Yonathan Dayan schlug viermal zu. Foto: IMAGO/RHR-Foto//Dennis Ewert

Der HBW Balingen-Weilstetten setzt seinen Erfolgslauf in der 2. Handball-Bundesliga fort und gewinnt bei TuSEM Essen deutlich mit 34:25.

Am 27. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga feierte der HBW Balingen-Weilstetten beim TuSEM Essen, einst einer der traditionsreichsten Vereine des deutschen Handballs, einen umkämpften, letztlich aber verdienten 34:25 (17:12)-Auswärtssieg.

 

Damit baute die Mannschaft von Cheftrainer Matthias „Matti“ Flohr ihre beeindruckende Serie auf neun Siege in Folge aus.

Die „Gallier von der Alb“ mussten kurzfristig auf Top-Torschütze Sascha Pfattheicher (202 Tore) und Spielmacher Elias Huber verzichten, beide fielen aufgrund eines Magen-Darm-Infekts aus. Vor 2317 Zuschauern in der Sporthalle „Am Hallo“ entwickelte sich zunächst das erwartet schwere Auswärtsspiel.

Ausgeglichene Anfangsphase mit vielen Fehlern

Beide Teams agierten mit kompakten Abwehrreihen, lieferten sich intensive Zweikämpfe und konnten sich zudem auf starke Torhüter verlassen. Den Torreigen eröffnete Stefan Bauer für die Gäste aus Balingen (1.). In der Folge blieb die Partie zunächst eng, geprägt von technischen Fehlern und umstrittenen Entscheidungen, der nicht durchgehend klar agierenden Schiedsrichter, auf beiden Seiten. Die abstiegsbedrohten Gastgeber hielten kämpferisch bis zum 8:8 (22.) gut dagegen.

HBW zieht vor der Pause entscheidend davon

Gegen Ende der ersten Halbzeit erhöhte Balingen die Schlagzahl, spielte seine handballerischen Qualitäten aus und nutzte Ballverluste konsequent eiskalt aus. Besonders auffällig waren dabei Max Raguse, Tim Ruggiero-Matthes und der sehr dynamische Yonatan Dayan. So ging der unaufhaltsam rollende HBW mit einer verdienten 17:12-Führung in die Halbzeitpause.

Souveräner Auftritt nach dem Seitenwechsel

Nach dem Wiederanpfiff agierte Balingen im Stile einer Spitzenmannschaft: Die Gäste blieben ruhig, leisteten sich kaum Fehler und zwangen TuSEM immer wieder zu Ballverlusten. Auch im Angriff spielte die Flohr-Sieben konsequent und ließ die Gastgeber lediglich einmal auf drei Tore herankommen (39.). Diese Phase meisterten die Gallier von der Alb souverän und setzten sich in der Folge wieder deutlich ab – 28:21 (47.).

Klare Verhältnisse bis zum Schluss

Im weiteren Verlauf ließen die Balinger nichts mehr anbrennen und verwalteten die Partie souverän. Angeführt von Kapitän Tobias Heinzelmann, der mit sieben Treffern zugleich bester Torschütze der Balinger war. Cheftrainer Matthias Flohr rotierte kräftig und gab auch den Spielern der zweiten Reihe Einsatzzeit, ohne dass der Spielfluss darunter litt, im Gegenteil: Der Vorsprung wuchs weiter an.

Neunter Sieg in Serie und historische Marke

Am Ende stand ein hochverdienter 34:25-Auswärtssieg und damit der neunte Erfolg in Serie für Balingen-Weilstetten: eine Marke, die in der 2. Handball-Bundesliga nur wenige Mannschaften erreichen. Zudem beendete der HBW eine lange Durststrecke: Seit 2018 hatte Balingen-Weilstetten in der Essener Sporthalle „Am Hallo“ nicht mehr gewonnen.

Stimmen zum Spiel

Tobias Heinzelmann, HBW Balingen-Weilstetten„Wir hatten natürlich Respekt vor Essen und der Halle, hier tun sich viele Mannschaften schwer. Ich selbst habe hier noch nie gewonnen, aber ich bin froh, dass wir den Bann gebrochen haben. Wir haben heute eine gute Abwehr gespielt und einen sehr starken Innenblock gehabt. Unser Tempospiel war ebenfalls spielentscheidend, wir waren einen Tick wacher und frischer als Essen. In der 2. Liga musst du vor allem auswärts sehr wach und konzentriert sein, damit du den Gegner und die Halle nicht ins Spiel kommen lässt. Das haben wir heute geschafft.“

Tom Wolf, TuSEM Essen: „Wir nutzen die wenigen Phasen, die Balingen uns lässt, nicht konsequent genug und machen selbst zu viele Fehler, dadurch machen wir uns das Leben unnötig schwer. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Wir wussten, was uns gegen Balingen erwartet, aber wir haben einfach zu viele Tore kassiert, um wirklich eine Chance zu haben.“

TuSEM Essen – HBW Balingen-Weilstetten 25:37 (12:17)

HBW Balingen-Weilstetten: Rebmann (5 Paraden), Nagy (3) – Ruggiero-Matthes (5 Tore), Raguse (5) , Grupe (1), Strobel (1), Fuß (1), Grüner, Wente (1), Fügel (4), Eisele, Heinzelmann (7), Dayan (4), Leimeter (1), Pöhle (1), Bauer (3).

Zeitstrafen: 6/4

Schiedsrichter: Hennekes/Hartmann.

Zuschauer: 2317.

Beste Werfer: Nils Homscheid, TuSEM Essen (9 Tore)Tobias Heinzelmann, HBW (7 Tore)