20 Jahre Talheim: Am Wochenende fand das Jubiläumsfest zur Vereinigung der zwei ehemals selbstständigen Gemeinden Ober- und Untertalheim statt.
Bekanntlich soll man die Feste feiern, wie sie fallen. Und wenn man, wie im Steinachtal, 20 Jahre auf ein vereintes Talheim zurückblicken kann, legen sich die Bewohner von Horbs größtem Stadtteil so richtig ins Zeug.
Alle Vereine haben sich bereiterklärt, ihren Beitrag zu diesem zweitägigen Fest zu leisten, das am Samstagabend mit dem fetzigen Sound von Black & White eröffnet wurde und dann mit Discoklängen weiterging. Hotspot dieser Riesen-Fete war der Platz rund um die Steinachhalle. Dort bündelten sich alle Aktivitäten.
Lange Vorbereitungszeit
Fünf Jahre habe man auf dieses gemeinsame Dorffest 2024 hingearbeitet, erklärte Ortsvorsteher Anton Ade, der zusammen mit einem 15-köpfigen Festkomitee ein Programm ausgetüftelt hatte, das für Jung und Alt mehr als nur ein bisschen Unterhaltung bot.
Wie wichtig dieses Fest für die gesamte Bürgerschaft von Talheim war, sah man nicht nur an dem vollen Hallenvorplatz am Samstagabend, auf dem die Haupt-Bühne aufgebaut war, sondern vor allem auch den ganzen Sonntag über. Da war Familientag, der mit einem ökumenischen Gottesdienst begann und mit viel Musik, Spaß und Unterhaltung bis in den frühen Abend weiterging.
Fest hat große Bedeutung
Am Samstagabend verdeutlichte schon ein Blick auf den Tisch der Ehrengäste die Wertschätzung, die man diesem Jubiläum entgegenbrachte. Neben Bürgermeister Ralph Zimmermann sah man dort mit Roland Huonker, dem letzten Bürgermeister von Obertalheim, auch dessen Kollegin Gertrude Riefer, die letzte Ortsvorsteherin von Obertalheim.
Mit Kerstin Just folgte die erste hauptamtliche Ortsvorsteherin vom vereinten Talheim und ihr Nachfolger Thomas Staubitzer, heute Bürgermeister von Schopfloch. Beide ließen es sich nicht nehmen, an diesem beachtenswerten Abend vor Ort zu sein.
Zimmermann ging in seinem Grußwort auf die Geschichte des Zusammenschlusses beider ehemals selbstständigen Orte, die sich nach der politischen Entscheidung einer Verwaltungs- und Gebietsreform 1975 erst 30 Jahre später zu einem einzigen Talheim vereinten, in Stichworten ein und betonte dabei, wie bedeutsam Talheim und seine Vereine und Institutionen für die Gesamtstadt Horb sind.
„Talheim ist ein lebenswerter und liebenswerter Stadtteil, der eine tragende Säule im Gefüge der Großen Kreisstadt Horb am Neckar darstellt. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein und optimistischen Zukunftsaussichten kann Talheim weiterhin zusammenwachsen und gedeihen“, rief er den Festgästen zu. Anton Ade schloss sich mit den üblichen Gruß- und Dankesworten an und stellte fest, dass es noch mindestens eine Generation braucht, um das Ober- und Untertalheim-Denken zumindest aus den Köpfen der älteren Talheimer Bevölkerung zu bekommen.
Ein bestes Beispiel dafür lieferte Alt-Bürgermeister Roland Huonker ab, der Verwaltungsmitarbeiterin Alexandra Müller leutselig fragte, ob sie den aus Unter- oder Obertalheim stamme? „Ich komme aus Bildechingen“, konnte sie zu ihrer Entlastung antworten und sich damit als neutrale Persönlichkeit outen.
Anton Ade bat nach den Grußworten Kerstin Just zum Fassanstich vor an die Bühne.
„Spritziger“ Fassanstich
Sie erhielt zwar von Brauereichef Eberhard Haizmann eine kurze Einweisung wie man den Zapfhahn richtig ins Fass donnert, doch der Erfolg war im wahrsten Sinne des Wortes überschäumend. Das schäumende Gerstengetränk spritzte anfangs überall hin, nur nicht dorthin, wohin es eigentlich sollte. Just bekam eine ordentliche Bierdusche ab.
Nachdem das erste Bier in die Krüge gelaufen war, stand dem symbolischen „Prosit auf die Gemütlichkeit“ nichts mehr im Weg – die Band spielte etwas ganz anderes –, das Fest war offiziell eröffnet und der Betrieb um die Halle konnte starten.
Originelle Spielideen
Vieler der Besucher nutzten das Treffen zu einem Schwatz, der sich meist rund um das aktuelle Dorfgeschehen drehte, doch einige ganze Mutige stellten sich den Herausforderungen, die die Erwachsenen-Spielstraße für sie bereithielt. Zeitungen zerrupfen, zusammenknüllen und in eine vom Musikverein bereitgestellte Tuba zu schmeißen, war genauso herausfordernd wie Hexen-Strohschuh-Zielschleudern, Schlauchkegeln, Torwandschießen und mit der Ballschleuder das Ziel treffen. Sieger wurde die Mannschaft der Jugendfeuerwehr – das Ortsvorsteher-Dreamteam landete auf einem den hinteren Plätze. Startete man am Samstagabend noch mit wetterbedingter Verzögerung, so durfte man den ganzen Sonntag bei allerschönstem Juni-Wetter durchfeiern. Die lange Vorbereitung hat sich gelohnt und nun freuen sich die Talheimer schon auf ihre 25-Jahre Party im Jahr 2029 und die 1250-Jahr-Feier 2032, denn, wie schon gesagt, man soll die Feste feiern, wie sie fallen.