Drei Eigengewächse der Turnabteilung bei einer Balken-Choreographie. Foto: Köncke

Die Turnabteilung des TSV Altensteig hat die Feierlichkeiten zum 175-jähriges Bestehen am Samstagabend mit einem Festakt für 200 geladene Gäste eröffnet, an eine bewegte Zeit mit einschneidenden Ereignissen erinnert und in die Zukunft geblickt.

Keine langatmigen Reden, keine Vielzahl an Ehrungen, dafür begeisternde Vorführungen auf der Bühne der Spielberger Bömbachhalle, ein Film über frühere Sport- und Turngalas, Musik eines Jugendsymphonieorchesters und zehn Kniebeugen gab es beim Festakt zu 175 Jahre Turnabteilung.

Seit 2017 ist Conny Kirn Vorsitzende der 322 Mitglieder zählenden Sparte. Turnen sei trotz einer langen Tradition weder verstaubt noch altbacken, brach sie in ihrer Ansprache eine Lanze für diese Sportart und schaute auf einen „buntgemischten, Altensteiger Haufen“ der mit Lust und Leidenschaft bei der Sache sei und viele Tugenden teile.

Vorbereitungen kosten Kraft

Die Vorbereitungen für das Jubiläum hätten viel Kraft und Energie gekostet, aber auch Spaß gemacht. In der 80-seitigen, kostenlosen Festschrift könne man viel entdecken.

Für Bürgermeister Gerhard Feeß ist das Jubiläum eine Geschichte des Durchhaltens angesichts politischer und gesellschaftlicher Umbrüche. Der Rathauschef ist überzeugt, dass Turnen eine Zukunft hat, allein deshalb, weil Bewegung für die körperliche Gesundheit unerlässlich und im Bewusstsein der Menschen verankert sei. Dass es in Altensteig eine Jahnstraße gibt, hängt für Feeß mit der ehemaligen Turnhalle in unmittelbarer Nähe zusammen. Der Jubilar sei damals wie heute am Puls der Zeit geblieben und habe seinen Markenkern nie verleugnet.

Glückwünsche von Bürgermeister Gerhard Feeß an Conny Kirn Foto: Köncke

Als Jubiläumsgeschenk kündigte Feeß in Anlehnung an das 175-jährige Bestehen eine Überweisung von 1750 Euro an.

Sybille Hiller ist beim Schwäbischen Turnerbund für Personalentwicklung und Gleichstellung zuständig – und war am Samstagabend als Gratulantin vom Kreis Göppingen nach Altensteig gereist. Turnen ist für sie nicht mehr – wie bei der Gründung im Jahr 1848 – ein Männersport, sondern zur Heimat für Jugendliche und das weibliche Geschlecht geworden. Allerdings sei die frühere Vereinsmeierei nicht mehr gefragt. Neue Herausforderungen habe der Schwäbische Turnerbund in einem Workbook zusammengefasst, das die Vizepräsidentin zum Schluss ihrer Ansprache an Conny Kirn überreichte.

Erinnerung an Urgesteine

TSV-Vorsitzender Hartmut Flad erinnerte an die beiden Urgesteine und langjährigen Vorsitzenden der Abteilung, Manfred Jocher und Helmut Armbruster, kündigte wie Feeß ein Geldgeschenk an und forderte die Besucher in der Halle auf, sich zu erheben und – zur allgemeinen Erheiterung – zehn Kniebeugen zu machen.

Eröffnet wurde der von Lea Kirn moderierte Festakt vom Jugendsinfonieorchester Altensteig unter Leitung von Jutta Hay. Später folgte ein Appetithappen aus dem Musical „My Fair Lady“, das in diesem Sommer mehrmals in einer Altensteiger Halle aufgeführt wird.

Spitzenartistik der Ukrainerin Marina Skulditskaya Foto: Köncke

Drei Eigengewächse des Jubilars – Finja Hauser, Noemi Filipovic und Sinaike Wurster – präsentierten auf einem fünf Meter langen und fünf Zentimeter breiten Balken eine von Stefanie Kayher einstudierte Choreographie und ernteten mit der Vorführung einen ebenso donnernden Applaus wie die ukrainische Artistin Marina Skulditskaya mit einer perfekten Equilibristik (Handstand auf einem Hocker) und einem rassigen Hula Hoop mit bis zu fünf Reifen.

Martin Briegel hatte frühere Turn- und Sportshows in Altensteig zu einem Film zusammengeschnitten, der einen Eindruck von der Breitenarbeit der Turnabteilung vermittelte. Nach dem offiziellen Teil wurden die Gäste zu einem Buffet eingeladen.