aus diesem Jahr vorgenommen. Darin wird vor allem der Friesenheimer Dorfbach als veränderungswürdiger Raum genannt. Zu lang und wenig verbindend, sei der Bach.

 

Im Mai diesen Jahres haben sich die beiden Gemeinderäte zusammengesetzt und flugs war die Idee zur Weihnachtsbeleuchtung geboren. Einfach so als „Lichtquelle“ an dem ohnehin schon sehr tristen und langen Stück des Baches, der an der Ochsenbrücke beginnt. 22 Girlanden hat Herzog in Eigenleistung mit einem Auszubildenden an einem Samstag ausgebracht.

22 Girlanden hat Herzog finanziert und selbst angebracht

Auch die Materialkosten in Höhe von gut 900 Euro für die 22 Girlanden trägt er. Die Vorrichtung an den Schinkellaternen entlang des Baches war sogar schon vorgegeben. „Wir mussten nur noch die Beleuchtung einhängen“, schilderte Herzog. Am Donnerstagabend war es ihm eine besondere Ehre, jede einzelne Girlande persönlich einzustecken und zum Leuchten zu bringen.

Bürgermeister Erik Weide dankte für die Aktion, die die Gemeinde keinen einzigen Cent kostet. Noch nicht einmal Mitarbeiter des Bauhofs waren in die Aktion eingebunden. „Ich bringe die Lichter an und hänge sie auch später wieder ab“, versicherte Herzog. Dank und Freude drückte auch Mark Arnold vom Vorstand der Werbegemeinschaft Friesenheim auf Anfrage der Lahrer Zeitung aus. Diese Eigeninitiative erkenne er auch als Geschenk an den Friesenheimer Einzelhandel. Mehr Licht tue Friesenheim sehr gut.

Bisher schienen nur das Rathaus und der Magnolienbaum

Seit vielen Jahren zeigen sich in der Advents- und Weihnachtszeit nur noch das Rathaus und der große Magnolienbaum auf dem Rasen bei der Evangelischen Kirche im Lichterglanz. „Und der Rest von Friesenheim blieb ein dunkler Ort, nur von den Laternen beschienen“, so Herzog. Unterstützt hat ihn bei der Auswahl der Lichterketten Schubnell, die selbst als langjähriges Mitglied im Vorstand der Friesenheimer Werbegemeinschaft um das Ringen einer Weihnachtsbeleuchtung wusste. 2014 war innerhalb der Werbegemeinschaft von einem fünfstelligen Betrag für eine konzeptionelle Umsetzung der Weihnachtsbeleuchtung die Rede.

Gemeinderat hat Beleuchtung abgelehnt und für unnötig erachtet

Viele Jahre wurde dies hintenan gestellt und 2020 beim Gemeinderat um Unterstützung angefragt. Dieser hatte vor fünf Jahren bei den Haushaltsberatungen abgewunken. Die Begründung lautete: „Nicht notwendig für Friesenheim.“ Wie sehr diese Lichterkette gut tut und strahlt, stellten die Friesenheimer beim abendlichen Schlendern fest. Drei Lichterketten hatten den berühmten Vorführeffekt und wenig Kontakt mit dem notwendigen Strom. Hier wird es das E-Werk richten. Über seine Intention sagte Herzog nur: „Ich möchte unser schönes Friesenheim noch heller machen. Mehr nicht.“

Info – Geschichte

Kaum war die Werbegemeinschaft Friesenheim 1978 gegründet, erstrahlten in ganz Friesenheim die Weihnachtssterne entlang des Dorfbachs. Die Sterne sind in die Jahre gekommen und wurden in den 2000er-Jahren nicht mehr ersetzt. Nach und nach verschwanden sie aus dem Ortsbild. Geblieben sind die Weihnachtsbäume auf der Ochsenbrücke und am Rathaus. Seit dem 27. November gehören nun auch wieder Lichterketten dazu.