Ende September 2025 eröffnete Rofu Kinderland noch eine neue Filiale in Bochum. Foto: Rofu Kinderland

Noch vor zwei Jahren war Rofu sogar am Standort Horb interessiert. Nun steht der Spielwarenhändler vor einer ungewissen Zukunft – auch in Pfalzgrafenweiler.

Noch vor zwei Jahren überlegte Rofu Kinderland, wohl zusätzlich zur bestehenden Filiale in Pfalzgrafenweiler einen zweiten Standort im Kreis Freudenstadt zu eröffnen – in Horb. Nun steckt die Spielwarenkette selbst in wirtschaftlichen Schwierigkeiten: Rofu Kinderland hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.

 

Was bedeutet das für die Filiale in Pfalzgrafenweiler? Nach Angaben des Unternehmens bleibt der Geschäftsbetrieb zunächst uneingeschränkt bestehen. Ein Unternehmenssprecher erklärt auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir werden alle Umsatz- und Kostenpositionen genau analysieren und Sanierungsmaßnahmen prüfen. Alle Filialen haben weiter geöffnet und die Kunden können wie gewohnt bei Rofu einkaufen.“ Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien weiter im Einsatz. Die Gehälter der bundesweit rund 1970 Beschäftigten sind nach Unternehmensangaben über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Das ist das Ziel der Insolvenz

Die Insolvenz in Eigenverwaltung zielt darauf ab, das Unternehmen langfristig zu erhalten. Das bestehende Management bleibt im Amt und wird von Sanierungsspezialisten unterstützt. In den kommenden Wochen sollen sämtliche Umsatz- und Kostenpositionen überprüft und mögliche Sanierungsmaßnahmen ausgelotet werden. Parallel dazu will Rofu einen bereits begonnenen Investorenprozess fortsetzen.

Rofu Kinderland betreibt aktuell bundesweit 104 Filialen, mehrere davon in Baden-Württemberg. Neben Pfalzgrafenweiler gibt es unter anderem einen Standort im benachbarten Kreis Rottweil, in Zimmern ob Rottweil. Die Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nennt das Unternehmen offen: ein schwaches Weihnachtsgeschäft, anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten sowie ein intensiver Wettbewerb – nicht zuletzt durch den Onlinehandel.

Vor zwei Jahren noch Expansionspläne im Landkreis

Dass Rofu vor nicht allzu langer Zeit noch Expansionspläne verfolgte, zeigt ein Blick nach Horb. Im Februar 2023 hatte der Gemeinderat dort den Weg für eine mögliche Ansiedlung der Spielwarenkette auf dem Hohenberg freigemacht. Ziel war es, mit dem Angebot Familien aus der Region nach Horb zu ziehen. Doch nur einen Tag später kam die Absage: Der Umbau des vorgesehenen Gebäudes – früher ATU, heute ein Teil der Autowelt Prusseit – sei zu teuer, hieß es in einem Schreiben an die Stadt. Der Standort kam nie zustande.

Rofu blickt auf eine lange Unternehmensgeschichte zurück. Gegründet wurde die Firma 1962 von Eberhard Fuchs, der zunächst als Lieferant für kleinere Läden und später für große SB-Markt-Ketten tätig war. 1984 eröffnete er in Birkenfeld das erste „Rofu Kinderland“. Das Konzept – große Auswahl zu günstigen Preisen – erwies sich als erfolgreich. Über Jahrzehnte wuchs das Unternehmen kontinuierlich, baute Logistik- und Lagerkapazitäten aus und feierte im Oktober 2024 sein 40-jähriges Bestehen.

Wie es nun weitergeht, ist offen. Für Kundinnen und Kunden in Pfalzgrafenweiler heißt es vorerst: Die Türen bleiben offen. Ob und in welcher Form Rofu langfristig auch im Kreis Freudenstadt vertreten sein wird, hängt wohl vom Ausgang des Sanierungsverfahrens ab.