Die Hebammengemeinschaft Ettenheim besteht seit 20 Jahren. Wie sehr deren Arbeit wertgeschätzt wird, zeigte eine Geburtstagsfeier in den Räumen in der Rohanstraße.
Viele Familien, die das vielfältige Angebot der Hebammen bereits genutzt haben oder noch nutzen, machten den „Geburts(tags)frauen“ ihre Aufwartung. Auch Bürgermeister Bruno Metz ließ sich einen Besuch nicht nehmen, um die wertvolle Arbeit des Teams zu würdigen.
Wie sehr die Stadt die Arbeit dieser Berufsgruppe zu schätzen wisse, zeige sie nicht zuletzt dadurch, dass sie schon seit Jahren einen Gutschein für jede Hebamme übergibt, die eine Ettenheimer Familie im Wochenbett betreut, so Metz – ein Beispiel, dem inzwischen auch einige Gemeinden im Umland gefolgt sind.
Zur Hebammengemeinschaft, die die Rechtsform einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) hat, haben sich vor zwanzig Jahren vier Hebammen nach Schließung des Kreißsaals im damaligen Ettenheimer Krankenhaus zusammengeschlossen, um Räume gemeinsam für Kurse und die Versorgung der Familien nutzen zu können.
Anfangs waren die Räume im Krankenhaus, später in der Kolpingsiedlung, dann in der Beltzmühle, inzwischen in den sehr ansprechenden Räumen in der Rohanstraße neben der früheren Wiegandt’schen Apotheke. „Eine richtig gute Entscheidung, die damals getroffen wurde“, so eine der Hebammen im Rahmen der Geburtstagsrunde. Und ihre Kolleginnen schlossen sich dieser Zufriedenheit uneingeschränkt an.
Grundsätzlich sind alle Hebammen der Gemeinschaft selbstständig
Fachlich biete eine solche Gemeinschaft viele Vorteile, ermögliche einen intensiven Austausch, die gemeinsame Nutzung von Räumen und schließlich auch Flexibilität bei den notwendigen Vertretungen. Grundsätzlich sind alle Hebammen der Gemeinschaft selbstständig, sind alle gleichgestellt und beteiligen sich in gleichem Umfang an den anfallenden Kosten. Und das Wichtigste für sie: „Wir verstehen uns alle richtig gut, sind ein tolles Team.“
Von den besuchenden Gratulanten wurden immer wieder die thematisch-vielfältigen, hilfreichen Kurse wie auch das Nestcafé (zweimal pro Woche) und das Stillcafé (alle zwei Wochen) in den Räumen der Hebammengemeinschaft gelobt. Die verschiedenen beruflichen Hintergründe von Hebammen und weiteren medizinisch oder pädagogisch geschulten Fachfrauen, die im Familienzentrum mitarbeiten, ist da sehr gewinnbringend, wie auch von den Geburtstagsgästen immer wieder zu hören war.
„Unser Beruf ist extrem interessant. Wir haben wirklich Freude an der Hebammentätigkeit“, so Helene Fitzke stellvertretend für ihre Kolleginnen. Gerne nehme man daher auch Studentinnen der Hebammenwissenschaft im Rahmen ihrer Ausbildung zum Reinschnuppern auf. Und auch junge Hebammen seien jederzeit im Team willkommen, so Fitzke weiter.
Versorgungslage bleibt angespannt
Noch gebe es ausreichend Bewerberinnen für die Studienplätze. Allerdings blieben viele examinierte Hebammen auf Grund der Umstände wie etwa steigendem bürokratischem Aufwand, gestiegenen Versicherungsbeiträgen und schlechter Bezahlung nur wenige Jahre im Beruf, so die ernüchternde Feststellung der Hebammen im Gespräch. Somit sei die Versorgungslage rund um die Geburt weiterhin angespannt. All diese Schwierigkeiten nahmen allerdings weder Gastgeberinnen noch Gästen die Freude am runden Geburtstag, wie vor Ort deutlich zu spüren war.