Das lustige Moderatoren-Trio (von links): Thomas Fritz, Christian Heidt und Markus Hess von der Theatergruppe Rümmingen. Foto: Christoph Schennen

Beim Festakt „150 Jahre Feuerwehr Rümmingen“ schilderte der Historiker Hubert Bernnat, wie die Freiwilligen Feuerwehren entstanden sind.

Anfangs mussten alle Einwohner einer Gemeinde Brände bekämpfen, ab Mitte des 19. Jahrhunderts übernahmen Freiwillige diese Aufgabe.

 

Die Feuerwehr Rümmingen hat am Freitag mit zahlreichen Feuerwehren aus der Umgebung, der Polizei, befreundeten Organisationen und Vereinen, Verwaltungsmitarbeitern und Gemeinderäten ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert.

Zahlreiche Redner würdigten in der Gemeindehalle die Leistung der Feuerwehr. Hubert Bernnat erklärte in seinem Festvortrag in der Gemeindehalle, wie die Freiwilligen Feuerwehren in Baden entstanden sind. Er hat sich die Ortschronik von 1967 angesehen, in der man den Hinweis findet, dass die Rümminger Wehr ihren Ursprung im Jahr 1875 hatte.

Im Dorf stand zur damaligen Zeit nur ein Pferd zur Beförderung der Feuerwehrspritze zur Verfügung. „Daraufhin hat sich der Gemeinderat entschlossen“, so der Historiker, „bei einem Brandfall benachbarte Gemeinden aufzufordern, ein zweites Pferd zur Verfügung zu stellen.“

Nächstes Jubiläum in zwölf Jahren

1908 wurde im Steinbühl der erste Wasserhochbehälter in Betrieb genommen und mit ihm Wasserleitungen mit ständig verfügbaren Entnahmestellen (Hydranten). Drei Jahre später erfolgte der Anschluss an das Stromnetz, der den Einsatz von elektrisch betriebenen Pumpen ermöglichte.

Zum Feiern aufgelegt: Bürgermeisterin Joana Carreira, stellvertretender Kommandant Steffen Walden, Kommandant Gerhard Wildschütz und Landrätin Marion Dammann Foto: Christoph Schennen

Bernnat machte auch darauf aufmerksam, dass die Feuerwehr in zwölf Jahren ein weiteres großes Jubiläum feiern könnte. „Nimmt man das Vereinsrecht als Grundlage für die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr, dann ist es das Jahr 1937, nimmt man das Bestehen eines Feuerwehrwesens als Grundlage, dann ist es das Jahr 1875.“

„Vergessen Sie nicht, in zwölf Jahren 100 Jahre Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rümmingen zu feiern“, hielt er abschließend fest. „Dass sie zwei Jubiläen haben, das haben Sie den Binzenern voraus.“

Früh an Feuerwehr heranführen

Bürgermeisterin Joana Carreira kündigte Veränderungen bei der Feuerwache an. „Ob wir sanieren oder neu bauen, das steht noch offen. Aber eines ist klar: wir werden investieren.“ Landrätin Marion Dammann hob in ihrer Rede die Bedeutung der Nachwuchsarbeit hervor. Man brauche die Kinder und Jugendlichen, um sie früh an die Feuerwehr heranzuführen. Die Organisation vermittele Respekt, Verantwortung und Toleranz und leiste eine enorme Bildungs- und Sozialarbeit. Sie kritisierte ignorante Menschen, die das eigene Interesse über das Interesse der Mitmenschen stellen würden. Sie äußerte Unverständnis über Angriffe auf Blaulichtorganisationen und Beschwerden über Martinshörner.

Kommandant Gerhard Wildschütz kritisierte den Wust an Gesetzen, Verordnungen, Satzungen und Vorschriften von Bund, Ländern, Kommunen und Vereinigungen. „Alle diese Vorgaben in einem Einsatz rechtlich belastbar einzuhalten ist in vielen Einsätzen gar nicht möglich“, sagte der Chef der Rümminger Wehr.

Keine Verbesserung durch Zentralisierung

Ihm missfalle auch das Thema „Leistungsfähigkeit der Feuerwehr“, wenn dahinter ein Fahrzeugeinsparprogramm durch die Hintertür stecke, das kombiniert mit der Zusammenlegung von Gerätehäusern zwangsläufig zu einer Zentralisierung führe.

Letztere führe dazu, dass sich weniger Frauen und Männer ehrenamtlich in einer Feuerwehr engagieren, befürchtet Wildschütz. „Zentralisierung bringt keine Verbesserung unserer inneren Verteidigungsfähigkeit und Resilienz. Bei Flächenlagen helfen flächig angelegte, kleine Einheiten, die autark agieren können viel mehr als wenige große Zentralen.“

Zu den Gratulanten gehörte auch der stellvertretende Vorsitzende des Gemeindeverwaltungsverbands Vorderes Kandertal, Oliver Friebolin, und Gerlinde Werden-Gonschorek von der evangelischen Kirche im Ort, denn Feuerwehrmänner haben das Kunstwerk von Harald Glööckler in der Jakobus-Kirche aufgehängt.

Thomas Fritz, Christian Haidt und Mark Hess von der Thetergruppe leiteten unterhaltsam zu den Redebeiträgen über.