Die SG Schweighausen und der SV Dörlinbach haben eine gemeinsame Konzeption für ihre in die Jahre gekommenen Spielstätten vorgestellt. Den Gemeinderat überzeugten die Ideen.
Die Sportplätze in Dörlinbach und Schweighausen sind in die Jahre gekommen, erklärte Bürgermeister Matthias Litterst am Donnerstag im Gemeinderat. Die beiden Vereine haben sich im zurückliegenden Jahr darüber ausgetauscht, wie es gelingen kann, die Anlagen in einer gemeinsamen Konzeption möglichst wirtschaftlich in Stand zu setzen. Das Ziel, so Litterst, sei es, eine ansprechende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinde sei in die Gespräche eingebunden gewesen. Man sei sich einig, dass man zwei Plätze wolle, die von Vereinen, „kleinen und großen Bolzern“ sowie Schulen und Kindergartenkindern genutzt werden können.
Die Vorsitzenden Daniel Geiger (SG Schweighausen) und Heiko Wangler (SV Dörlinbach) präsentierten dem Gremium den aktuellen Planungsstand. „Bei unserem Rasenplatz ist der Zenit deutlich überschritten“, so Geiger. In der Regel habe ein solcher Platz eine Haltbarkeit von 20 bis 25 Jahren, die letzte Sanierung datiert aber auf das Jahr 1986. Die Pflege sei bislang in Eigenregie umgesetzt worden, die Gemeinde unterstütze finanziell. Genutzt werde der Platz von Männer- und Jugendteams, Schulen sowie anderen Vereinen. Die Flutlichtanlage sei veraltet. „Es gibt keine Leuchtmittel mehr“, so Geiger. Die Nutzung des gepachteten Trainingsplatzes „Käsplatz“ sei wetterabhängig, die Pflege laufe ebenfalls in Eigenregie. Auch hier sei die Fluchtlichtanlage veraltet. Eine Umkleide fehlt.
Der Dörlinbacher Rasenplatz wurde laut Wangler 1983 notdürftig saniert. Hauptproblem sei neben eines Gefälles von bis zu zweieinhalb Metern, dass das Feld „wahnsinnig rautenförmig“ sei. Der Verein pflegt den Platz in Eigenregie mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde. Genutzt wird der Platz von Männer- und Frauenteams sowie Jugendteams. Die Flutlichtanlage sei nicht ausreichend und veraltet.
Auf dem Dörlinbacher Platz gibt es ein großes Gefälle
Im März 2024 haben die Vereine über die Gemeinde ein Gutachten von der Firma Rievo erstellen lassen. Deren Empfehlung zitiert Geiger folgendermaßen: „Nach meiner Einschätzung macht die Umwandlung des Rasenplatzes in Schweighausen in ein Kunstrasenspielfeld am meisten Sinn.“ Damit sei die Bespielbarkeit über das ganze Jahr hinweg gewährleistet, so Geiger. Zudem sei die Pflege unabhängig von den Wetterbedingungen und mache dem Verein auch weniger Arbeit. Außerdem könne das Feld als Bolzplatz genutzt werden. „Der Bolzplatz hinter dem Friedhof ist ja in keinem guten Zustand.“.
„Das Projekt Kunstrasen sollte so schnell wie möglich umgesetzt werden“, findet Geiger. Bei schlechtem Wetter sei nicht zu garantieren, dass der Platz bespielt werden könne. Optimalerweise könnten die Arbeiten im Mai 2026 beziehungsweise nach den Sommerferien beginnen. Die Firma Rievo gebe eine Bearbeitungszeit von sechs bis acht Wochen an. Geiger rechnet „mit allem Drum und Dran“ damit, das Gröbste in zehn Wochen hinzubekommen.
Auch das Flutlicht soll saniert werden – das reiche auch im Herbst, so Geiger. Als guten Kompromiss nennt er fünf Masten statt der ursprünglich angestrebten sechs. Dazu gebe es einen Zuschuss vom Bund von 25 Prozent – dafür müsse man Berechnungen einreichen, die zeigen, dass eine neue Anlage effizienter ist und weniger Energie verbraucht. Zudem gebe es einen Zuschuss von 30 Prozent vom Badischen Sportbund – wie auch für die Sportplatzsanierung der Vereine.
Laut Gutachten der Firma Rievo scheitert die Umwandlung des Dörlinbacher Sportplatzes in ein Kunstrasenspielfeld am Gefälle. Hier legt die Firma daher nahe, den Platz generalzusanieren. Dabei soll auch Rasentragmaterial aus Schweighausen zum Einsatz kommen.
Die Vereine unterstützen sich während der Sanierung
Die Sanierung des Platzes in Dörlinbach soll voraussichtlich Mitte 2027 starten. Dabei soll die Rautenförmigkeit aus dem Platz genommen werden, zudem soll das Gefälle reduziert werden. Während in Schweighausen gearbeitet wird, können die dortigen Kicker nach Dörlinbach ausweichen. Wenn man im Mai anfange, laufe die Sanierung aber ohnehin in die Spielpause hinein, so Geiger. Den „Käsplatz“ wolle man so lange halten, wie es notwendig sei.
In Dörlinbach wird die Sanierung laut Wangler rund ein Jahr dauern. Auch darum sollen zunächst die Arbeiten in Schweighausen umgesetzt werden – damit die Dörlinbacher während ihrer Sanierung auf den neuen Kunstrasenplatz ausweichen können.
Man wolle sich für die Zukunft resistent machen, so Geiger. Sowohl die SG als auch der SV seien ins Dorfleben integriert, beide beteiligen sich an Festen und Projekten. Die SG hat mehr als 500 Mitglieder, der SV fast 400. Einen großen Anteil werde man selbst zahlen, so Geiger. Man sei sich bewusst, dass die Gemeinde relativ strukturschwach sei. Dennoch haben beide Vereine Zuschussanträge gestellt, über die noch beraten wird (siehe Info).
„Das Konzept wirkt sehr schlüssig“, so Gemeinderat Kurt Weber (CDU). Man müsse die Vereine beglückwünschen, dass es ihnen gelungen sei, dieses so auf den Tisch zu legen. „Es bringt einen deutlichen Mehrwert für uns alle mit.“
So geht’s weiter
Über die Zuschussanträge soll laut Bürgermeister Litterst bei der kommenden Sitzung am Dienstag, 16. Dezember, beraten werden. Dann wird auch über den Haushalt diskutiert werden.