Mit Wanderstöcken und drohender Geste hielt sich Michael Hoyer bei „Direttissima“ das Rindvieh vom Leibe, wie er bei seiner Multivisionsshow in der Neuen Tonhalle zeigte. Foto: Birgit Heinig

Michael Hoyer nahm die Zuschauer bei der 200. Multivisionsshow in Villingen mit auf seine Wandertour auf der „Direttissima“ durch den Schwarzwald.

„Direttissima“ bedeutet in Bergsteigerkreisen der direkte Weg zum Gipfel. Michael Hoyer fand mit seiner Veranstaltungsreihe Story-VS aber auch „direttissima“ den Weg ins Herz seines Publikums. Am Samstagnachmittag fand die 200. Multivisionsshow statt.

 

Nicht nehmen lassen wollte er sich bei der Jubiläumsveranstaltung im 25. Jahr von story-vs, in der Neuen Tonhalle selbst auf der Bühne zu stehen. Noch einmal präsentierte der Medienprofessor dabei sein vor zehn Jahren mit Ulrich Merz erlebtes Abenteuer, das nicht fern der Heimat stattfand, sondern mittendrin – direttissima durch den Schwarzwald.

Sie überwanden von Pforzheim im Norden bis Rheinfelden im Süden 301 Kilometer und 17461 Höhenmeter und erlaubten sich von der mittels eines Trackers angezeigten direkten Linie eine Abweichung von maximal 30 Metern.

Klar, dass sich dabei Brennnesseln, Dornen und Elektrozäune als die „größten Gegner“ herausstellten. Michael Hoyer und Ulrich Merz wanderten 31 Tage lang, nicht am Stück, das stand gleich nach der ersten, überraschend viele Kräfte zehrenden Etappe fest. Sie ließen sich daher knapp ein Jahr Zeit, kehrten stets an den Endpunkt der letzten Etappe zurück und hielten in Bild und Film fest, wie sie den schwarzen Wald und seine Landschaften drumherum erlebten.

„Wunderschön“ lautete das Fazit. Allerdings: Eine Nachahmung ihres Projektes sei aufgrund inzwischen geltender Naturschutzgesetze nicht mehr möglich, merkte Hoyer an. Zu jeder Jahreszeit kämpften sich die beiden Wanderer durch Unterholz und Himbeergestrüpp, genossen Postkartenidyllen mit weiten Wiesen und herrlichen Ausblicken, trafen Menschen, die ihre „bescheuerte Idee“ bewunderten, hatten ein paar Tage auch ein SWR-Fernsehteam an ihrer Seite, überwanden 40 Schwarzwaldgipfel und durchwateten 30 Bäche und Flüsse.

Ein Faible für Rindviecher

Er liebe Rindviecher, gestand Michael Hoyer und erklärte damit die Bilder von Vor- und Hinterwäldlern und vom Ochsen Max, der das Duo eine Etappe lang begleitete. Da Rinder nicht ungefährlich sind, zeigte er auch gleich, wie man sich ihrer mittels Wanderstöcken – unverzichtbar! – erwehrt und hatte dabei die Lacher auf seiner Seite.

Auch Kuriositäten wie Fahrräder, Katzenaugen und Grabsteine mitten im Wald sowie ein Mahnmal für zwei 1900 beim Heidelbeerensammeln ermordeter Kinder machten das Schwarzwalderlebnis zum Abenteuer. Dass die Region „sanft und einladend, hart und herausfordernd, unterschätzt in ihrer Wildheit und bei Regen besonders schwarz“ sei, belegte Hoyer visuell und fesselte die Zuschauenden nicht nur mit Worten und Bildern, sondern auch mit der Idee, ein jeder möge doch ein Ziel haben, auf das er hinarbeite, jeden Tag daran denke, täglich etwas zur Verwirklichung tue und andere Menschen daran teilhaben lasse. „Wer kein Ziel hat, erreicht es auch nicht!“