Die Abteilung Herzogsweiler hatte zu „150 Jahre Feuerwehr Herzogsweiler“ eingeladen. Nach einer Übung mit anschließendem Festakt im Zelt wurde zu Musik kräftig gefeiert. Auch am Sonntag wurden die zahlreichen Gäste bestens unterhalten.
Auf ihr 150-jähriges Bestehen blickte die Feuerwehrabteilung Herzogsweiler an ihrem großen Jubiläumswochenende zurück.
Mit einer historischen und gleichzeitig modernen Schauübung startete das Festprogramm. Trotz Regen verfolgten zahlreiche Besucher eine sehenswerte Übung. Auf einer Wiese hinter dem Bürgerhaus hatte die Wehr eine Holzhütte aufgebaut, in der ein Wohnzimmer nachgebildet war. So mancher Besucher staunte nicht schlecht darüber, wie schnell sich der gelegte Brand ausbreitete.
Einst war bei Einsätzen echte Handarbeit angesagt
Fachkundig kommentierte Abteilungskommandant Joel Hauser den Übungsablauf. Mit großem Hallo rückte die Wehr mit ihrer historischen Handdruckspritze an. Die Übung zeigte, dass bei Bränden damals noch Handarbeit angesagt war. Der Behälter der Handdruckspritze musste seinerzeit mit Wasser aus Bach, Brunnen oder Löschteich mit Eimern oder Butten gefüllt werden. Schließlich rückten einige Aktive mit dem TSF-W (Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser) an und demonstrierten ihre Schlagkraft. Nach rund einer halben Stunde hieß es: „Feuer aus“.
Zum Festakt im Festzelt begrüßte der Abteilungskommandant die Gäste und nannte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Herzogsweiler einen „Meilenstein für die Gemeinde“. Die Wehr sei auch heute noch „ein Eckpfeiler der Sicherheit“. Deshalb sei es wichtig, ihre Zukunft durch eine motivierte Jugendabteilung zu sichern. Hauser dankte allen, die hinter der Feuerwehrabteilung Herzogsweiler stehen, wie auch allen Helfern, darunter die 15-köpfige Abordnung der Abteilung Kälberbronn für die Mithilfe beim Fest.
Laut Bürgermeister Dieter Bischoff hat das Motto „Gott zur Ehr’ dem nächsten zur Wehr“ bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren. Die Aufgaben der Feuerwehren seien in den vergangenen 150 Jahren immer komplexer geworden. Neben Bränden rückten sie immer öfter zu technischen Einsätzen aus.
Kreisbrandmeister Frank Jahraus sprach den Wert des Ehrenamts an. Ohne dieses und ohne Freiwilligkeit wäre die Gesellschaft nicht lebensfähig, erbrachte Leistungen nicht bezahlbar. Sein Dank galt allen Frauen und Männern der Feuerwehrabteilung Herzogsweiler für ihren Dienst für den Ort und die Allgemeinheit.
Ein Hydranten-Rätschenschlüssel als Geschenk
Grüße des Kreisfeuerwehrverbands überbrachte der stellvertretende Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende Franz Wittich. Der Gesamtkommandant der Feuerwehr Pfalzgrafenweiler, Hartmut Kalmbach, lobte das gute Miteinander mit der Abteilung Herzogsweiler. Als Jubiläumsgeschenk überreichte er einen modernen Hydranten-Rätschenschlüssel.
Laut Sieglinde Rohrer kann man sich auf die Einsatzgruppe stets verlassen. Als Dienstältester trug Jochen Nübel die Geschichte der Feuerwehr Herzogsweiler vor, die 1874 ihre erste fahrbare Handdruckspritze erhielt. 1967 wurde ein Tragkraftspritzenanhänger mit Schlepper angeschafft. Das erste selbstfahrende Feuerwehrfahrzeug TSF folgte 1984. Seit 2017 wird das TSF-W genutzt.
Mit Deutschrock unterhielt am Abend die Band Doppelkinn, und die Gäste wurden in die Blaulichtbar eingeladen. Der Sonntag startete mit einem Gottesdienst mit dem Regenbogenchor. Zum Frühschoppen spielte der Musikverein Loßburg. Für Kinder gab es eine Spielstraße, und die Jugendfeuerwehr glänzte bei einer Schauübung.