Wo jetzt noch Äcker sind, soll ab 2022 das Erlaheimer Neubaugebiet erschlossen werden.   Foto: Schnurr Foto: Schwarzwälder Bote

Wohnraum: Zufahrt zu "Nebenwiesle" in Erlaheim soll nicht direkt von der Gemeindeverbindungsstraße möglich sein

Der Erlaheimer Ortschaftsrat hat die Erschließung des Neubaugebiets "Nebenwiesle" mit höchster Priorität für den städtischen Haushalt angemeldet. Jetzt geht es an den Bebauungsplan.

Bereits im August vergangenen Jahres hatte der Erlaheimer Ortschaftsrat die Erschließung des Neubaugebiets "Nebenwiesle" mit höchster Priorität für den städtischen Haushalt angemeldet. Jetzt steht der förmliche Bebauungsplan dafür an.

Geislingen-Erlaheim. Weil der Plan im vereinfachten Verfahren auf Grundlage des auslaufenden Paragrafen 13b im Baugesetzbuch aufgestellt werden soll, muss er bis zum Jahresende fertig sein. Gemeinsam mit Geislingens Bauamtsleiter Markus Buck und dem Planungsingenieur Bernd Ohnmacht aus Sulz haben die Ortschaftsräte in ihrer jüngsten Sitzung über konkrete Details diskutiert.

"Nebenwiesle" schließt sich direkt ans bestehende Wohngebiet "Hofen" an. Das leicht abschüssige Gelände liegt direkt an der Gemeindeverbindungsstraße "Sailegärten" Richtung Binsdorf und wird bislang als Acker genutzt. Als Wohnbaufläche ist das Gebiet bereits im Flächennutzungsplan enthalten.

Die Zufahrt zu der geplanten Stichstraße soll von "Hofen" her in Verlängerung der Römerstraße erfolgen. Darüber, ob die beiden südlichen Grundstücke von der Stichstraße aus angefahren werden, oder ihre Ausfahrten direkt auf die Straße Sailegärten führen sollen, gab es im Gremium unterschiedliche Meinungen.

"Unsere Rennpiste"

Gegen die zweite Variante spricht aus Sicht der stellvertretenden Ortsvorsteherin Sabine Zirkel die Sicherheit, etwa spielender Kinder: "Das ist noch immer unsere Rennpiste. Die Leute fahren dort 80 oder 90." Daher sei es keine gute Idee, die beiden äußersten Grundstücke nur von dort aus zu erschließen.

Ortsvorsteher Ewald Walter schlug daher vor, die neue Stichstraße so zu verlängern, dass auch die Randparzellen aus dem Wohngebiet heraus zu erreichen sind. Bereits in den ersten Beratungen habe im Ortschaftsrat Einigkeit darüber bestanden, dass "Nebenwiesle" keine direkte Zufahrt von der Gemeindestraße aus haben solle, sagte Walter.

Dazu müsste man allerdings auf einen der bislang 16 vorgesehenen Bauplätze verzichten, damit die übrigbleibenden nicht zu klein werden. "Denn Plätze unter 480 Quadratmetern sind schwer zu verkaufen." Zwar kritisierte Ortschaftsrat Wolfgang Heitz, dass man damit ein Grundstück "verschenke". Bauamtsleiter Buck gab aber zu bedenken, dass eine separate Zufahrt das Baugebiet gefühlt in zwei Teile trenne.

Letztendlich sprachen sich der Erlaheimer Bürgervertreter daher dafür aus, dass statt sechs Bauplätzen im südlichen Bereich nur fünf geplant werden, die allesamt von der neuen Straße aus angefahren werden. Eventuell wird es von der Stich- zur Gemeindeverbindungsstraße auch einen Fußweg geben, unter dem Leitungsrohre verlaufen, die private Grundstückseigentümer ohnehin nicht überbauen dürften. Ingenieur Ohnmacht wird zwei neue Varianten des Bebauungsplanentwurfs erstellen, eine mit und eine ohne Fußweg. Diese soll noch vor der Märzsitzung der Ortschaftsrat erhalten.

Thema Regenwasser

Ein weiterer Diskussionspunkt war das Thema Oberflächenwasser: Zwar ist das ursprünglich vorgesehene Regenrückhaltebecken nun doch nicht notwendig. Auf jedem Grundstück wird aber verpflichtend eine Rückhaltezisterne vergraben. Diese unterirdischen Tanks sollen bei Starkregen das Wasser speichern, damit Kanalrohre und Graben nicht überlaufen. Als Reservoir für Gießwasser sind die Zisternen allerdings nicht zugelassen, weshalb auf Wunsch des Ortschaftsrats noch geprüft werden soll, was Kombilösungen aus Regenrückhaltezisterne und Wassertank kosten würden.

Bei der Erschließung des Neubaugebiets muss auch daran gedacht werden, von den Feldern hangabwärts fließendes Regenwasser abzuleiten. Dazu könnte etwa ein Erdwall aufgeschüttet und eine Drainage darunter verlegt werden. Ähnlich wurde das laut Ortsvorsteher Walter vor 60 Jahren auf der Fläche gemacht, auf der heute das Wohngebiets "Hofen" liegt.

Nördlich von "Nebenwiesle" wird künftig auch eine neue Gasleitung verlaufen. Zudem ist ein möglicher Standort für eine Umspannstation vorgesehen. Eine solche könnte sinnvoll werden, wenn die E-Mobilität zunimmt und mit den privaten Ladestationen auch der Strombedarf steigt.

Zeitplan steht

Der Zeitplan sieht nun vor, das der Bebauungsplan im dritten Quartal fertig wird. Dann könnten über den Winter die erforderlichen Bauarbeiten ausgeschrieben und die Aufträge vergeben werden. Bereits im Frühjahr 2022 wären dann Baubeginn und Start für den Grundstücksverkauf in "Nebenwiesle".

Offen ist allerdings angesichts der Lage der städtischen Kasse noch die Finanzierung dieses Vorhabens. Eventuell soll das mit Fremdmitteln geschehen.

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