Mit vielen Gästen, darunter viel Prominenz, wird in einem Festakt das Jubiläum gefeiert. Foto: Stefan Heimpel

Seit 175 Jahren gibt es die Robert-Gerwig-Schule in Furtwangen – das war am Wochenende Anlass für ein großes Fest.

„Ich bin stolz, dass ich hier arbeiten darf“ – so eröffnete Rektor Steve Richter den Festakt in der Sporthalle der Schule. Er konnte zahlreiche prominente Gäste begrüßen: Kanzleramtsminister Thorsten Frei, als Vertreter der Schulträger Staatssekretärin Sandra Boser aus dem Kultusministerium Stuttgart und Landrat Sven Hintersee vom Schwarzwald-Baar-Kreis, dazu Ehrengäste vom Regierungspräsidium, der Hochschule sowie dem Skiinternat und den Sportverbänden.

 

Er sei stolz darauf, so Steve Richter, dass durch das Miteinander von Lehrern, Schülern, Verwaltung und Hausmeister dieses große Fest eigenständig gestemmt werden konnte. Es sei etwas Besonderes, dass sich aus der Uhrmacherschule von Robert Gerwig nach 175 Jahren ein solches berufliches Schulzentrum entwickelt hat.

Die Uhrmacher der Schule, ein „eigenes Völkchen“, hatten gleich zwei spezielle Jubiläumsuhren geschaffen. Ganz gezielt hatte man dabei, wie Uhrmacher Jan Reiche den Gästen erläuterte, die Techniken aller Epochen – von der Versilberung durch Anreibetechnik bis zum modernen CAD – gemeinsam genutzt, wesentlich unterstützt durch die technischen Produktdesigner der Schule. Dabei entstanden zwei besondere Uhren in klassischer Form, beispielsweise mit einem bewegten Furtwanger Wappen.

Die ganze Stadt Furtwangen feiert am Wochenende mit der Robert-Gerwig-Schule im Festzelt auf dem Marktplatz ihren 175. Geburtstag. Foto: Stefan Heimpel

In seiner Ansprache machte Steve Richter deutlich, dass die beruflichen Schulen vor großen Veränderungen stehen. Die Nachfrage in einzelnen Bereichen, außer bei den Uhrmachern, ist deutlich gesunken – im Lauf der Jahre mussten sogar Zweige geschlossen werden, etwa das Wirtschaftsgymnasium. Die Berufsschule im Rahmen der dualen Ausbildung dagegen wuchs von einer Klasse je Jahrgang auf nun vier an. Im Mittelpunkt stehe dabei der einzelne Schüler, den man mit viel Zeit und Geduld zu einem Abschluss führen will.

Hier werden Fachkräfte für die Region ausgebildet

Dies sei eine Stärke des ländlichen Raums und eine Chance für junge Menschen, weshalb er weiter auf die Unterstützung durch das Kultusministerium hofft. Nicht zuletzt bilde man hier die Fachkräfte für die hiesige Industrie-Region aus, auch dank reger Kooperation mit den Betrieben.

Minister Thorsten Frei betonte, dass die Schule in den 175 Jahren Stadt und Region geprägt habe. Bis heute sei die Uhrmacherei die Wurzel für viele führende Industriebetriebe. Gerade die ländlichen Regionen seien verantwortlich für die Stärke des Landes.

Im Festzelt auf dem Furtwanger Marktplatz beginnt das Festprogramm bereits am Freitagabend. Unter anderem spielt die Bregtäler Band „Rockin Vibes“. Foto: Stefan Heimpel

Staatssekretärin Sandra Boser bezeichnete die Schule mit ihrer Entwicklung als Beispiel für Tradition und Innovation, was auch im Kultusministerium anerkannt werde.

Landrat Sven Hintersee ermutigt: „Weiter so!“

Auch Landrat Sven Hintersee bestärkte die Schule auf ihrem Weg: „Weiter so!“, was auch durch die Bereitschaft zur Veränderung möglich sei. In Verhandlungen im Kreistag und mit der Landesregierung gelte es, die Breite der Ausbildung hier zu erhalten.

Die ganze Schule ist am Wochenende im Einsatz, unter anderem Lehrer und Schüler gemeinsam hinter der Theke im Festzelt. Foto: Stefan Heimpel

Die Schule habe sich außerdem, so Rektor Steve Richter, entschieden, das Jubiläum mit einem großen Fest mitten in der Stadt zu feiern, „weil wir das können“. Im großen Festzelt auf dem Marktplatz gab es ein buntes Programm mit vielen heimischen Akteuren. Am Freitagabend sorgten bereits Candy Andy und Rolph Royce sowie die Bregtäler Band „Rockin Vibes“ für Stimmung. Am Samstag war den ganzen Tag Programm: Musikverein Katzensteig, Stadtkapelle, Musikgruppen aus der Region und nicht zuletzt der Turnverein mit den Tanzgruppen Jazzpiration und „One2Step“ unterhielten.

Als Team gelingt die Planung und Durchführung

Am Ende war Steve Richter begeistert: „Die Kollegen haben mit den Schülern mit der Planung, Organisationen Durchführung der Jubiläumsfeier Großes geleistet. So große Projekte können nur umgesetzt werden, weil wir ein Team, eine Gemeinschaft sind.“