Der Balinger Rechtsaußen Moritz Strosack versucht, Dessaus Keeper Philip Ambrosius zu überwinden. Foto: Eibner

Die weiße Weste des HBW Balingen-Weilstetten hat ihren ersten Fleck bekommen. Dabei war im Spitzenspiel in Sachsen-Anhalt mehr drin.

In der Partie der zweiten Liga gegen den Dessau-Roßlauer HV gab es ein leistungsgerechtes Remis. Das Spiel in der Anhalt-Arena endete mit 28:28 (14:15). Die "Gallier" von der Alb fanden besser ins Spiel und führten rasch mit 2:0. Die Gastgeber mussten mehr als sieben Minuten warten, ehe ihnen der erste Treffer gelang. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich Keeper Simon Sejr bereits mit vier Paraden ausgezeichnet.

Super Beginn der Gallier

Im Angriff agierte der HBW geduldig und brachten immer wieder ihre Flügelspieler in eine gute Wurfposition. Beim Stand von 6:3 ersetzte Bürkle im rechten Rückraum Daniel Ingason durch Jona Schoch, der kurze Zeit später zum 8:5 erfolgreich war.

Zwei Tore hintereinander ließen die Dessauer auf den Ausgleich hoffen, aber Oddur Gretarsson machte ihnen mit einem verwandelten Strafwurf einen Strich durch die Rechnung. Mit einem Konter baute Moritz Strosack den Vorsprung auf 10:7 aus.

HBW gerät immer wieder in Zeitnot

Obwohl Kristian Beciri auf der Strafbank saß, holte der HBW einen Siebenmeter heraus, bei dem Gretarsson allerdings am starken DRHV-Torhüter Philip Ambrosius scheiterte. Inzwischen stand die Abwehr der Gastgeber wie eine Mauer und brachte die "Gallier" immer wieder in Zeitnot. Dennoch gelangen Schoch zwei Treffer zum 13:9. Die letzten Spielminuten der ersten Halbzeit gehörten dem Team von Trainer Uwe Jungandreas, das zum 14:14 ausglich. Den Schlusspunkt unter eine intensive und spannende Spielhälfte setzte Gretarsson mit seinem Treffer zum 14:15.

Nieten vom Siebenmeterpunkt

Direkt nach dem Seitenwechsel egalisierten die von ihren mehr als 1500 Fans lautstark angefeuerten Dessauer den Spielstand, und in der 41. Minute gingen sie sogar erstmals durch einen Konter in Führung (20:19). In der Folge lag mal die eine, mal die andere Mannschaft mit einem Tor vorne. Der starke Guilhemre Inhares de Souza brachte beim 25:23 das Momentum wieder auf die Seite des Tabellenführers zurück, doch Patrick Volz zog die nächste Siebenmeterniete.

Crunchtime diesmal kein Siegbringer

Spannend ging es in die Crunchtime, die bislang dem HBW schon mehrere knappe Siege geschenkt hatte. Und wieder sah es danach aus, als ob sich das Team von Jens Bürkle durchsetzen könnte. Denn Tobias Heinzelmann traf zum 27:25 und zwang Jungandreas zur Auszeit.

Diese wirkte: Zwei Minuten vor dem Abpfiff stand es 27:27. Allerdings agierte der HBW in Überzahl, die von Spielmacher Filip Vistorop zum 28:27 genutzt wurde. Mario Ruminsky im "Gallier"-Tor parierte den Gegenangriff glänzend, doch vorne verlor Vistorop den Ball. Jakub Hrstka verwandelte den fälligen Konter, und Strosack fand fünf Sekunden vor dem Abpfiff seinen Meister in Ambrosius, so dass es beim 28:28 blieb.

Trainerstimme Jens Bürkle

"Es war ein gerechtes Unentschieden in einem sehr guten Spiel bei einem starken Gegner", war Bürkle mit dem Ergebnis nicht unzufrieden. Er habe gute Dinge bei seiner Mannschaft gesehen, und es habe sogar in Überzahl noch die Chance auf den Sieg gegeben: "Wir haben viele big points gesetzt, aber nicht genügend."

HBW Balingen-Weilstetten – Dessau-Roßlauer HV 28:28 (14:15)

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr (1.-28., 9 P.), Ruminsky (28.-60., 6 P.); Schoch (7), Gretarsson (6/1), Linhares (5), Danner (2), Heinzelmann (2), Strosack (2), Volz (2), Vistorop (1), Beciri (1), Huber, Ingason, Hildenbrand (n.e.).

Zeitstrafen: Gliese, Schmidt, Sohmann – Schoch(2), Beciri, Heinzelmann, Ingason.

Nächstes Spiel: TUS N-Lübbecke - HBW Balingen, Freitag, 18. November, 19.30 Uhr, Merkur Arena Lübbecke.