Die starke HBW-Verteidigung – hier die Balinger Daniel Ingason (links) und Tobias Heinzelmann – war ein Grund für den klaren Erfolg gegen Hüttenberg. Foto: Eibner/Woern

Zum Abschluss der englischen Woche in der zweiten Liga muss der HBW Balingen-Weilstetten reisen. Am Sonntag um 17 Uhr tritt der Tabellenführer in der Untermainhalle Elsenfeld gegen den Traditionsklub TV Großwallstadt an, der auf Platz zehn zu finden ist.

In der Hinrunde war es das Spitzenspiel in der zweithöchsten Handball-Liga. Das Team von TVG-Coach Igor Vori hatte ebenso wie der HBW noch eine weiße Weste und lieferte den „Galliern“ in der SparkassenArena einen heißen Kampf. Mit 28:27 holten sich die Schützlinge von Trainer Jens Bürkle zwar den Sieg, mussten diesen aber teuer bezahlen: Jona Schoch zog sich bei einem Kopftreffer eine Gehirnerschütterung zu und Kreisläufer Tobias Heinzelmann wurde bei einem Konter so hart in die Mangel genommen, dass sein Kiefer nicht standhielt und er mehrere Wochen ausfiel. Zwei Rote Karten waren die Quittung für die teilweise überharten Aktionen der Gäste.

Auch am Sonntag rechnet Bürkle mit einer sehr körperbetonten Partie. Denn die TVG-Defensivabteilung gilt als beweglich und hart zupackend, egal ob sie eine 6:0 oder 5:1-Abwehr praktiziert. Umso wichtiger ist das Tempospiel, um nicht in den Positionsangriff gezwungen zu werden. Und dafür ist wiederum eine klasse Abwehr die Voraussetzung.

Starke HBW-Defensive ein Schlüssel zum Erfolg

Letztere hat am Mittwoch beim 35:20-Kantersieg über den TV 05/07 Hüttenberg exzellent funktioniert. Immer wieder zwang die Defensive die Gäste zu schweren Würfen und provozierte Ballverluste, welche zu Kontern führten.

Aber auch Großwallstadt machte ein klasse Spiel und gewann beim Spitzenklub TuS N-Lübbecke mit 32:30. Alleine die beiden Rückraumlinken, Finn Wullenweber und Adrian Kammlodt waren jeweils sechsmal erfolgreich. Frieder Bandlow steuerte von halbrechts ebenfalls sechs Treffer bei. Die Regisseure Simon Strakeljahn und Kuno Schauer erzielten jeweils drei Tore. „Das ist ein sehr guter Rückraum“, weiß Bürkle um die Qualität des Gegners, der in Person von Florian Eisenträger auch noch einen exzellenten Linksaußen aufbieten kann, falls dieser fit ist.

Einige Fragezeichen im Balinger Kader

Welches Personal der HBW-Trainer nach Unterfranken mitnehmen kann, dürfte sich erst am Samstag endgültig entscheiden. Kapitän Felix Danner hat sich einen grippalen Infekt zugezogen, weshalb er gegen Hüttenberg fehlte. Filip Vistorop laboriert an einer alten Verletzung und dürfte möglicherweise für mehrere Wochen pausieren müssen. Einen leisen Hoffnungsschimmer gibt es bei Ex-Nationalspieler Jens Schöngarth. Falls seine Wade hält, dürfte der Linkshänder am Sonntag sein Debüt im HBW-Trikot geben. Wahrscheinlich werden auch die beiden Flügelspieler Oddur Gretarsson und Moritz Strosack wieder fit sein, die am Mittwoch wegen leichter Verletzungen frühzeitig geschont wurden.

Bürkle verhalten optimistisch

Unter dem Strich wird Bürkle mit Unterstützung aus der zweiten Mannschaft eine Truppe aufbieten können, die den leidenschaftlich spielenden Großwallstädtern Paroli bietet und den Kampf annimmt. Etwas Zählbares sei möglich, falls das Team wieder über 60 Minuten seine Leistung abrufe, gibt sich der 42-Jährige verhalten optimistisch.