Das Tailfinger Traditionsunternehmen Elektra ist insolvent. Das Amtsgericht Hechingen hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen der Albstädter Firma angeordnet.
Erneut geht ein Albstädter Traditionsunternehmen in die Insolvenz. Betroffen diesmal ist die im Jahr 1922 gegründete Elektra Tailfingen GmbH & Co. KG..
Das Insolvenzgericht am Amtsgericht Hechingen hat mit Beschluss vom 27. Februar ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen von Elektra angeordnet. Das teilt die Rottweiler Kanzlei Hirt + Teufel in einer Presseinformation mit.
Das Unternehmen beschäftigt demnach am Standort in Albstadt-Tailfingen rund 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Mitarbeiter seien in einer Mitarbeiterversammlung über die aktuelle Situation informiert worden. Weiter heißt es in der Pressemitteilung, dass die Löhne und Gehälter bis Ende April 2026 über das Insolvenzgeld abgesichert seien.
Insolvenz in Eigenverwaltung
Begleitet wird das Verfahren von Rechtsanwalt Axel Kästle von der Kanzlei Hirt + Teufel als Generalbevollmächtigter. Rechtsanwalt Thorsten Schleich von der Kanzlei Schleich & Partner mbB Rechtsanwälte in Villingen-Schwenningen wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt.
Bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wird es dem Unternehmen ermöglicht, die Insolvenzmasse unter Aufsicht eines Sachwalters selbst zu verwalten und über sie zu verfügen, statt einen externen Insolvenzverwalter einzusetzen. So bleibt die Geschäftsführung im Amt und kann die Geschäfte eigenständig weiterführen.
Das Tailfinger Unternehmen Elektra, spezialisiert auf die Herstellung von Niederspannungsschaltgeräten und Schaltgerätekombinationen, kämpft mit der derzeitigen konjunkturellen Lage, wie es in der Pressemitteilung heißt. Hinzu komme eine stark rückläufige Bauindustrie und damit verbunden ein Nachfragerückgang nach Baustromverteilern und Schaltgeräten für Baumaschinen.
Cyberangriff belastet Unternehmen
Flankiert werden die wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen durch zusätzliche Belastungen eines Cyber-Angriffes im Geschäftsjahr 2025 sowie nicht vorhersehbare Kostensteigerungen bei für die Produktherstellung erforderlichen Edelmetallen.
Das Insolvenzverfahren wird nun durch die auf Sanierung und Restrukturierung spezialisierte Kanzlei Hirt + Teufel begleitet. Angestrebt werde eine fortführende Sanierung des Unternehmens; ein Investorenprozess werde initiiert.
Weltweit tätig
Mit Elektra ist erneut ein Albstädter Traditionsunternehmen in finanzielle Schieflage geraten. Die Tailfinger Firma ist weltweit bekannt für ihre elektrischen Schaltgeräte, Stromverteiler, Prüfgeräte und Industriesteckvorrichtungen. Die Stärke des mittelständischen Unternehmens sind qualitativ hochwertige, an die Anforderungen der Kunden angepasste Lösungen.