Auf HBW-Crack Jona Schoch war beim Gastspiel in Bietigheim Verlass. Sechs Tore gingen auf sein Konto. Foto: Eibner/Weiss

Der HBW Balingen-Weilstetten bleibt in ungeschlagen in dieser Zweitligasiason. Doch die Partie in Bietigheim verlief dramatisch.

Am Freitagabend ertrotzten sich die "Gallier von der Alb" im bis zur letzten Sekunde spannenden Schwabenduell mit der SG BBM Bietigheim ein verdientes 24:24-Remis (11:11).

Das Team von HBW-Coach Jens Bürkle war personell dezimiert in die Ege Trans Arena gefahren. Filip Vistorop, Moritz Strosack und Guilherme Linhares de Souza waren verletzt oder erkrankt zu Hause geblieben. Dafür gab auf dem rechten Flügel Elias Fügel sein Comeback, der sich zu Saisonbeginn verletzt hatte und seither nicht einmal bei der zweiten Mannschaft zum Einsatz gekommen war.

Abwehrreihen dominieren

Die Partie war von Beginn an sehr intensiv. Beide Abwehrreihen arbeiteten gut, die angreifenden Teams wurden häufig ins Zeitspiel gezwungen. Die Gastgeber erzielten den ersten Treffer, den der HBW mit zwei Toren in Unterzahl konterte. In Überzahl konservierte Daniel Ingason – der Linhares im rechten Rückraum vertrat – den knappen Vorsprung, ehe er verletzt das Spielfeld für eine längere Behandlung verlassen musste.

Seine Position nahm aus der zweiten Mannschaft Elias Huber ein, der kurz danach zum 6:6 egalisierte. Da HBW-Keeper Simon Sejr dreimal eine sehr unglückliche Figur gemacht hatte – überhaupt gab es auf beiden Seiten kuriose Slapstick-Einlagen – wurde er nach einer Viertelstunde von Mario Ruminsky zwischen den Pfosten abgelöst. Jona Schoch brachte den Spitzenreiter wieder in Führung, Lukas Saueressig und Oddur Gretarsson bauten die Führung beim 9:7 erstmals auf zwei Tore aus.

Jens Bürkle muss Auszeit nehmen

Zwei Fehler im Angriff nutzte das Team von Iker Romero zum Ausgleich, und mit einem 11:11 ging es dann auch in die Pause. In der zweiten Halbzeit verteidigten die Bietigheimer noch aggressiver. Trotzdem kam der HBW immer wieder zu Torchancen, die teilweise völlig frei vergeben wurden. Unter Zeitdruck traf Ingason zum 16:14, doch die Gastgeber glichen umgehend aus und zwangen Bürkle zu einer Auszeit. In der folgenden Phase hielt Schoch mit seinen Rückraumkrachern seine Farben im Spiel bis zur 49. Minute.

Christian Schäfer brachte erstmals in der zweiten Spielhälfte seine Mannschaft in Führung und Paco Barthe legte das 21:19 obendrauf. Gretarsson scheiterte vom Siebenmeterstrich, sechs Minuten vor dem Ende der Partie stand es 23:19 und der HBW schien seine erste Saisonniederlage nicht mehr abwenden zu können. Aber Bürkle zückte wieder die grüne Karte und schickte den siebten Feldspieler auf die Platte.

Drei Tore im Rückstand

Huber und Ingason trafen, doch Alexander Pfeifer netzte zum 24:21 ein. Patrick Volz hatte bei seinem "Billard"-Strafwurf Glück, und Ruminsky zeigte eine ganz wichtige Parade. Den Ausgleich durch Fügel verhinderte die Latte. Nach einem Fehlwurf des Ex-Balinger Juan de la Peña tauchte Tobias Heinzelmann frei vor dem klasse Schlussmann der Bietigheimer, Fredrik Genz, auf und vollstreckte eiskalt. In den hektischen Schlusssekunden ließ die HBW-Abwehr keinen Wurf mehr zu und so schaffte der Tabellenführer mit etwas Glück sein drittes Remis.

SG Bietigheim – HBW Balingen-Weilstetten 24:24 (11:11)

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr (1.-15.,1 P.), Ruminsky (15.- 60., 13 P.); Schoch (6), Ingason (5), Huber (4), Saueressig (3), Danner (2), Gretarsson (2/1), Heinzelmann (1), Volz (1/1), Beciri, Hildenbrand, Fügel, Schüler (n.e.), Wente, (n.e.). SG Bietigheim: Genz (1.-60., 14) ; Schäfer (6/2), Barthe (4), Wolf (4), de la Pena (3), Pfeifer (3), Wiederstein (2), Fischer (1), Vlahovic (1), Brenner, Claus, Hejny, Öhler, Velz. Zeitstrafen: Barthe (2), Claus, Vlahovic, Wiederstein, Wolf – Heinzelmann (2), Ingason (2), Schoch (2). Nächstes Spiel: HBW – VfL Potsdam, Samstag, 17. Dezember, 19 Uhr, SparkassenArena Balingen.