Jona Schoch und Co. zeigten gegen Nordhorn "eine brutal gute" erste Halbzeit. Foto: Kara

Mit einer starken Leistung hat der HBW Balingen-Weilstetten seine weiße Weste in der 2. Liga verteidigt. Zwischendurch reißt aber mal der Faden.

Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten besiegte in einem intensiven Handballspiel am Samstag in der SparkassenArena die HSG Nordhorn-Lingen mit 29:24 (18:11).

Jens Bürkle rundum zufrieden

"Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten heute viele Topleistungen", lobte HBW-Trainer Jens Bürkle den Auftritt seiner Jungs, deren zehnter Saisonerfolg nie wirklich in Gefahr geraten war. Vom Anpfiff an nahmen sie das Heft in die Hand und zwangen Gästecoach Daniel Kubes beim Stand von 4:0 in der achten Minute zu seiner ersten Auszeit. Bis dahin hatte Keeper Simon Sejr bereits viermal pariert. Erst in der zehnten Minute gelang den Grafschaftern ihr erster Treffer.

Vor der Pause dreht der HBW auf

Der wiedergenesene Kapitän Filip Vistorop (6:2) und der elffache Torschütze Oddur Gretarsson (8:4) konservierten zunächst den komfortablen Vorsprung, der in der Folge allerdings auf zwei Tore schmolz. Das letzte Drittel der ersten Spielhälfte gehörte dann wieder den Hausherren, die mit einem 18:11 in die Pause gingen. "Wir wollten viel und haben uns in der ersten Halbzeit selbst geschlagen", bedauerte Kubes mit dem Hinweis auf die Heimschlappe vom Mittwoch, für die sich seine Jungs unbedingt rehabilitieren wollten: "Diese Niederlage war noch in unseren Köpfen."

Sand im Getriebe

Ganz anders lautete natürlich Bürkles Fazit zu den ersten 30 Minuten: "Die erste Halbzeit war brutal gut." Das Tempospiel habe geklappt, und die Abpraller seien in die eigenen Hände gelangt. "Aber dann haben wir etwas den Faden verloren", nimmt er die Geschehnisse in Durchgang zwei vorweg.

Die Norddeutschen kamen unglaublich aggressiv zurück auf die Platte. Zwar kassierten sie entsprechend Zeitstrafen, doch verunsicherte die harte Gangart der Abwehr sichtlich die Angreifer, die erst in der 37. Minute in doppelter Überzahl den Bann brachen und einen Treffer bejubeln durften. Der HBW berappelte sich wieder, fand Lösungen im Angriffsspiel und konservierte seinen Vier-Tore-Vorsprung bis zur 48. Minute.

Gäste erkennen an: "Mehr war nicht drin!"

Mario Ruminsky rückte für Sejr zwischen die Pfosten, parierte sofort einen freien Wurf und dann noch mehrere Bälle, während vorne Moritz Strosack und Vistorop mit ihren Treffern den Deckel draufmachten. Das letzte Tor durch Georg Pöhle zum 29:24-Endstand war reine Ergebniskosmetik. "Wir haben nach der Pause Charakter gezeigt, aber mehr war heute gegen den HBW nicht drin!", musste sich Kubes eingestehen. Wichtig sei in der Endphase die gute Torhüterleistung gewesen, hob Bürkle seinen Keeper Ruminsky heraus, lobte aber die gesamte Mannschaft: "Wir hatten eine gute Intensität im Spiel, besser als in den letzten Wochen."

HBW Balingen-Weilstetten – HSG Nordhorn-Lingen 29:24 (18:11)

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr (1.-48., 9 P.), Ruminsky (48.-60., 6 P.); Gretarsson (11/6), Vistorop (7), Strosack (4), Schoch (3), Heinzelmann (2), Danner (1), Ingason (1), Beciri, Huber, Linhares, Volz (n.e.), Hildenbrand (n.e.).

HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen (1.-30., 5 P.), Buhrmester (31.-60., 6 P.); Lindberg (5), Fernandez (5/3), Pöhle (4), Kalafut (3), Wasielewski (3), de Boer (1), Simovic (1), Stegefelt (1), Terwolbeck (1), Possehl, Seidel.

Zeitstrafen: Heinzelmann (2), Beciri, Ingason – Stegefelt (2), de Boer, Fernandez, Pöhle, Possehl, Simovic, Wasielewski.

Nächstes Spiel: Dessau-Roßlauer HV 06 - HBW Balingen-Weilstetten, Freitag, 11. November, 19.30 Uhr, Anhalt-Arena Dessau.