Die Autoren der Festschrift bekamen die druckfrischen Bücher überreicht. Foto: Siegmeier

Das Bischöfliches Konvikt hat sein 200-jähriges Bestehen mit einem Gottesdienst und einem Festakt im Münster gefeiert. Ein besonderes Geschenk: Fördervereinsvorsitzender Stephan Neher überreichte einen Spendenscheck in Höhe von 5000 Euro.

Es war ein bisschen wie ein großes Familientreffen, das Konviktsjubiläum, das am Samstag gefeiert wurde. Bereits zum Festgottesdienst mit Festakt im Münster fanden sich unzählige Ehemalige, einstige Erzieher, Freunde und Wegbegleiter des Hauses ein, die den 200. Geburtstag des Konvikts mitfeierten. Und die Freude stand allen ins Gesicht geschrieben.

 

Den Festgottesdienst zelebrierte Weihbischof Johannes Kreidler – selbst ehemaliger Konviktor – mit Konzelebranten, ebenfalls Ehemalige. Musikalisch wurde die Feier von Peter Strasser an der Orgel, Volker Braun an der Trompete und der Band „Tibi Deo“ mitgestaltet.

Und auch die Glocken des Münsters waren offenbar entzückt von dem besonderen Jubiläum, so dass das volle Geläut auch nach mehreren Versuchen nicht freiwillig verstummen wollte. Erst als der einstige Mesner Ivan Drempetic zur Hilfe eilte und die Sicherung rausdrehte, konnte ihnen Einhalt geboten und der Gottesdienst in Ruhe fortgesetzt werden.

Geschichte der Einrichtung

Beim anschließenden Festakt ging Konviktsdirektor Martin Frank, der sichtlich überwältigt war von der großen Gästeschar, auf die reiche Geschichte der Einrichtung, den Wandel, die Erneuerung und die Gegenwart des Internats ein.

Seitdem im Jahr 1702 der Grundstein für das Gebäude gelegt wurde, hat es eine vielfältige Geschichte erlebt. Erst war es Jesuitenresidenz, dann Jesuitenkolleg, bis es schließlich 1824 als niederes Konvikt, Ausbildungsstätte für künftige Kleriker der Diözese Rottenburg wurde, die am Rottweiler Gymnasium die letzten vier Klassen bis zum altsprachlichen Abitur durchliefen.

Weihbischof Johannes Kreidler zelebrierte den Festgottesdienst mit Konzelebranten. Foto: Siegmeier

Kaderschmiede für Theologennachwuchs ist es heute nicht mehr, dafür aber noch immer eines der vier Marchtaler Internate. 37 Mädchen und Jungen leben heute im Konvikt und besuchen ganz unterschiedliche Schularten in der gesamten Region. „Die Gemeinschaft, die man hier erlebt hat und erlebt, die trägt ein Leben lang“, betonte Stephan Neher, auch ehemaliger Konviktor, sowie Oberbürgermeister von Rottenburg und Vorsitzender des Fördervereins Konvikt.

Und damit sprach er wohl vielen Ehemaligen aus der Seele, denn auch beim großen Fest im Hof des Konvikts war dieser Satz immer wieder zu hören und die „Konviktsfamilie“ regelrecht zu spüren.

Vor wenigen Jahren hatte Stephan Neher gemeinsam mit weiteren Interessierten den Förderverein ins Leben gerufen und konnte Direktor Martin Frank einen Spendenscheck in Höhe von 5000 Euro überreichen.

Foto: Siegmeier

Auch die Festschrift mit dem Titel „Einblicke ins Gestern und Heute“, an der die Autorinnen und Autoren Charlotte Laufer, die ehemalige Stadtschreiberin Ika Sperling, Rudolf Strasser, Stefanie Siegmeier, Ulrich Fiedler und Pfarrer Jürgen Rieger sowie Ivica Plavotic mitgewirkt haben, wurde vorgestellt. Sabina Kratt hatte das 100-seitige Werk gestaltet.

Weitere Grußworte sprachen unter anderem Oberbürgermeister Christian Ruf, Ordinariatsrätin Ute Augustyniak-Dürr und Stephan Neher. Nach dem Mittagessen wurde der Festreigen mit Hausführungen, guten Gesprächen und dem Schwelgen in Erinnerungen fortgesetzt. Zudem gab es eine Signierstunde mit Ika Sperling, die ihr druckfrisches Buch dabeihatte. Am Abend klang des Jubiläumsfest aus.