Gegenüber des Clubheims des SV Kippenheim soll die neue Feuerwache gebaut werden. Der Wohnmobilstellplatz wird dafür weichen müssen. Foto: Piskadlo

Das neue Gerätehaus, das sich die Kippenheimer und Schmieheimer Wehr künftig teilen, soll im Gewann „Müllertal“ entstehen.

Der Gemeinderat Kippenheim hat sich in Anwesenheit von Mitgliedern der Kippenheimer und Schmieheimer Wehren für den Standort einer neuen gemeinsamen Feuerwache entschieden. Das neue Gebäude soll im Südosten der Gemeinde im Bereich „Müllertal“ entstehen. Bei der Abstimmung im Rat am Montagabend im Bürgerhaus votierten fast alle Ratsmitglieder für den neuen Standort, lediglich Matthias Nowack (CDU) stimmte dagegen. Die bevorzugte Variante war den Feuerwehren bereits mitgeteilt und von den Wehrausschüssen akzeptiert worden.

 

Zur Auswahl standen drei weitere Standorte: am Tennisplatz, in der Spitalstraße sowie zwei Varianten am Sportplatz. Bereits im Vorfeld der Prüfung durch das Fachbüro Brandschutz Vier aus Schmieheim hatte der Gemeinderat zentrale Kriterien für die Standortwahl festgelegt. Dazu zählen laut Beschlussvorlage insbesondere der Erhalt des Sportbetriebs für alle Vereine, eine günstige Topografie sowie gut ausgebaute Zufahrtswege für die Wehr. Außerdem sei mittelfristig ein Bildungszentrum im geplanten Areal vorgesehen, das ebenfalls berücksichtigt werden müsse.

Vier Möglichkeiten standen den Räten zur Auswahl

Die Standorte am Tennisplatz und in der Spitalstraße schieden vor allem aufgrund der schwierigen Zufahrtsbedingungen aus. Bei den Sportplatzvarianten wurde insbesondere die ungünstige Topografie kritisiert.

Zudem hätte ein Bau an dieser Stelle bedeutet, dass die Sport- und Turnvereine mit einer Verkleinerung ihrer Spielflächen hätten rechnen müssen, erklärte Bürgermeister Matthias Gutbrod.

In Abstimmung mit den Wehren aus Kippenheim und Schmieheim fiel daher die Entscheidung, den Standort „Müllertal“ zur Umsetzung vorzuschlagen. Dieser biete das ansprechendste Gesamtpaket: Eine kurze Anfahrt für die Wehrleute und eine direkte Zufahrt für die Fahrzeuge, Potential zur Erweiterung, keine Einschränkungen für die Vereine sowie eine insgesamt gute Topografie. Nachteilig zu bewerten seien lediglich die Höhenunterschiede auf dem Grundstück und die dortigen Parkplätze für Autos und Wohnmobile. Diese würden wegfallen oder müssten neu versiegelt werden.

Ganz aus dem Rennen war bereits zu Beginn der Ratssitzung der ursprünglich favorisierte Vorschlag, das neue Feuerwehrgebäude am alten Sportplatz zwischen Schwimmbad und Sporthalle zu bauen. Grund für das Umdenken war die große Hochwassergefahr, die laut Gutbrod die Schaffung einer Retentionsfläche und eventuell sogar den Bau eines Rückhaltebeckens bedeutet hätte. Die Bauzeit hätte sich dann um mehrere Jahre verlängert und die Kosten wären deutlich gestiegen. Damit sei die Nutzung des alten Sportplatzes auch für andere Projekte ungeeignet, so der Rathauschef. Der alte Sportplatz war bereits im Jahr 2017 als Standort für das neue Bürgerhaus im Gespräch gewesen.

Jetzt geht es an die konkrete Planung des Gebäudes

Für Nowack war von allen übrig gebliebenen Standorten die Variante „Müllertal“ zwar noch die bestmögliche. Dennoch votierte er dagegen. Er hätte einen zentraleren Standort bevorzugt, erklärte er auf Nachfrage unserer Redaktion.

Und wie geht es nun weiter? Während der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan angepasst werden, soll parallel die Raumplanung des Gerätehauses vorgenommen werden. Bürgermeister Gutbrod hofft, in einem Jahr den Spatenstich setzen zu können.