Trompeten und Posaunen ganz oben von der Empore des Franziskaner-Konzerthauses kündigten ein wahres Meisterkonzert zum 20-jährigen Bestehen der Musikakademie Villingen-Schwenningen an.
Die Dozenten und der neue Leiter der Musikakademie, Matthias Schürmann, der Posaune spielte und gekonnt durchs Programm führte, hatten alle Register gezogen, um das Publikum mit Professionalität und Freude am Musizieren zu begeistern.
Gespielt wurde ohne Honorar, der Eintritt war frei. Die Besucher konnten ihr Geburtstagsgeschenk an die Akademie in eine Spendenbox geben.
Nach der feierlichen Intrada à 4 von Georg Friedrich Händel und dem swingenden „Hallelujah Drive“ von Chris Hazell mit Jakob Karg und dem einzigen Schüler an diesem Abend, Serafin Lienhart an der Trompete, sowie Matthias Schürmann und Christof Mössmer an der Posaune verzauberten die Sopranistin Doksuk Jeon-Raber und Frank Scheuerle an der Mandoline die Zuhörer mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Zufriedenheit“ und „Komm, liebe Zither, komm.“
Viel Hintergrundwissen
Zufriedenheit spiegele sich auch in seiner Stimmung wieder, lächelte Schürmann bei seiner Begrüßung in die gut gefüllten Publikumsreihen. Nach den Musikstücken gab er den Vortragenden die Gelegenheit, kurz etwas zum Instrument, den ausgewählten Stücken oder zum eigenen Werdegang zu sagen.
Damit wurden die Zuhörer nicht nur mit beeindruckender Musik, sondern auch mit Hintergrundwissen versorgt und darüber, welche vielfältigen Unterrichtsmöglichkeiten die Musikakademie bietet. Außerdem sei es immer wieder spannend, über Musik zu reden, meinte Schürmann. Indem die Dozenten selbst ins Rampenlicht treten, stellten sie damit unter Beweis, dass im Reich der Musik pädagogische Exzellenz und künstlerische Präsenz zusammen gehörten, ist der Leiter der Musikakademie überzeugt.
Wie harmonisch Mandolinen- und Gitarrenklänge sich ergänzen, zeigten Frank Scheuerle und Stephan D. Weisser mit einem Allegro von Giovanni Battista Gervasio. In den weiteren Stücken „Ombre amene“ und „Confuso, smarrito“ von Mauro Giuliani begleitete Stephan D. Weisser Doksuk Jeon-Raber auf der Gitarre. Das Geburtsjahr Maurice Ravels vor 150 Jahren nutzte Seunghwan Severino Kim, um den Flügel mit „Alborada del gracioso“ aus „Miroirs“ zum Beben zu bringen. Er sei ein bisschen aufgeregt angesichts des anspruchsvollen Werkes, verriet Kim.
„In memoriam“
Rainer Horcher hat mit seiner originellen Bearbeitung des bekannten Kanons „Dona nobis pacem“ zu einem „in memoriam“ für Violine, Klarinette, Horn, Violoncello, Akkordeon, Bassklarinette, Cajon und Megaphon die Herzen der Zuhörer ganz besonders angesprochen. Sein Arrangement galt den beiden verstorbenen Dozenten Marianne Kopp (Harfe) und Gerhard Schempp (Veeh-Harfe). In das Spiel von Theresa Lechner, Nadia Sofokleous, Ana Stanković, Kristin King-Dom, Dragan Djokić, Rainer Horcher, Frank Neu und Matthias Schürmann wurde das Publikum einbezogen. Schürmann flüsterte in das Megaphon und forderte die Zuhörer auf, ihm nachzusprechen, was zu einer atmosphärischen Flüsterwolke führte, die den ganzen Konzertsaal erfüllte – in memoriam.
Aus der „Hochzeit des Figaro“ von Mozart sang Doksuk Jeon-Raber „Dove sono i bei momenti“ und ein koreanisches Kunstlied „Blumenwolken“ von Heungrul Lee. Begleitet wurde sie von ihrem Landsmann Seunghwan Severino Kim am Flügel.
Weitere Veranstaltungen
Den Schluss des knapp eineinhalbstündigen Programms setzten Theresa Lechner (Violine), Nadia Sofokleous (Klarinette) und Alexandru Szabó (Klavier) mit Darius Milhauds Ouvertüre und Introduction et Final aus der Suite op. 157b.
Im Jubeljahr der Musikakademie geht es weiter mit dem Kurgartenkonzert am Sonntag, 29. Juni. Matthias Schürmann wies noch auf den Schnuppernachmittag am 12. Juli, ab 14 Uhr im Gebäude der Musikakademie in der Mozartstraße in Schwenningen hin.