Angespannter Jubel – während der Partie trauten die Balinger Spieler und Trainer Jens Bürkle dem Braten noch nicht so rehct. Foto: Eibner-Pressefoto/Eibner-Pressefoto/Svenja Stache

Es ist so gut wie vollbracht: Der HBW Balingen-Weilstetten hat sein Spiel in Coburg gewonnen. Die anderen Ergebnisse lassen die Fans genauso jubeln.

Die Bundesliga kann kommen. Der HBW Balingen-Weilstetten hat sich in einem spannenden Spiel in der zweiten Handball-Bundesliga in Coburg mit 30:28 durchgesetzt. Zwar lagen die „Gallier von der Alb“ nach einem Stolperstart mit bis zu drei Toren Rückstand erst fast mit der Pausensirene in Front und lagen auch in der zweiten Halbzeit noch mit 15:16 zurück.

Hektische Schlussphase

Doch nach zwei Treffern in Folge zum 19:22 durch Jens Schöngarth und Kristian Beciri ließen sich die Gäste in Coburg die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, auch wenn die Gastgeber alles versuchten und bis zur hektischen Schlussphase dranblieben, sich auch von einem 23:26-Rückstand (Filip Vostorop nach 49:55) nicht demoralisieren ließen und beim 27:28 (55:11) die Hand noch am Punkt hatten. Mario Ruminsky rettete mit einer Wahnsinns-Parade den Vorsprung, Lukas Saueressig baute auf 29:27 aus Sicht der Gäste aus, und eine Minute vor Schluss lag der HBW immer noch zwei Treffer vorn, woran auch zwei Auszeiten nichts änderten.

Doch wie sah es bei der Konkurrenz aus? Wie zu erwarten war, holte sich der Dessau-Roßlauer HV 2006 bei der abstiegsgefährdeten HSG Konstanz einen ungefährdeten 32:26-Sieg. Der ThSV Eisenach, wegen der mit +107 Treffern gefährlichster Konkurrent um den Aufstieg, lag in Bietigheim nach eigener 2:1-Führung fast ständig zurück, zur Halbzeit (12:16) sogar mit vier Toren, in der zweiten Hälfte einmal (12:17) mit fünf Toren. Nach 58:14 Minuten lag Bietigheim 31:29 vorn, doch die Nerven hielten bei den Gastgeber nicht. Ivan Snajder und Fynn Hangstein acht Sekunden vor Schluss sorgten dafür, dass Eisenach durch das 31:31 noch alle Chancen hat.

Schützenhilfe der Konkurrenz

Die zuletzt beendete Partie des Abends bedeutete aber praktisch den Aufstieg des HBW, denn der in der bereinigten Auf-/Abstiegstabelle (mit den herausgerechneten Ergebnissen des HC Motor Saporoschje) auf dem zweiten Platz liegende TuS N-Lübbecke unterlag überraschend zu Hause der HSG Nordhorn-Lingen in einer dramatischen Partie 27:28.

Und das bedeutet: Der HBW (in der Auf-/Abstiegstabelle 52 Punkte) steigt nur dann nicht auf, wenn er die vier ausstehenden Spiele gegen Bietigheim (5.), in Potsdam (6.), gegen Hagen (11.) und beim HC Elbflorenz in Dresden (16.) verliert und zwei der drei verbliebenen, punktgleichen (44 Punkte) Konkurrenten N-Lübbecke, Eisenach und Dessau-Roßlau alle vier Spiele gewinnen und N-Lübbecke und Dessau-Roßlau gleichzeitig 33 (Dessau) beziehungsweise 37 Tore Differenz aufholen. Wohl ein Ding der Unmöglichkeit.